Quelle: Bloody Disgusting

Warnung: enthält Spoiler zum Filmende!

Es ist mittlerweile schon ein ungeschriebenes Gesetz von modernen Horrorfilmen, dass es zum Schluss, wenn sich die (noch lebenden) Protagonisten in Sicherheit wiegen, ein allerletzter Schreckensmoment kommt, der nahelegt, dass der Horror noch nicht vorüber ist. Ein solcher Schluss bereitet häufig den Weg für eine mögliche Fortsetzung, unabhängig davon, ob diese dann auch tatsächlich irgendwann kommt.

Dont Breathe Ende ScreenshotDeshalb ist es eigentlich erfrischend, dass der Horrorthiller Don’t Breathe, der seit Donnerstag auch in den deutschen Kinos die Zuschauer vor unerträglicher Spannung an den Rand ihrer Kinosessel treibt, auf ein solches Ende verzichtet hat und Jane Levys Protagonistin Rocky nach ihren höllischen Erlebnissen mit ihrer kleinen Schwester in ein besseres Leben entkommen darf, ohne dass Stephen Langs blinder Armeeveteran ihr in letzter Szene die Hand auf die Schulter legt oder Ähnliches. Bereits beim etwas zu langgezogenen Finale hat der Film seine Glaubwürdigkeit ein wenig überstrapaziert und danach noch einen draufzusetzen, wäre zu viel des Guten gewesen. Doch das war offenbar nicht immer so. Ursprünglich hatte der Film ein weniger optimistisches und abgeschlossenes Finale. Wie das Online-Portal Bloody Disgusting herausgefunden hat, hatte Don’t Breathe einst ein alternatives Ende. Der Film endete ursprünglich am Busbahnhof, an dem Rocky und ihre Schwester in der Menschenmenge verschwinden. Doch sobald sie aus dem Blickfeld weg sind, schwenkt die Kamera nach unten und wir sehen einen Blindenstock, der sorgfältig jeden Zentimeter des Bodens abtastet. Der blinde Mann ist den beiden auf den Fersen! Dass diese Szene tatsächlich gedreht wurde, kann man auch in einer ganz kurzen Einstellung in einem der Filmtrailer sehen, die Langs Bösewicht samt Blindenstock am besagten Busbahnhof zeigt (Bild rechts).

Letztlich bin ich froh, dass die Macher sich gegen dieses Ende entschieden haben. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Sequel ausgeschlossen ist, denn auch in der finalen Filmfassung erfahren wir, dass Langs Charakter den Sturz in den Keller überlebt hat und von den Medien sogar als Held gefeiert wird. Mit einem US-Einspiel von fast $60 Mio in nur zwei Wochen gehört Don’t Breathe jetzt schon zu den erfolgreichsten Original-Horrorfilmen der letzten Jahren und die Versuchung wird groß sein, einen zweiten Teil nachzureichen. Obwohl mir der Film, mit wenigen Abstrichen, wirklich gut gefallen hat, hoffe ich dennoch, dass auf einen zweiten Teil verzichtet wird, denn ich kann mir kein Szenario vorstellen, das die Geschichte auf eine interessante oder glaubwürdige Weise fortsetzen würde.

Wäre Euch das alternative Ende lieber gewesen und würdet Ihr gerne Don’t Breathe 2 sehen?