Divergent Ascendant Shailene Woodley

Shailene Woodley in Die Bestimmung – Allegiant (2016) © Lionsgate

Quelle: Vanity Fair

Es hätte das neue Die Tribute von Panem-mäßige Franchise werden sollen. Als Die Bestimmung – Divergent in die Kinos kam, waren die Aussichten für die Adaption der Young-Adult-Romanreihe von Veronica Roth glänzend. Das verantwortliche Studio Lionsgate landete erst zwei Jahre zuvor mit Die Tribute von Panem – The Hunger Games einen überraschenden Riesenhit, der eine der erfolgreichsten neuen Filmreihen dieses Jahrzehnts ins Leben rief. Das gleiche Rezept sollte auch aus Die Bestimmung eine Goldgrube machen. Eine Dystopie, eine starke junge Frau, die sich gegen das diktatorische Regime auflehnt, eine komplizierte Liebesgeschichte, politische Intrigen, eine erfolgreiche Buchreihe mit vielen Anhängern, ein gefeierter Rising Star in der Hauptrolle – die Zutaten beider Reihen waren zum Verwechseln ähnlich. Obwohl die Filme nie auch nur in die Nähe des Erfolgs von Panem kamen, ging die Rechnung anfangs dennoch auf. Der erste Film spielte fast $290 Mio weltweit ein, der zweite knapp $300 Mio. Es sollte das große Finale kommen, für das das dritte Buch natürlich in zwei Filme aufgeteilt wurde (wie schon bei Twilight, Harry Potter und Panem zuvor), ohne jegliche Rücksicht darauf, ob es irgendeinen Sinn aus erzählerischer Sicht ergibt. Und dann ging alles schief…

Es stellte sich heraus, dass die Zuschauer vom zweiten Film nicht sonderlich angetan waren und noch weniger von der Aussicht, für das Finale doppelt zahlen zu müssen. Als Die Bestimmung – Allegiant vergangenes Jahr in die Kinos kam, war die Begeisterung für Verfilmungen von Jugendromanen längst abgeebbt. Bei einem Budget von knapp $110 Mio (ohne Marketingausgaben) spielte der Film weltweit nur etwa $180 Mio ein. Allein in den USA halbierten sich die Einnahmen gegenüber dem Vorgänger. Lionsgate musste eine heftige Pleite einstecken, und das so kurz vor dem Ziel. Doch was nun? Einerseits hat man den Fans einen vierten Film, der den Titel Die Bestimmung – Ascendant tragen sollte, versprochen. Mit Lee Toland Krieger (Für immer Adaline) wurde auch ein Regisseur engagiert, der den ausgepowerten Deutschen Robert Schwentke, der den zweiten und dritten Film inszenierte, ersetzen sollte. Diesen Sommer sollte Ascendant die Reihe im Kino abschließen. Doch angesichts des schwachen Abschneidens des dritten Films und der Tatsache, dass viele Zuschauer ihn nicht mochten, waren die finanziellen Aussichten von Ascendant alles andere als rosig. Genau so gut hätte Lionsgate das Geld direkt verbrennen können, denn die Chancen auf einen plötzlichen Erfolg waren äußerst gering. Was tun?

Zunächst war die Rede von Budgetkürzungen für den vierten Film, doch irgendwann muss der Punkt gekommen sein, an dem auch das wohl nicht mehr ausreichte. Letzten Sommer kam dann die geradezu peinliche Meldung, dass das Finale der Divergent-Reihe stattdessen als TV-Film produziert werden würde, auf den wiederum eine TV-Serie folgen würde. Von der Blockbuster-Hoffnung zu einem Fernsehfilm – der Absturz war groß. Dann gab es natürlich noch die kleine Frage nach dem Cast. Zwar haben sich die Schauspieler bereits für einen vierten Film verpflichtet, jedoch haben sie für einen Kinofilm unterschrieben und keine TV-Produktion, sodass die vertragliche Bindung nicht mehr bestand. Gerade im Falle der Hauptdarstellerin Shailene Woodley konnte ich mir kaum vorstellen, dass sie sich darauf einlassen würde, beim TV-Finale mitzumachen. Vielmehr sah sie im letzten Film schon so gelangweilt aus, dass man nur noch hoffen konnte, dass sie möglichst bald aus den vertraglichen Fängen dieser Reihe entkommen und endlich wieder mehr Zeit für interessantere Projekte haben würde (das galt für den Großteil der talentierten Besetzung der Reihe).

Kurz nachdem die neuen Pläne für die Reihe bekannt wurden, äußerte Woodley bereits ihre Zweifel darüber, dass sie im TV-Film mitspielen würde, erteilte jedoch noch keine klare Absage. Diese folgte erst diesen Monat, als Woodley bei der Premiere ihrer HBO-Miniserie "Big Little Lies" alle Missverständnisse aus dem Weg räumte. Auf die Frage hin, ob sie in der TV-Version dabei sein würde, folgte ein klares "Nein". Ihr Co-Star Theo James, der in den Filmen das Love Interest Four spielte, hat bereits im Dezember sein Desinteresse bekundet. Auch Miles Teller zweifelte letztes Jahr seine Rückkehr an.

So hart es für die verbleibenden loyalen Fans der Reihe auch ist, sie müssen sich wohl damit abfinden, dass sie keinen Abschluss finden wird, denn wer hat schon Interesse an einem TV-Film ohne die Hauptdarsteller der Kinoreihe? Lionsgate muss die bittere Pille schlucken und entweder das Franchise kompett fallen lassen oder, wie Constantin Film es mit "Chroniken der Unterwelt" tat, komplett als Serie rebooten. Für dieses Format scheinen Young-Adult-Adaptionen heutzutage sowieso geeigneter sein.

Findet Ihr es schade, dass Die Bestimmung – Ascendant entweder gar nicht oder zumindest ohne die bisherigen Hauptdarsteller kommen wird?

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