Garry Marshall am Set von Valentinstag (2010) © Warner Bros. Pictures

Quelle: Associated Press

Garry Marshall, Regisseur der beliebten romantischen Komödie Pretty Woman, ist tot. Er starb gestern im Alter von 81 an den Komplikationen einer Lungenentzündung.

Wenn es um erfolgreiche „Frauenfilme“ geht (falls man an solche Kategorisierungen glaubt) konnte Marshall erfolgstechnisch kaum jemand etwas vormachen und mit Pretty Woman gelang ihm 1990 ein Megahit, der nicht nur Julia Roberts auf Anhieb zu einem Hollywood-Megastar machte, sondern auch Standards für Romcoms setzte, die seitdem zigfach kopiert, aber selten erreicht wurden. In Deutschland wurde Pretty Woman nach Titanic und Der König der Löwen sogar zum drittmeistbesuchten Kinofilm der Neunziger mit über 10 Millionen Zuschauern (sogar vor Jurassic Park und Indepencence Day!).

Doch nicht nur die Julia Roberts hat ihren Karriereerfolg Marshall zu verdanken. Auch Anne Hathaway ist dank der Besetzung in Marshalls Plötzlich Prinzessin (OT: The Princess Diaries) über Nacht zum Star geworden.

Noch bevor Marshall seinen ersten Spielfilm Küss mich, Doc (OT: Young Doctors in Love) inszenierte, war er einer der erfolgreichsten Serienproduzenten in den USA. Mit „Happy Days“ erschuf er eine der erfolgreichsten TV-Serien der Siebziger, in der der junge Ron Howard eine Hauptrolle spielte und die Henry Winkler als „The Fonz“ zu einem Popkultur-Phänomen gemacht hat. „Happy Days“ lief insgesamt 11 Staffeln lang. Sehr erfolgreich war auch Marshalls „Happy Days“-Sitcom-Ableger „Laverne & Shirley“, der acht Jahre lang ausgestrahlt wurde. Ende der Siebziger besetzte Marshall den damals unbekannten Robin Williams in der Titelrolle von „Mork vom Ork“ (OT: „Mork & Mindy“) und verhalf auch ihm zum großen Karrieresprung.

Nach zwei Jahrzehnten beim Fernsehen konzentrierte sich Garry Marshall in ab den frühen Achtzigern auf Kinofilme und feierte bereits mit Overboard mit Goldie Hawn und Kurt Russell sowie mit Freundinnen (OT: Beaches) erste Erfolge. Pretty Woman wurde zu seinem größten Hit. Zwar konnte er nie ganz an ihn anknüpfen, doch auch Die Braut, die sich nicht traut (OT: Runaway Bride), in dem er das Traumpaar Julia Roberts und Richard Gere neun Jahre nach Pretty Woman wiedervereinte, war ein Riesenhit, ebenso wie Plötzlich Prinzessin und der Ensemblefilm Valentinstag. Dessen Nachfolger im Geiste, Happy New Year und Mother’s Day – beide ebenfalls mit Julia Roberts, mit der Marshall insgesamt fünf Filme drehte – wurden zu seinen letzten Werken. Mother’s Day kommt am 25. August in unsere Kinos.