Die Schöne und das Biest Start

© Walt Disney Pictures

Quelle: Boxofficemojo

Disney ist aktuell der konkurrenzlose Herrscher unter allen US-Studios, wenn es um kommerziellen Erfolg geht. Ob es nun Marvel-Verfilmungen, Star-Wars-Streifen, Pixar-Filme, Animationsfilme aus eigenem Hause oder Realverfilmungen von eigenen Zeichentrickklassikern – es scheint als könnte das Studio von Mickey Mouse nichts falsch machen. Wo Disney draufsteht, da strömen die Leute auch in Scharen rein (die wenigen Ausnahmen wie Lone Ranger oder A World Beyond bestätigen die Regel erst recht).

Wie immens und anhaltend die Popularität von Disney ist, zeigte gestern die Musical-Realadaption von Die Schöne und das Biest. Der Zeichentrickfilm von 1991 gehört zu den beliebtesten Beiträgen aus Disneys Renaissance-Ära und spielte seinerzeit knapp $146 Mio in Nordamerika ein (inflationsbereinigt etwas über $300 Mio). Zwei erfolgreiche Wiederaufführungen – 2002 in IMAX ($25,5 Mio) und 2012 in 3D ($47,6 Mio) – folgten. Doch der Realfilm mit Emma Watson als Disneys emanzipierte Prinzessin Belle stellt alle diese Zahlen in den Schatten. An seinem Starttag alleine erwirtschaftete der Streifen phänomenale $63,8 Mio von 4210 Kinos. Es ist der umsatzstärkste Starttag eines Films in den USA und in Kanada seit Rogue One: A Star Wars Story, der mit $71,1 Mio aus den Startlöchern kam, der drittbeste März-Starttag aller Zeiten (nach Batman v Superman und Die Tribute von Panem – The Hunger Games) und belegt Platz 20 unter den besten Starttagen überhaupt. Was diesen Start jedoch noch viel beeindruckender macht, ist die Tatsache, dass von den 19 Filmen, die vor ihm sind, nur ein einziger kein Sequel, Prequel oder Spin-Off ist – Die Tribute von Panem. Die Schöne und das Biest gelang also dieser grandiose Start ohne den Bonus, Teil eines sehr populären Franchises wie Star Wars, Harry Potter, Twilight, Batman oder einer Marvel-Reihe zu sein. Außerdem liegt der Starttag deutlich über den Starts aller anderen Märchen-Realverfilmungen von Disney. Alice im Wunderland startete beispielsweise mit $40,8 Mio am ersten Tag, The Jungle Book mit $32 Mio.

Etwa $16,3 Mio vom Starttag entfielen auf umfangreiche Donnerstags-Previews, was ebenfalls auf ein Level von Hype hinweist, das für einen Film wie diesen außerordentlich ist. Verhält sich Die Schöne und das Biest am restlichen Wochenende wie The Jungle Book, wird er insgesamt unglaubliche $205 Mio am Startwochenende erreichen (es wäre das viertbeste Startwochenende aller Zeiten), wenn er sich eher wie Alice im Wunderland verhält, wären immer noch mehr als $180 Mio drin (und der fünftbeste Start aller Zeiten). Ich vermute, dass Die Schöne und das Biest alleine schon aufgrund des Riesenhypes um den Film etwas frontlastiger sein wird als die beiden Vergleichsfilme, doch ihn erwartet dennoch ein Wochenende im Bereich von $165-175 Mio, was für eins der zehn besten Startwochenenden aller Zeiten in Nordamerika ausreichen wird. Außerdem hat der Film sogar die Chance, auf Anhieb das zweiterfolgreichste Real-Musical aller Zeiten in Nordamerika zu werden (lediglich knapp hinter Grease).

Neben der allgemeinen Beliebtheit des Originalfilms über alle Generationen hinweg und der generellen Wahrnehmung von Disney als Qualitätsgarant, profitierte Die Schöne und das Biest sicherlich auch davon, dass die Nummer-1-Filme der letzten Wochen (Logan und Kong: Skull Island) ein eher männlichen, actionaffines Publikum angesprochen haben. Dafür spricht auch, dass 72% der Zuschauer des Films am Starttag weiblich waren. Die Schöne und das Biest ist zudem der erste große Film für die ganze Familie seit The LEGO Batman Movie. Die Mundpropaganda ist definitiv auf der Seite des Films. Wie schon Maleficent, Cinderella und The Jungle Book wurde er im Schnitt mit einem "A"-CinemaScore (äquivalent einer "1") bewertet. Die Spannweite, in der das Gesamteinspiel des Films letztlich landen wird, ist riesig, doch alles unter $475 Mio wäre überraschend. Das alleine würde ihn zum neunterfolgreichsten Film aller Zeiten in den USA und in Kanada machen. Ich halte jedoch auch ein Gesamteinspielergebnis von $525-550 Mio für möglich.

Natürlich hat Die Schöne und das Biest die gesamte Konkurrenz am Freitag in die Schranken verwiesen. Auf dem zweiten Platz spielte Kong: Skull Island weitere $7,3 Mio ein, 63,7% weniger als an seinem Starttag vor einer Woche. Am Gesamtwochenende sollte er etwa $24-25 Mio erreichen, was immer noch knapp 60% unter seinem Startwochenende wäre. Insgesamt hat Kong bis dato $88,6 Mio eingespielt, also immer noch weniger als Godzilla vor drei Jahren alleine an seinem Startwochenende ($93,2 Mio). Die Mundpropaganda des Films ist positiv, aber die Konkurrenz ist aktuell einfach zu stark. Mit der Ankunft von Power Rangers und Ghost in the Shell wird es auch in den kommenden Wochen nicht einfacher werden, sodass der Film nicht mehr als $155-165 Mio in Nordamerika erreichen sollte. Bei einem Produktionsbudget von $185 Mio (ohne Marketing) wird sich Warner Bros. auf internationales Einspiel verlassen müssen, um auf schwarze Zahlen zu kommen.

Deutlich besser läuft es bei Logan – The Wolverine, der $4,7 Mio an seinem dritten Freitag einspielte (54,9% unter der Vorwoche) und sein vorläufiges Gesamteinspiel auf $171,2 Mio nach 15 Tagen brachte. Logan hat damit bereits vier Filme aus dem X-Men-Universum hinter sich gelassen und wird bis Sonntag auch X-Men Origins: Wolverine ($179,9 Mio toppen). Am Gesamtwochenende sollte die Comicverfilmung etwa $16-17 Mio einnehmen und steuert weiterhin auf mehr als $200 Mio zu. Das haben bislang nur 13 weitere R-rated-Filme geschafft.

Ein Riesenhit ist auch weiterhin die Horrorsatire Get Out, die $3,8 Mio am Freitag einnahm (nur 37,5% unter dem letzten Freitag des Films) und insgesamt etwa $13 Mio von Freitag bis Sonntag einspielen sollte. Der aktuelle Gesamtumsatz des Films in Nordamerika beträgt $123,6 Mio und wird auf lange Sicht mindestens $165 Mio erreichen.

Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott verlor 40,4% gegenüber seinem letzten Freitag und spielte gestern $1,6 Mio auf #5 der Charts ein, womit die $25-Mio-Produktion ihr Gesamteinspiel auf $38,1 Mio brachte.

Der von James Gunn geschriebene und produzierte Horrorthriller The Belko Experiment eröffnete in 1341 Lichtspielhäusern mit $1,5 Mio und steuert auf insgesamt etwa $3,5-4 Mio zum Start zu.

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