Quelle: The Hollywood Reporter

Laut der Bibel vergingen drei Tage, bis Jesus von den Toten auferstanden ist. Im Kino benötigt der Messias offenbar mehr als zehn Jahre dazu. Zwölf Jahre nach seinem kontroversem, aber sehr erfolgreichem Bibelfilm Die Passion Christi, in dem die letzten Tage und der grausame Tod Jesu in blutigem und stellenweise fragwürdigem Detailreichtum dargestellt wurden, plant Mel Gibson jetzt eine Fortsetzung. Das hat das Branchenblatt The Hollywood Reporter in Erfahrung gebracht. In dieser soll es um die Auferstehung Jesu und seinen Aufstieg ins Himmelreich gehen. Braveheart-Autor Randall Wallace arbeitet aktuell am Drehbuch zum Film. Ob Jim Caviezel als Jesus zurückkehren wird (immerhin ist er jetzt auch schon deutlich gealtert), ist noch nicht klar, doch da seine Serie „Person of Interest“ diesen Sommer noch zu Ende geht, sollte er zumindest die Zeit haben.

Die Passion Christi kam unter großem Medientrubel (u. a. wegen der Vorwürfe des Antisemitismus und der heftigen Gewaltdarstellung) 2004 in die Kinos und gehört bis heute zu den überraschendsten Box-Office-Erfolgen aller Zeiten in den USA. Seit nunmehr zwölf Jahren ist er mit knapp über $370 Mio US-Einspiel der umsatzstärkste Film aller Zeiten in Nordamerika, der ein R-Rating trägt (Deadpool hat den neuen Rekord dieses Jahr knapp verfehlt). Niemand konnte im Vorfeld erahnen, dass ein komplett in toten Sprachen (Latein und Aramäisch) gedrehter Film ohne große Stars und eine Jugendfreigabe fast genau so erfolgreich werden würde wie Spider-Man 2 im selben Jahr oder Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs wenige Monate zuvor. Doch die Kontroverse, gepaart mit massivem Marketing unter den gläubigen US-Amerikanern, sorgte für Blockbuster-mäßige Einnahmen. Bei einem Budget von $30 Mio spielte Die Passion Christi weltweit fast $612 Mio ein und löste damit eine ganze Welle von religiösen Dramen in Nordamerika aus, die seitdem jedes Jahr in die Kinos kommen (darunter Auferstanden, God Is Not Dead, Son of God, Der junge Messias und viele weitere). Natürlich erreichte keiner davon die Kontroverse oder den Erfolg von Gibsons Film, der sogar hierzulande mehr als eine Million Zuschauer in die Kinos lockte, während andere christlich orientierte Filme aus den USA in den deutschen Kinos eigentlich keine Rolle spielen.
Nichtsdestotrotz ist es, gelinde gesagt, etwas überraschend, dass Gibson jetzt einen Nachfolger plant. Da er aber als Schauspieler mittlerweile sowieso in Ungnade gefallen ist, besinnt er sich vielleicht einfach auf den größten Regieerfolg seiner Karriere zurück.

Aktuell arbeitet Gibson noch an seiner vierten Regiearbeit Hacksaw Ridge, einem Weltkriegsdrama über die Schlacht von Okinawa, mit Andrew Garfield, Sam Worthington, Teresa Palmer, Hugo Weaving und Vince Vaughn. Randall Wallace lieferte auch hier das Drehbuch. In US-Kinos startet Hacksaw Ridge am 4. November; einen deutschen Starttermin gibt es leider noch nicht. Mit Die Passion Chrsiti 2 würde ich wiederum nicht vor 2017 rechnen, vermutlich aber sogar eher 2018.