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Quellen: Collider, IGN

Am 10. November kommt mit Jack Reacher: Kein Weg zurück das allererste Sequel mit Tom Cruise zu einem seiner eigenen Filme außerhalb der Mission: Impossible-Reihe in unsere Kinos. Wenn man bedenkt, auf was für eine lange und erfolgreichste Filmografie der einst größte und bestbezahlte Filmstar der Welt zurückblicken kann, ist es schon bemerkenswert, wie selten er in Fortsetzungen mitgespielt hat. Umso bedauerlicher ist es, dass der Film nur ein blasser Schatten seines sehr handwerklich sehr soliden, spannenden Vorgängers ist.

Da erhoffe ich mir für das nächste Cruise-Sequel (nach Mission: Impossible 6) schon mehr, insbesondere da der Originalfilm die Messlatte noch deutlich höher gelegt hat als Jack Reacher. Die Rede ist hier vom großartigen Zeitschleifen-Sci-Fi-Actionfilm Edge of Tomorrow, der vor zwei Jahren die Kinogänger ins Staunen versetzte und sehr eindrucksvoll an die Star-Qualitäten von Tom Cruise erinnerte. Man mag von seinem Privatleben halten, was man will, doch als Schauspieler zeugt er meist von einem sehr treffsicheren Geschmack bei der Projektwahl und hat eine Ausstrahlung auf der Leinwand, der man sich nur schwer entziehen kann. Selten waren diese beiden Qualitäten bei Tom Cruise in den letzten Jahren so deutlich zu spüren wie bei Edge of Tomorrow, doch es war nicht nur ihm zu verdanken, dass der Film zu den besten Genrevertretern der letzten Jahre gehörte. Als knallharte Soldatin Rita Vrataski alias „Full Metal Bitch“ stahl Emily Blunt Cruise beinahe die Show, Christopher McQuarries Drehbuch überzeugte mit Humor und Intelligenz und Doug Liman inszenierte die Actionszenen mit großer Virtuosität, Rasanz und Verspieltheit. Es war ein rundherum großartiger Film und obwohl er angesichts seines Riesenbudgets von $195 Mio an den Kinokassen mit knapp $370 Mio nur mittelprächtig abgeschnitten hat, sah Warner Bros. größeres Potenzial in einem Sequel und begann im April offiziell mit dessen Entwicklung.

Leider wird McQuarrie, die Konstante bei der letzten drei Cruise-Knallern (Jack Reacher, Edge of Tomorrow, Mission: Impossible – Rogue Nation) nicht länger beteiligt sein. An seiner Stelle werden Joe Shrapnel und Anna Waterhouse (Zeit für Legenden) die Fortsetzung schreiben, deren Grundidee auf Cruise selbst zurückgeht. Sehr erfreulich ist aber, dass Doug Liman Edge of Tomorrow 2 inszenieren wird. Nachdem er schon das Bourne-Franchise nach einem Film an Paul Greengrass übergeben hat, wird Edge of Tomorrow 2 sein allererstes Sequel werden und in einem neuen Interview erklärte er, weshalb er so daran interessiert ist, den Film zu machen:

Das ist das einzige Sequel, bei dem ich es in Erwägung ziehe, es zu machen. Das liegt erstens daran, dass die Geschichte so großartig ist und viel besser als im Originalfilm – und ich liebte den Originalfilm! Und zweitens ist es ein Sequel, das ein Prequel ist.

In einem anderen Interview ging Liman sogar so weit, zu behaupten, dass Edge of Tomorrow 2 die Herangehensweise der Filmemacher an Sequels grundlegend revolutionieren wird“.

Das ist natürlich eine sehr gewagte Aussage, denn schließlich gibt es kaum Versionen von Prequels, Sequels, Interquels etc., die noch nicht ausprobiert wurden. Eine Mischung aus Sequel und Prequel gab es beispielsweise schon bei Francis Ford Coppolas Der Pate II. Ich vermute, dass die neuen Spielereien mit Zeitreisen und Zeitschleifen für das Sequel/Prequel-Konzept des Films verantwortlich sein werden und ich bin auf jeden Fall sehr neugierig zu sehen, wie es umgesetzt werden wird. Der erste Film ist eigentlich sehr gut in sich abgeschlossen und bietet sich nicht offensichtlich für eine Fortsetzung an, doch das tat der erste Terminator-Film auch nicht und dennoch sind wir heutzutage alle dafür dankbar, dass James Cameron Terminator 2 – Tag der Abrechnung drehte, bis heute eins der besten Beispiele, wie man ein Franchise konsequent ausweitet und sich nicht wiederholt. Wollen wir hoffen, dass Edge of Tomorrow 2 in diese großen Fußstapfen treten kann.