© Lionsgate

Quelle: ScreenGeek

Vor Sequels kann man sich heutzutage eigentlich kaum retten. Ist ein Film halbwegs erfolgreich, wird gleich eine Fortsetzung in Auftrag gegeben, egal wie viel Sinn sie ergibt oder wie abgeschlossen der erste Teil war. Und das ist noch die Minimalvariante, denn wittert ein Studio lange anhaltenden Erfolg, wird gleich ein medienübergreifendes Universum mit Sequels, Spin-Offs und TV-Serien gesponnen. Umso ärgerlicher ist es natürlich für die Fans bestimmter weniger erfolgreichen Filme, diesem wilden Sequel-Treiben zuzusehen, das uns vermutlich auch den 20. Transformers-Teil bescheren wird, während ihre eigenen Favoriten keine Fortsetzung bekommen.

Das klassische Beispiel eines solchen Sequels, das die Fans und manche der Beteiligten scheinbar per Wunschdenken in die Existenz befördern wollen, ist natürlich Hellboy 3, der lange erhoffte Abschluss der Comicfilm-Reihe von Guillermo del Toro, dessen Entstehung mit jedem Jahr immer unwahrscheinlicher wird, auch wenn Hauptdarsteller Ron Perlman immer wieder einen Funken Hoffnung weckt. Fakt bleibt aber, dass niemand willens ist, del Toro das Budget für Hellboy 3 zur Verfügung zu stellen, das er für diesen Film benötigt, und das obwohl der zweite Teil eigentlich ein passabler kommerzieller Erfolg war.

Nicht einmal das kann man von der brutalen Comicadaption Dredd behaupten, die 2012 an den Kinokassen böse floppte, jedoch im Heimkino von vielen Zuschauern entdeckt und gefeiert wurde. Mit vielen Geschichten, die es aus dem „2000 AD“-Universum zu erzählen gibt, wäre Dredd ebenfalls ein klarer Sequel-Kandidat, doch wer investiert schon Geld in das Sequel zu einem Misserfolg?

Nichtsdestotrotz hinderte das den ausführenden Produzenten Adi Shankar und Hauptdarsteller Karl Urban in den letzten Jahren nicht daran, regelmäßig die Trommel für Dredd 2 zu rühren und das Sequel (etwas vage) in Aussicht zu stellen. Shankar ist von dieser Comicwelt sogar so begeistert, dass er ein inoffizielles animiertes Spin-Off „Judge Dredd: Superfiend“ (YouTube) produzierte und den Fans versprach, sich persönlich dafür einzusetzen, dass Dredd im Kino oder auch als Serie fortgesetzt werden wird. Die Hoffnungen der Fans wurden immer wieder geschürt, auch wenn es bei realistischer Betrachtung wirklich keinen Grund dazu gab.

Um dies noch einmal klarzustellen, meldete sich nun Jason Kingsley, einer der Produzenten des ersten Films sowie der Rechte-Co-Inhaber von „Judge Dredd“ zu Wort. Laut seiner Aussage sei Adi Shankar trotz seines großen Enthusiasmus für Dredd 2 überhaupt nicht in die Zukunft des Charakters involviert und könne deshalb auch keine Versprechen machen: (aus dem Englischen)

Wir schätzen Adis Enthusiasmus für Judge Dredd, doch er ist in keiner Weise an dem Franchise oder dessen künftigen Einträgen im Kino oder Fernsehen beteiligt. Die Behauptungen, er würde ein Sequel zu Dredd vorantreiben, sind unwahr, und wir wollen nicht, dass Fans sich zu früh freuen und ihre Hoffnungen am Ende zerstört werden. 2000AD und Rebellion arbeiten weiterhin hart daran, um den größten Gesetzeshüter der Zukunft zurückzubringen.

Da haben wir es, schwarz auf weiß. Es ist denkbar, dass Judge Dredd irgendwann in Film- oder Serieform zurückkehren wird, doch es wird aller Wahrscheinlichkeit nach weder Dredd 2 sein noch irgendeine andere Fortführung des Films mit Karl Urban. Und das ist wirklich schade.