Die Simpsons Sprecher

Quellen: Deadline, Harry Shearer Twitter, The New York Times

Nicht ausgezeichnet! Ist das der Anfang vom Ende? Erst kürzlich wurden zwei weitere Staffeln der erfolgreichen Zeichentrickserie "Die Simpsons" bestellt, womit die Gesamtzahl der Staffeln auf 8 steigen wird. Doch nun muss die Serie über die gelbe Familie aus Springfield eine herbe Niederlage einstecken, die diejenigen hierzulande treffen wird, die "Die Simpsons" am liebsten in der englischen Originalfassung genießen. Der Comedian Harry Shearer, der von Anfang an zu den Stammsprechern der Serie gehörte, verlässt "Die Simspons" mit sofortiger Wirkung. Die Auswirkungen auf die Serie werden in der Originalfassung enorm sein. Shearer war u. a. verantwortlich für die Stimmen von Mr. Burns, Smithers, Ned Flanders, Rektor Skinner, Reverend Lovejoy, Otto und über ein Dutzend weiterer Figuren. Die Macher planen jedoch nicht, die Charaktere allesamt sterben zu lassen (was ebenfalls gravierend für die Serie gewesen wäre), sondern sind bereits auf der Suche nach Ersatz für Shearer. Jeder, der hierzulande den Stimmwechsel bei Marge von Elisabeth Volkmann zu Anke Engelke miterlebt hat, kann sich vorstellen, wie die Reaktion der Fans auf den Wechsel von so vielen Stimmen sein wird.

Doch was bewegte Harry Shearer dazu, nach 26 Staffeln das Handtuch zu werfen? Etwa gescheiterte Gehaltsverhandlungen? Das Online-Portal Deadline berichtet, dass es einen anderen Grund gab. Shearer war mit dem Zeitplan der Stimmaufnahmen, der ihm von FOX vorgelegt wurde, nicht einverstanden. Shearer selbst deutete über Twitter an, dass er raus ist, weil er nicht länger die Freiheit hatte, auch an anderen Projekten zu arbeiten. Laut Al Jean, dem langjährigen Showrunner von "Die Simpsons", wurde Shearer der identische Vertrag angeboten wie seinen Kollegen, er habe aber abgelehnt. Bis zu seinem Ausstieg verdiente Shearer knapp $300,000 pro Folge.

Es ist nicht das erste Mal, dass Shearer Unzufriedenheit mit dem Umgang mit den Synchronsprechern seitens FOX äußerte. Während der letzten Gehaltsverhandlungen vor vier Jahren, als die Sprecher eine Gagenreduktion von 30% hinnehmen mussten, damit die Serie weiter produziert werden konnte, war Shearer missmutig darüber, das die Sprecher nicht an den Erträgen aus Merchandising und anderen zusätzlichen Einnahmen der Serie beteiligt waren. Außerdem hat Shearer schon vor zehn Jahren offen zugegeben, dass die Qualität der Serie auf dem absteigenden Ast ist – etwas was auch die langjährigen Fans bemängeln. Stets kamen die Serienmacher mit ihm in Vergangenheit jedoch auf einen gemeinsamen Nenner – diesmal aber nicht. Außer es folgt noch eine wundersame Wendung in den nächsten Tagen, wird "Die Simspons" ein weiteres wertvolles Stück von dem verlieren, was die Serie ausmacht. Ob das den Verantwortlichen zu denken gibt?