Quellen: Headlineplanet, TVByTheNumbers

Hat HBOs Megahit „Game of Thrones“ trotz des ganzen Hypes und des Rekord-Triumphs bei den Emmys letzten Sommer vielleicht den Höhepunkt seiner Popularität bereits erreicht? Vorletzten Sonntag feierte die 6. Staffel der Fantasyserie Premiere und zog bei der Erstausstrahlung im US-Fernsehen knapp 7,94 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Für einen Kabelsender wie HBO ist es eine phänomenale Quote, aber dennoch brach „Game of Thrones“ damit knapp den bisherigen Trend: erstmals hat eine Staffelpremiere der Serie keinen neuen Zuschauerrekord aufgestellt. Bislang erzielte nämlich jede Staffelpremiere deutlich höhere Zuschauerzahlen als die vorherige und stellte einen neuen Einschaltquotenrekord der Serie auf, der dann meist vom darauffolgenden Staffelfinale erneut gebrochen wurde. Zwar wollten sehr viele Zuschauer wissen, ob Jon Schnee wirklich tot ist, dennoch war die erste Folge der sechsten Staffel „nur“ die drittmeistgesehene Folge der gesamten Serie, hinter dem Auftakt und dem Finale der fünften Staffel.

Den neuen Rekord verfehlte „Game of Thrones“ nur sehr knapp. Die Zahlen lagen weniger als 1% unter denen der letzten Staffelpremiere und etwa 2% unter dem Finale von Staffel 5. Diesem gehört mit 8,11 Millionen Zuschauern weiterhin der Zuschauerrekord der Serie.

Bedenkt man, wie deutlich beispielsweise die Zuschauerzahlen der sechsten „The Walking Dead“-Staffel gegenüber der rekordträchtigen Staffel 5 zurückgegangen sind, ist die Stabilität von „Game of Thrones“ bemerkenswert, auch wenn man den Eindruck hatte, der Höhenflug würde nie enden. Hier ein kurzer Überblick über die Entwicklung der Zuschauerzahlen der Sttaffelpremieren von „Game of Thrones“:

Staffel 1 – 2,22 Millionen
Staffel 2 – 3,86 Millionen (+74%)
Staffel 3 – 4,37 Millionen (+13%)
Staffel 4 – 6,64 Millionen (+52%)
Staffel 5 – 8 Millionen (+20%)
Staffel 6 – 7,94 Millionen (-1%)

In der werberelevanten Zielgruppe 18-49 erreichte die Staffelpremiere 4 Millionen Zuschauer, 5% weniger als die erste Folge der 5. Staffel, die auf 4,2 Millionen kam.

Die Diskrepanz blieb übrigens auch mit der Erfassung der Zuschauerdaten über die ersten drei Tage nach der Erstausstrahlung (durch Wiederholungen und zeitverzögertes Fernsehen) bestehen. Über diesen Zeitraum (einschließlich der Originalausstrahlung) sahen 9,58 Millionen Zuschauer die erste Folge von Staffel 6. Im gleichen Zeitraum verbuchte aber die 5. Staffelpremiere 10,07 Millionen Zuschauer. Der Zielgruppenwert stieg bei Staffel 6 auf 4,8 Millionen an, bei Staffel 5 vor einem Jahr auf 5,2 Millionen. Dennoch lag die Staffelpremiere der sechsten Season quotentechnisch nah genug am bisherigen Rekord, dass es durchaus vorstellbar ist, dass dieser im Laufe der Staffel, abhängig von den spektakulären Wendungen und Toden, noch gebrochen werden wird.

In Deutschland stellte „Game of Thrones“ dafür bei Sky spielend einen neuen Zuschauerekord auf. Knapp 380,000 Zuschauer sahen die erste Folge, das waren 73% mehr als bei der Premiere der fünften Staffel!

„Game of Thrones“ war nicht die einzige HBO-Serie, die gegenüber ihrer letzten Staffelpremiere in den USA Zuschauer einbüßte. Die dritte Staffel von „Silicon Valley“ erreichte 1,86 Millionen Zuschauer und lag damit 13% unter dem Vorjahr. In der Zielgruppe waren es eine Million, 17% runter gegenüber der letzten Staffelpremiere.

Der Auftakt der 5. Staffel von „Veep – Die Vizepräsidentin“ schnitt mit 1,1 Millionen Zuschauern auf dem Niveau des Vorjahres ab, fiel jedoch in der Zielgruppe ebenfalls um 17% auf eine halbe Million 18-49-Jähriger.

Über weitere Quoten-Entwicklungen von „Game of Thrones“ halten wir Euch auf dem Laufenden.