Quelle: Academy of Television Arts & Sciences

Soeben endete in Los Angeles die 68. Verleihung der Emmy Awards, des TV-Äquivalents zu den Oscars, und „Game of Thrones“ bleibt weiterhin unangefochten die am meisten gefeierte Serie der Welt. Nachdem die Fantasyserie letztes Jahr zunächst den Rekord für die meisten Nominierungen und später auch für die meisten Siege in der Emmy-Geschichte aufstellte sowie erstmals von den Emmys als „Beste Dramaserie“ prämiert wurde, konnte sie den Erfolg dieses Jahr wiederholen. Mit 12 weiteren Auszeichnungen stellte die HBO-Serie den eigenen Rekord ein und gewann abermals in der Königsklasse, auch wenn die Serie diesmal überraschenderweise keine Preise für ihre Darsteller ergattern konnte, obwohl dieses Jahr mehr Schauspieler denn je zuvor aus dem Cast nominiert waren. Als „Beste Dramaserie“ setzte sich „Game of Thrones“ gegen harte Konkurrenz aus „Mr. Robot“, „House of Cards“ und der finalen Staffel von „Downton Abbey“ durch.

Doch es gab eine zweite Serie, die den Abend dominierte: Ryan Murphys neue Anthologieserie „American Crime Story“ gewann mit ihrer ersten Staffel „The People v. O.J. Simpson“ insgesamt neun Emmys, darunter drei für ihre Darsteller. Unter Comedyserien wiederholten sich viele Sieger aus dem Vorjahr.

Unten findet Ihr die Gewinner (in grün) in den wichtigsten Kategorien. Eine ausführliche Liste der Sieger in den technischen Kategorien gibt es hier.

Dramaserien

Beste Dramaserie
„The Americans“
„Better Call Saul“
„Downton Abbey“
„Game of Thrones“
„Homeland“
„House of Cards“
„Mr. Robot“
Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie
Bob Odenkirk („Better Call Saul“)
Matthew Rhys („The Americans“)
Kevin Spacey („House of Cards“)
Rami Malek („Mr. Robot“)
Liev Schreiber („Ray Donovan“)
Kyle Chandler („Bloodline“)
Beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie
Taraji P. Henson („Empire“)
Claire Danes („Homeland“)
Robin Wright („House of Cards“)
Viola Davis („How to Get Away with Murder“)
Keri Russell („The Americans“)
Tatiana Maslany („Orphan Black“)
Bester Nebendarsteller in einer Dramaserie
Jonathan Banks („Better Call Saul“)
Ben Mendelsohn („Bloodline“)
Kit Harington („Game of Thrones“)
Peter Dinklage („Game of Thrones“)
Jon Voight („Ray Donovan“)
Michael Kelly („House of Cards“)
Beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie
Maggie Smith („Downton Abbey“)
Emilia Clarke („Game of Thrones“)
Lena Headey („Game of Thrones“)
Maisie Williams („Game of Thrones“)
Maura Tierney („The Affair“)
Constance Zimmer („UnREAL“)
Bester Gastdarsteller in einer Dramaserie
Max von Sydow („Game of Thrones“)
Michael J. Fox („The Good Wife“)
Reg E. Cathey („House of Cards“)
Mahershala Ali („House of Cards“)
Paul Sparks („House of Cards“)
Hank Azaria („Ray Donovan“)
Beste Gastdarstellerin in einer Dramaserie
Margo Martindale („The Americans“)
Laurie Metcalf  („Horace and Pete“)
Ellen Burstyn („House of Cards“)
Molly Parker („House of Cards“)
Allison Janney („Masters of Sex“)
Carrie Preston („The Good Wife“)
Beste Regie in einer Dramaserie
Michael Engler („Downton Abbey“ — „Episode 9“ )
Miguel Sapochnik („Game of Thrones“ — „Die Schlacht der Bastarde“)
Jeremy Podeswa („Game of Thrones“ — „Das Tor“)
Lesli Linka Glatter („Homeland“ — „Drecksarbeit“)
David Hollander („Ray Donovan“ — „Exsuscito „)
Steven Soderbergh („The Knick“ – „Alles, was wir sind“)
Bestes Drehbuch in einer Dramaserie
Joel Fields und Joe Weisberg („The Americans“ — „Persona Non Grata“)
Sarah Gertrude Shapiro und Marti Noxon („UnREAL“ — „Return“)
David Benioff und D.B. Weiss („Game of Thrones“ — „Die Schlacht der Bastarde“ )
Julian Fellowes („Downton Abbey“ – „Episode 8“)
Sam Esmail („Mr. Robot“ — „eps1.0_hellofriend.mov“)
Robert King und Michelle King („The Good Wife“ — „End“)

Comedyserien

Beste Comedyserie
„Unbreakable Kimmy Schmidt“
„black-ish“
„Modern Family“
„Master of None“
„Transparent“
„Silicon Valley“
„Veep – Die Vizepräsidentin“
Bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie
Anthony Anderson („black-ish“)
Thomas Middleditch („Silicon Valley“)
Will Forte („The Last Man on Earth“)
Aziz Ansari („Master of None“)
William H. Macy („Shameless“)
Jeffrey Tambor („Transparent“)
Beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie
Laurie Metcalf  („Getting On“)
Lily Tomlin („Grace and Frankie“)
Amy Schumer („Inside Amy Schumer“)
Tracee Ellis Ross („black-ish“)
Ellie Kemper („Unbreakable Kimmy Schmidt“)
Julia Louis-Dreyfus („Veep“)
Bester Nebendarsteller in einer Comedyserie
Andre Braugher („Brooklyn Nine-Nine“)
Louie Anderson („Baskets“)
Keegan-Michael Key („Key & Peele“)
Ty Burrell („Modern Family“)
Tituss Burgess („Unreabkable Kimmy Schmidt“)
Tony Hale („Veep“)
Matt Walsh („Veep“)
Beste Nebendarstellerin in einer Comedyserie
Niecy Nash („Getting On“)
Allison Janney („Mom“)
Kate McKinnon („Saturday Night Live“)
Gaby Hoffmann („Transparent“)
Judith Light („Transparent“)
Anna Chlumsky („Veep“)
Bester Gastdarsteller in einer Comedyserie
Bob Newhart („The Big Bang Theory“)
Bradley Whitford („Transparent“)
Larry David („Saturday Night Live“)
Tracy Morgan („Saturday Night Live“)
Peter Scolari („Girls“)
Martin Mull („Veep“)
Beste Gastdarstellerin in einer Comedyserie
Christine Baranski („The Big Bang Theory“)
Laurie Metcalf  („The Big Bang Theory“)
Tina Fey & Amy Poehler („Saturday Night Live“)
Amy Schumer („Saturday Night Live“)
Melissa McCarthy („Saturday Night Live“)
Melora Hardin („Transparent“)
Beste Regie in einer Comedyserie
Aziz Ansari („Master of None“ — „Eltern“)
Jill Soloway („Transparent“ — „Mann im Revier“)
Chris Addison ( „Veep“ — „Katerstimmung“)
Dave Mandel („Veep“ — „Küss deine Schwester“)
Dale Stern („Veep“ – „Mutter“)
Alec Berg („Silicon Valley“ – „Daily Active Users „)
Mike Judge („Silicon Valley“ — „Founder Friendly „)
Bestes Drehbuch in einer Comedyserie
Rob Delaney und Sharon Hogan („Catastrophe“ — „Episode 1“)
Aziz Ansari und Alan Yang („Master of None“ — „Eltern“)
Alec Berg („Silicon Valley“ — „The Uptick „)
Dan O’Keefe („Silicon Valley“ — „Founder Friendly „)
David Mandel („Veep“ — „Katerstimmung“)
Alex Gregory und Peter Huyck („Veep“ — „Mutter“)

Miniserien und TV-Filme

Beste Miniserie
„American Crime“
„American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“
„Fargo“
„The Night Manager“
„Roots“
Bester TV-Film
„All the Way“
„Luther“
„Sherlock – Die Braut des Grauens“
„Confirmation“
„A Very Murray Christmas „
Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder in einem TV-Film
Benedict Cumberbatch („Sherlock – Die Braut des Grauens“)
Bryan Cranston („All the Way“)
Idris Elba („Luther“)
Tom Hiddleston („The Night Manager“)
Courtney B. Vance („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“)
Cuba Gooding Jr. („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“)
Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder in einem TV-Film
Felicity Huffman („American Crime“)
Lily Taylor („American Crime“)
Audra McDonald („Lady Day at Emerson’s Bar & Grill „)
Kerry Washington („Confirmation“)
Kirsten Dunst („Fargo“)
Sarah Paulson („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“)
Bester Nebendarsteller in einer Miniserie oder in einem TV-Film
Jesse Plemons („Fargo“)
Bokeem Woodbine („Fargo“)
Sterling K. Brown („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“)
David Schwimmer („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“)
John Travolta („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“)
Hugh Laurie („The Night Manager“)
Beste Nebendarstellerin in einer Miniserie oder in einem TV-Film
Regina King („American Crime“)
Kathy Bates („American Horror Story: Hotel“)
Sarah Paulson („American Horror Story: Hotel“)
Melissa Leo („All the Way“)
Jean Smart („Fargo“)
Olivia Colman („The Night Manager“)
Beste Regie in einer Miniserie oder in einem TV-Film
Noah Hawley („Fargo“ — „Vor dem Gesetz“)
Jay Roach („All the Way“)
Ryan Murphy („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“ – „From The Ashes Of Tragedy“)
Anthony Hemingway („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“ – „Manna From Heaven“)
John Singleton („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“ – „The Race Card“)
Susanne Bier („The Night Manager“)
Bestes Drehbuch in einer Miniserie oder in einem TV-Film
Bob DeLaurentis („Fargo“ — „Loplop“)
Noah Hawley („Fargo“ – „Palindrom“)
David Farr („The Night Manager“)
Scott Alexander und Larry Karaszewski(„American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“ – „From The Ashes Of Tragedy“)
D.V. DeVincentis („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“ – „Marcia, Marcia, Marcia „)
Joe Robert Cole („American Crime Story: The People v. O.J. Simpson“ – „The Race Card“)
Beste Animationsserie
„Archer“
„Bob’s Burgers“
„Die Simpsons“
„South Park“
„Phineas und Ferb“
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Schauen wir uns die Gewinner doch einmal genauer an. Ich bin mit den Preisträgern dieses Jahr weitgehend zufrieden. Es gab einige große Überraschungen, doch in den Hauptkategorien „Beste Dramaserie“ und „Beste Comedyserie“ wiederholten sich einfach die beiden Sieger vom Vorjahr. Unter den Comedyserien gingen auch bei den Hauptdarstellern die Emmys wieder an die letzten beiden Gewinner. Ich bin gespannt, wann Julia Louis-Dreyfus‘ Siegessträhne für „Veep“ unterbrochen werden wird. Sie gewann dieses Jahr ihren fünften Emmy in Folge für die HBO-Serie und ihren siebten Emmy insgesamt als Darstellerin (zusätzlich gewann sie zwei Emmys als Produzentin von „Veep“). Weitere „Wiederholungstäter“ aus dem letzten Jahr waren Regina King („American Crime“) und Margo Martindale („The Americans“). Die Spionageserie wurde dieses Jahr erstmals in den großen Kategorien (Serie/Hauptdarsteller/Hauptdarstellerin) nominiert, ging in diesen aber leider leer aus.

Eine der schönsten Überraschungen war für mich die lange, lange überfällige Auszeichnung von „Archer“ als „Beste Animationsserie“. Diesen Preis hätte sie schon vor langer Zeit bekommen sollen. „Orphan Black“-Fans dürfen sich über den ersten Emmy für Hauptdarstellerin Tatiana Maslany freuen. Nachdem die Emmys Maslany für die ersten beiden Staffeln nicht einmal nominiert haben, stand sie letztes Jahr erstmals auf der Liste der Nominees und jetzt auch auf der der Sieger. Ist diese Entwicklung der Anerkennung vielleicht auch ein positives Zeichen für die Zukunft von „The Americans“ bei den Emmys? Man kann es nur hoffen. Eine weitere Überraschung, die mir allerdings nicht ganz in den Kopf will, ist die Auszeichnung von Ben Mendelsohn als „Bester Nebendarsteller“ für „Bloodline“. Wenn es zumindest für die erste Season gewesen wäre, hätte ich das vielleicht noch verstanden, aber dass er sich für die zweite Staffel, die er gänzlich in Flashbacks verbrachte, gegen Peter Dinklage, Jonathan Banks und Jon Voight durchsetzte hat, ist einfach lächerlich. Wie viele Schauspieler haben schon einen Emmy gewonnen, deren Charaktere die gesamte Season über tot waren?

Auf Seite 2 gehe ich noch etwas detailliert auf die diesjährigen Gewinner und Verlierer der Emmy-Verleihung ein.

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