Ellen Page Lioness

Ellen Page in The East (2013) © Fox Searchlight Pictures

Quelle: The Hollywood Reporter

In der Zeit um 2006/2007 war die junge Kanadierin Ellen Page eine der größten Hollywood-Entedeckungen, der prompt ein kometenhafter Aufstieg in Hollywood gelang. Im Indie-Thriller Hard Candy hinterließ sie erstmals einen sehr bleibenden Eindruck und ein Jahr später wurde sie für ihre erfrischende Performance als die Titelheldin von Jason Reitmans Juno für einen Oscar nominiert. Daraufhin sollte doch eine ganz große Hollywood Karriere à la Jennifer Lawrence folgen, oder? Falsch gedacht, denn mit der Ausnahme von Inception und eines relativ kurzen Auftritts in X-Men – Zukunft ist Vergangenheit blieb Page großen Mainstream-Filmen in den darauffolgenden Jahren fern, was mehr nach einer bewussten Karriere-Entscheidung aussieht, denn an mangelnden Angeboten aus der Traumfabrik – so hoffe ich jedenfalls. Unter ihren kleineren Filmen fanden sich auch einige Perlen wie die krasse Superhelden-Demontage Super, in der sie eine ihrer spaßigsten und verrücktesten Darbietungen als labile Möchtegern-Superheldin ablieferte sowie der Indie-Öko-Terroristenthriller The East. Insgesamt ist es aber so, dass wenn man Ellen Page in einer neueren Rolle sehen möchte, man schon bewusst danach suchen muss und das meist nicht im nächstgelegenen Multiplex.

Auch ihre neuste Rolle wird wohl keine Kassenrekorde brechen, könnte ihr aber wieder mehr Kritikerlob und vielleicht sogar eine weitere Oscarnominierung einbringen. Die Geschichte eignet sich dazu jedenfalls gut und dürfte Page persönlich sehr am Herzen liegen. Im Film Lioness, der auf einer wahren Geschichte beruht, spielt sie die US-Soldatin Leslie Martz, die in Haditha, Irak stationiert war. Martz wurde nach Afghanistan als Anführerin des Female Engagement Teams gesandt und damit beauftragt, einerseits das Vertrauen afghanischer Frauen zu gewinnen, indem sie mit notwendigen Fähigkeiten für die Unabhängigkeit von den Männern ausgestattet wurden, andererseits aber auch damit, an Informationen über die Taliban-Ehemänner dieser Frauen zu gelangen. Dieser Auftrag brachte Martz in einen persönlichen Konflikt. Selbst homosexuell, musste sie diese Tatsache vor ihren Armee-Kameraden verbergen. Zugleich war sie hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, sich ihren Vorgesetzten gegenüber zu beweisen und der Loyalität, die sie gegenüber den afghanischen Frauen und Kindern entwickelt hat und deren Stärke und Mut sie bewunderte. Für Page, die sich vergangenes Jahr selbst mit einer rührenden Rede als lesbisch geoutet hat, ist es auf jeden Fall eine tolle Gelegenheit, wieder die zahlreichen Facetten ihres Könnens auszuspielen.

Das Drehbuch zu Lioness stammt aus der Feder von Rosalind Ross, die auch für die abgesetzte TV-Serie "Matador" geschrieben hat. James Dahl produziert den Film, der noch keinen Regisseur hat. Über weitere Entwicklungen halten wir Euch auf dem Laufenden.