Quellen: Las Vegas Film Critics Society, Phoenix Film Critics Society, St. Louis Gateway Film Critics Association, Detroit Film Critics Society

Das Jahr geht so langsam zur Neige und die Weihnachtszeit bringt auch in die Oscar-Saison die Ruhe. Zwischen den Jahren werden keine nennenswerten Nominierungen bekanntgegeben oder Filmpreise verliehen. Erst im Januar geht es direkt mit voller Power los, wenn zwischen dem 2. und dem 13. Januar die Gewerkschaften der Produzenten (PGA), der Regisseure (DGA), der Drehbuchautoren (WGA), der Kameraleute (ASC) und der Cutter (ACE) sowie die BAFTA (britisches Pendant zu den Oscars) ihre Noms verkünden und natürlich am 15. Januar auch die Oscarnominierungen enthüllt werden.

Doch bevor wir Euch in die Ruhe vor dem erneuten Entfachen des Sturms entlassen, können wir Euch noch ein weiteres kleines Stück des diesjährigen Oscar-Rennens offenbaren. Vier weitere Filmkritikerverbände aus den USA haben ihre Favoriten von 2014 gewählt. Die großen Verbände (New York, Los Angeles, Chicago, Boston, San Francisco) sind natürlich schon durch, doch auch viele andere Städte haben eigene Filmkritikergruppen. Einen direkten Einfluss auf das Oscar-Rennen haben sie selbstverständlich nicht, ebenso wenig, wie auch alle andere Kritikergruppen, doch die Ergebnisse geben über die Menge hinweg einen guten Eindruck davon, woher der Wind weht. Diesmal sind es die Filmkritiker von Las Vegas, Phoenix, St. Louis und Detroit, die die besten Leistungen in Filmen von 2014 prämiert haben und Boyhood hat mal ausnahmsweise nicht alles durch die Bank gewonnen. Nicht falsch verstehen, zwei der vier Verbände benannten Boyhood immer noch als „Besten Film“, doch das Blatt wendete sich auch so langsam zugunsten von Birdman, der diesmal mit Boyhood locker mithalten konnte und ebenfalls zweimal als Film und zweimal für seinen Regisseur gewinnen konnte.

Die größte Siegerin dieser Kritikerpreise war aber Rosamund Pike, die für Gone Girl drei weitere Preise abgestaubt hat und mittlerweile als stärkste Konkurrentin von Julianne Moore gelten selten, die allerdings weiterhin Favoritin für ihre Performance in Still Alice bleibt, da sie noch nie zuvor gewonnen hat (trotz vier Nominierungen). Es freut mich aber, dass Pikes Performance auch breite Anerkennung bekommt. Auf ihrer Seite hat sie, im Gegensatz zu Moore, einen enorm populären und kommerziell erfolgreichen Film.

Gehen wir die einzelnen Listen durch. Zunächst haben wir die Las Vegas Film Critics Society (LVFCS). Letztes Jahr gewann 12 Years a Slave als „Bester Film“ in Las Vegas (und später auch bei den Oscars). Insgesamt liegt die LVFCS aber häufiger falsch als richtig, was die Vorhersage des Oscarsiegers angeht. In den vergangenen 17 Jahren haben nur achtmal die Gewinner des LVFCS-Preises für den „Besten Film“. diese Auszeichnung auch bei den Oscars bekommen. Dieses Jahr mochten die Kritiker von Las Vegas offensichtlich Birdman ganz besonders und prämierten den Film gleich sechsmal. Cool ist auch, dass Edge of Tomorrow hier den Preis für den „Besten Schnitt“ gewann, den er auch von den Filmkritikern in San Diego bekommen hat. Hat der Streifen vielleicht Außenseiter-Chancen auf eine Oscarnominierung in dieser Kategorie, nachdem der Film beim Rennen um den Effekte-Oscar bereits früh ausgeschieden ist?

Die komplette Liste der Sieger findet Ihr unten:

Bester Film

Birdman

Beste Regie

Alejandro González Iñárritu (Birdman)

Bester Hauptdarsteller

Michael Keaton (Birdman)

Beste Hauptdarstellerin

Reese Witherspoon (Wild – Der große Trip)

Bester Nebendarsteller

J.K. Simmons (Whiplash)

Beste Nebendarstellerin

Tilda Swinton (Snowpiercer)

Bestes Ensemble

Birdman

Bestes Drehbuch

Alejandro González Iñárritu, Nicolas Giacobone, Alexander Dinelaris und Armando Bo (Birdman)

Beste Kamera

Birdman

Bester Schnitt

Edge of Tomorrow

Beste Kostüme

Guardians of the Galaxy

Beste Ausstattung

Grand Budapest Hotel

Beste visuelle Effekte

Interstellar

Beste Filmmusik

Birdman

Bester Song

„I Love You All“ (Frank)

Bester Dokumentarfilm

CitizenFour

Bester Animationsfilm

The LEGO Movie

Bester ausländischer Film

Ida

Bester JungdarstellerIn

Jaeden Lieberher (St. Vincent)

Nachwuchsfilmemacher des Jahres

Damien Chazelle (Whiplash)

Bester Familienfilm des Jahres

The LEGO Movie

Bester Actionfilm des Jahres

Guardians of the Galaxy

Beste Komödie des Jahres

Top Five

Bester Horror-/Sci-Fi-Film

Der Babadook

Top 10 Filme von 2014

1. Birdman
2. Boyhood
3. Whiplash
4. Nightcrawler
5. Grand Budapest Hotel
6. Wild – Der große Trip
7. Selma
8. The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben
9. Snowpiercer
10. Under the Skin

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Auch die Phoenix Film Critics Society (PFCS), die letztes Jahr den „Bester Film“-Preis an 12 Years a Slave vergab, ging d’accord mit Las Vegas und prämierte Birdman. „Beste Regie“ ging allerdings an Linklater für Boyhood. Ansonsten ist es erfrischend zu sehen, dass Guardians of the Galaxy (meine aktuelle Nummer 1 des Jahres!) auch mehrere Nominierungen erhielt. Die ungewöhnlichste Siegerin ist aber vermutlich Keira Knightley als „Beste Nebendarstellerin“ für Imitation Game, die ihren ersten halbwegs nennenswerten Preis für diese Rolle damit hat.

Hier ist die komplette Liste der Nominierungen und der Sieger (in grün):

Bester Film

Birdman
Boyhood
Die Entdeckung der Unendlichkeit
Gone Girl
Grand Budapest Hotel
Guardians of the Galaxy
The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben
The LEGO Movie
A Most Violent Year
Whiplash

Beste Regie

Wes Anderson (Grand Budapest Hotel)
Damien Chazelle (Whiplash)
David Fincher (Gone Girl)
Alejandro González Iñárritu (Birdman)
Richard Linklater (Boyhood)

Bester Hauptdarsteller

Bradley Cooper (American Sniper)
Benedict Cumberbatch (The Imitation Game)
Brendon Gleeson (Am Sonntag bist du tot)
Tommy Lee Jones (The Homesman)
Michael Keaton (Birdman)
Eddie Redmayne (Die Entdeckung der Unendlichkeit)

Beste Hauptdarstellerin

Amy Adams (Big Eyes)
Felicity Jones (Die Entdeckung der Unendlichkeit)
Rosamund Pike (Gone Girl)
Hilary Swank (The Homesman)
Reese Witherspoon (Wild – Der große Trip)

Bester Nebendarsteller

Ethan Hawke (Boyhood)
Logan Lerman (Herz aus Stahl)
Edward Norton (Birdman)
Mark Ruffalo (Foxcatcher)
J.K. Simmons (Whiplash)

Beste Nebendarstellerin

Patricia Arquette (Boyhood)
Jessica Chastain (A Most Violent Year)
Carrie Coon (Gone Girl)
Keira Knightley (The Imitation Game)
Emma Stone (Birdman)

Bestes Ensemble

Birdman
Grand Budapest Hotel
Guardians of the Galaxy
Into the Woods

Durchbruch des Jahres vor der Kamera

Ellar Coltrane (Boyhood)
Rosamund Pike (Gone Girl)
Jenny Slate (Obvious Child)

Durchbruch des Jahres hinter der Kamera

Damien Chazelle (Whiplash)
Dan Gilroy (Nightcrawler)
Gillian Robespierre (Obvious Child)
Jon Stewart (Rosewater)

Beste jugendliche Darbietung – Männlich

Ellar Coltrane (Boyhood)
Daniel Huttlestone (Into the Woods)
Jaeden Lieberber (St. Vincent)
Ed Oxenbould (Die Coopers – Schlimmer geht immer)
Tony Revolori (Grand Budapest Hotel)

Beste jugendliche Darbietung – Weiblich

Lilla Crawford (Into the Woods)
Mackenzie Foy (Interstellar)
Sterling Jerins (Das grenzt an Liebe)

Bestes Originaldrehbuch

A Most Violent Year
Birdman
Boyhood
Grand Budapest Hotel
Whiplash

Bestes adaptiertes Drehbuch

American Sniper
Gone Girl
The Imitation Game
Die Entdeckung der Unendlichkeit
Wild – Der große Trip

Best Familien-Realfilm

Die Coopers – Schlimmer geht immer
Guardians of the Galaxy
Into the Woods
Maleficent
Muppets Most Wanted

Übersehene Filme von 2014

Am Sonntag bist du tot
Edge of Tomorrow
Obvious Child
The Skeleton Twins
Snowpiercer

Bester Animationsfilm

Baymax – Riesiges Robowabohu
Die Boxtrolls
The LEGO Movie
Drachenzähmen leicht gemacht 2

Bester fremdsprachiger Film

Höhere Gewalt
Ida
Der Schaum der Tage
The Raid 2

Bester Dokumentarfilm

CitizenFour
Glen Campbell: I’ll Be Me
Jodorowsky’s Dune
Life Itself
Supermensch: The Legend of Shep Gordon

Bester Song

„Everything is Awesome“ (The LEGO Movie)
„Immortals“ (Baymax – Riesiges Robowabohu)
„Lost Stars“ (Can a Song Save Your Life?)
„Miracles“ (Unbroken)

Beste Filmmusik

Birdman
Gone Girl
The Imitation Game
Interstellar
Die Entdeckung der Unendlichkeit

Beste Kamera

A Most Violent Year
Birdman
Interstellar
Into the Woods
Die Entdeckung der Unendlichkeit
Unbroken

Bester Schnitt

Birdman
Boyhood
Gone Girl
Interstellar
Into the Woods

Beste Ausstattung

Grand Budapest Hotel
The Imitation Game
Interstellar
Snowpiercer

Beste Kostüme

Grand Budapest Hotel
Inherent Vice – Natürliche Mängel
Into the Woods
Maleficent
Die Entdeckung der Unendlichkeit

Beste visuelle Effekte

Planet der Affen – Revolution
Edge of Tomorrow
Guardians of the Galaxy
Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere
Interstellar

Beste Stunts

Planet der Affen – Revolution
Edge of Tomorrow
John Wick
Need for Speed
The Raid 2

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Die St. Louis Gateway Film Critics Association (SLFCA) vergibt ihre Preise erst seit 2004, hat aber eine überraschend gute Übereinstimmungsquote mit den Oscars erreicht. In den zehn Jahren, in denen dieser Verband seine Auszeichnungen vergibt, lag er fünfmal in der Kategorie „Bester Film“ richtig, jeweils sechsmal bei „Beste Regie“, „Bester Hauptdarsteller“, „Bester Nebendarsteller“ und „Beste Nebendarstellerin“ und viermal bei „Beste Hauptdarstellerin“. Das ist eine bessere Quote, als viele Filmkritikerverbände vorweisen können. Letztes Jahr zeichnete der Verband 12 Years a Slave aus. Auch dieses Jahr könnte es zu vielen Übereinstimmungen kommen. Lediglich die Auszeichnung von Jake Gyllenhaal für Nightcrawler fällt etwas „aus dem Rahmen“, da er bei den Oscars leider geringe Chancen haben dürfte.

Die Auflistung der Nominierungen und der Gewinner (in grün) gibt es unten:

Bester Film

Birdman
Boyhood
Gone Girl
Grand Budapest Hotel
The Imitation Game

Beste Regie

Alejandro González Iñárritu (Birdman)
Richard Linklater (Boyhood)
Wes Anderson (Grand Budapest Hotel)
David Fincher (Gone Girl)
Morten Tyldum (The Imitation Game)

Bester Hauptdarsteller

Benedict Cumberbatch (The Imitation Game)
Jake Gyllenhaal (Nightcrawler)
Tom Hardy (No Turning Back)
Michael Keaton (Birdman)
Eddie Redmayne (Die Entdeckung der Unendlichkeit)

Beste Hauptdarstellerin

Marion Cotillard (Zwei Tage, eine Nacht)
Felicity Jones (Die Entdeckung der Unendlichkeit)
Julianne Moore (Still Alice)
Rosamund Pike (Gone Girl)
Reese Witherspoon (Wild – Der große Trip)

Bester Nebendarsteller

Josh Brolin (Inherent Vice – Natürliche Mängel)
Ethan Hawke (Boyhood)
Edward Norton (Birdman)
Tony Revolori (Grand Budapest Hotel)
Mark Ruffalo (Foxcatcher)
J.K. Simmons (Whiplash)

Beste Nebendarstellerin

Patricia Arquette (Boyhood)
Jessica Chastain (A Most Violent Year)
Carrie Coon (Gone Girl)
Mackenzie Foy (Interstellar)
Keira Knightley (The Imitation Game)
Emma Stone (Birdman)

Bestes Originaldrehbuch

Birdman
Boyhood
No Turning Back
Grand Budapest Hotel
Nightcrawler
Whiplash

Bestes adaptiertes Drehbuch

Gone Girl
Guardians of the Galaxy
The Imitation Game
Die Entdeckung der Unendlichkeit
Unbroken

Beste Kamera

Birdman
Gone Girl
Grand Budapest Hotel
Interstellar
Nightcrawler
Unbroken

Beste visuelle Effekte

Birdman
Planet der Affen – Revolution
Grand Budapest Hotel
Guardians of the Galaxy
Interstellar
Noah

Beste Ausstattung

Gone Girl
Grand Budapest Hotel
Mr. Turner – Meister des Lichts
Nightcrawler
Snowpiercer
Under the Skin

Beste Filmmusik

Birdman
Gone Girl
Grand Budapest Hotel
Inherent Vice – Natürliche Mängel
Interstellar
Under the Skin

Bester Soundtrack

Can a Song Save Your Life?
Boyhood
Get on Up
Guardians of the Galaxy
Into the Woods
Whiplash

Bester fremdsprachiger Film

Höhere Gewalt
Gloria
Die süße Gier
Ida
Zwei Tage, eine Nacht

Bester Dokumentarfilm

CitizenFour
Finding Vivian Maier
Jodorowsky’s Dune
Life Itself
Red Army
Rich Hill

Bester Animationsfilm

Baymax – Riesiges Robowabohu
Manolo und das Buch des Lebens
Die Boxtrolls
Drachenzähmen leicht gemacht 2
The LEGO Movie
Die Pinguine aus Madagascar

Beste Komödie

Grand Budapest Hotel
Guardians of the Galaxy
Obvious Child
St. Vincent
22 Jump Street

Bester Arthouse- oder Festivalfilm

Boyhood
Am Sonntag bist du tot
Frank
Grand Budapest Hotel
No Turning Back
Whiplash

Beste Filmszene

Birdman (Times Square)
Guardians of the Galaxy (Gefängnisausbruch)
Selma (Bombenanschlag)
Whiplash (finales Drum-Solo)
22 Jump Street (Abspann)
X-Men – Zukunft ist Vergangenheit (Quicksilvers Flucht aus dem Pentagon)

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Zum Abschluss gibt es dann noch die Detroit Film Critics Society (DFCS), den jüngsten der vier Verbände, der erst 2007 gegründet wurde und seitdem dreimal den „Besten Film“ in Bezug auf die Oscars „richtig“ gewählt hat. Hier triumphierte dieses Jahr Boyhood. Bemerkenswert ist aber, dass Guardians of the Galaxy (gemeinsam mit Birdman und Grand Budapest Hotel) den Preis für das „Beste Ensemble“ bekommen hat. Hochverdient!

Hier ist die komplette Liste der Nominierungen (samt Gewinner in grün):

Bester Film

Boyhood
Birdman
Grand Budapest Hotel
Under the Skin
Whiplash

Beste Regie

Wes Anderson, (Grand Budapest Hotel)
Damien Chazelle (Whiplash)
Jonathan Glazer (Under the Skin)
Ajejandro González Iñárritu (Birdman)
Richard Linklater (Boyhood)

Bester Hauptdarsteller

Benedict Cumberbatch (The Imitation Game)
Brendan Gleeson (Am Sonntag bist du tot)
Jake Gyllenhaal (Nightcrawler)
Michael Keaton (Birdman)
Tom Hardy (No Turning Back)
Eddie Redmayne (Die Entdeckung der Unendlichkeit)

Beste Hauptdarstellerin

Essie Davis (The Babadook)
Scarlett Johansson (Under the Skin)
Julianne Moore (Still Alice)
Rosamund Pike (Gone Girl)
Reese Witherspoon (Wild – Der große Trip

Bester Nebendarsteller

Josh Brolin (Inherent Vice – Natürliche Mängel)
Ethan Hawke (Boyhood)
Edward Norton (Birdman)
Mark Ruffalo (Foxcatcher)
J.K. Simmons (Whiplash)

Beste Nebendarstellerin

Patricia Arquette (Boyhood)
Laura Dern (Wild – Der große Trip)
Rene Russo (Nightcrawler)
Emma Stone (Birdman)
Tilda Swinton (Snowpiercer)

Bestes Ensemble

Birdman
Guardians of the Galaxy
Grand Budapest Hotel
Boyhood
Into the Woods

Bestes Drehbuch

Wes Anderson (Grand Budapest Hotel)
Damien Chazelle (Whiplash)
Alejandro González Iñárritu, Nicolas Giacobone, Alexander Dinelaris und Armando Bo (Birdman)
Richard Linklater (Boyhood)
John Michael McDonagh (Am Sonntag bist du tot)

Bester Dokumentarfilm

CitizenFour
Finding Vivian Maier
Jodorowsky’s Dune
Keep On Keepin’ On
Life Itself

Größter Durchbruch

Damien Chazelle (Whiplash)
Jennifer Kent (The Babadook)
Gugu Mbatha-Raw (Dido Elizabeth Belle, Beyond the Lights)
Chris Pratt (Guardians of the Galaxy)
Dan Stevens (The Guest)

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Insgesamt lässt sich sagen, dass Selma weiterhin überraschend wenig Präsenz bei den Kritikerpreisen zeigt, was mich dazu veranlasst mich zu fragen, ob denn viele Kritiker den Film überhaupt rechtzeitig gesehen haben. Ebenfalls selten zu sehen: Tim Burtons Big Eyes, Angelina Jolies Unbroken und Clint Eastwoods Der Scharfschütze (OT: American Sniper). Boyhood, Birdman und Grand Budapest Hotel haben sich längst als große Oscaranwärter etabliert und auch die Chancen von Whiplash sehen immer besser aus. Einer der größten Gewinner all dieser Auszeichnungen dürfte aber Dan Gilroys Nightcrawler sein, der trotz seiner bitterbösen Thematik immer mehr an Fahrt gewinnt und vielleicht sogar mehrere wichtige Oscarnominierungen ergattern wird.