Flucht ins 23 Jahrhundert Remake

Quelle: The Hollywood Reporter

Das Remake des Sci-Fi-Dystopie-Klassikers Flucht ins 23. Jahrhundert, besser bekannt unter dem Originaltitel Logan’s Run, scheint eine wirklich harte Nuss zu sein, die bislang kein Drehbuchautor oder Regisseur knacken konnte. Dabei hatte Warner Bros. bereits seit den Neunzigern den Wunsch, den Film neu zu verfilmen, zu der Zeit, als Remakes noch nicht gang und gäbe waren. Der erste Regisseur, der 2000 in Verhandlungen für den Film stand, war Skip Woods. Da Woods später die Drehbücher zu Hitman, X-Men Origins: Wolverine und Stirb langsam – En guter Tag zum Sterben geschrieben hat, kann man nur dankbar sein, dass daraus nichts geworden ist. Interessanter wurde es, als 2004 Bryan Singer, frisch nach seinem Megahit X-Men 2, als Regisseur verpflichtet wurde. Dan Harris, der für Singer zahlreiche seiner seiner Filme geschrieben hat, darunter Superman Returns und X-Men 2, wurde für das Drehbuch engagiert, später kam Christopher McQuarrie (Jack Reacher) an seine Stelle. Im Mai 2006 gab Singer das Projekt dann letztendlich auf. James McTeigue (Ninja Assassin) und Robert Schwentke (Flightplan) waren daraufhin im Gespräch, doch es blieb nur bei den Verhandlungen. Joseph Kosinski war der nächste Regisseur, der kam und ging (später wurde TRON: Legacy zu seinem Regiedebüt). Auch Carl Erik Rinsch (47 Ronin) war als Regisseur verpflichtet und verabschiedete sich. Alex Garland schrieb 2010 eine neue Fassung des Drehbuchs.

Am nächsten kam der Film an seine Verwirklichung, als 2011 der dänische Filmemacher Nicolas Winding Refn (Drive) als Regisseur ins Gespräch kam und Ryan Gosling und Rose Byrne für die Hauptrollen des Flms vorgesehen waren. Doch auch daraus wurde nichts.

Nachdem dieses Remake mittlerweile halb Hollywood verbraucht hat, versucht es Warner noch einmal. Simon Kinberg, der Autor von X-Men – Zukunft ist Vergangenheit und X-Men: Apocalypse, soll das hinbekommen, woran viele vor ihm gescheitert sind. Allerdings soll es diesmal nur schrittweise vorangehen. Kinberg wird nicht das Drehbuch zu dem Film schreiben, sondern lediglich einen Story-Entwurf anfertigen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann ein Autor gefunden werden, der aus diesem Entwurf ein fertiges Skript macht. Außerdem wird er gemeinsam mit Joel Silver das Remake produzieren.

Flucht ins 23. Jahrhundert handelt von einer dystopischen Gesellschaft, in der die Menschen sorgenfrei und glücklich leben, jedoch im Alter von 30 hingerichtet werden, damit die Gesellschaft stets jung und nicht zu groß bleibt. Diejenigen, die diesem Schicksal entkommen möchten, nennt man "Läufer" und sie werden von den "Sandmännern" verfolgt, die von der Regierung beauftragt werden. Der Originalfilm von 1976 entfernte sich in einigen Punkten von der Romanvorlage von William F. Nolan und George Clayton Johnson, in der die Altersgrenze bei 21 lag. Wenn man beim Remake näher an der Vorlage bleibt, dann würde der Film auch perfekt in die aktuelle Welle von dystopischen Jugendbuchverfilmungen wie Die Bestimmung, Maze Runner und Die Tribute von Panem passen. Vielleicht ist der Erfolg jener Filme der Grund für Warners erneuertes Interesse. Mal schauen, ob Kinberg mehr Glück als seine Vorgänger haben wird, oder ob die Liste der Namen, die sich an dem Projekt erfolglos versuchten, noch weiter wachsen wird.