Quelle: 20th Century Fox

Sogar große Tim-Burton-Enthusiasten würden höchstwahrscheinlich zugeben, dass die Karriere des Filmemachers sich heutzutage in kreativer Hinsicht nicht gerade auf ihrem Höhepunkt befindet. Auch wenn ich im Gegensatz zu vielen Kinogängern viel Spaß bei Dark Shadows hatte, kann man schwer leugnen, dass der burtoneske Stil des Films beinahe selbstparodistische Züge aufwies. Das, wofür Burton einst gepriesen wurde, wurde ihm in letzter Zeit zum Verhängnis. So üppig und überbordend seine gotische Bildsprache auch ist, so sehr fingen seine Filme irgendwann an, sich visuell kaum noch von einander zu unterscheiden. Sicher, Frankenweenie war ein sehr netter Retro-Stop-Motion-Animationsfilm, aber dennoch nicht ganz auf der Höhe seiner früheren Höchstleistungen. Alice im Wunderland war ein weltweiter Riesenhit, doch die Märchenadaption wirkte trotz schöner Kulissen und einer tollen Hauptdarstellerin über weite Strecken seelenlos. Mit Big Eyes versuchte sich Burton erstmals nach Ed Wood wieder an etwas Bodenständigem, doch anstatt des erhofften Oscarkandidaten entstand ein durchschnittliches Biopic mit mehreren tonalen Fehlgriffen und einem Christoph Waltz, der so theatralisch agierte, als sei er in einem ganz anderen Film als der Rest der Besetzung. Auch die Loslösung von Johnny Depp und Helena Bonham Carter brachte Burtons Kreativitätskrise nicht die Erlösung. Big Eyes war anders als seine letzten Filme, jedoch leider nicht besser.

Vielleicht benötigt Burton ja doch eine Rückkehr in die fantastische Welt, in der er seine großen Erfolge feierte, jedoch ohne die Last, immer mit den gleichen Darstellern zusammenzuarbeiten. Schließlich drehte auch Scoresese irgendwann keine Filme mehr mit De Niro, sondern wechselte mit Leonardo DiCaprio zu einem neuen Stammdarsteller. Tim Burtons Talent, wundersame Welten auf der Leinwand zu erschaffen, ist ihm sicherlich nicht abhanden gekommen. Alles, was er braucht, sind ein gutes Drehbuch, bei dem er seine Talente bestmöglich zum Einsatz bringen kann, und ein Stoff, von dem es nicht bereits zig Variationen gibt wie bei Alice.

Sein nächster Film, die Bestselleradaption Die Insel der besonderen Kinder, könnte der Film sein, der das Beste an Burton wieder zum Vorschein bringt. Der Film basiert auf dem ungewöhnlichen Roman von Ransom Riggs (im Original: „Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children“), der den Text mit alten Fotografien verbindet, um seine Geschichte zu erzählen, und handelt vom 16-jährigen Jacob (Asa Butterfield aus Hugo Cabret), der nach dem mysteriösen Tod seines Großvaters Nachforschungen anstellt, die ihn zu einem geheimnisvollen Waisenhaus bringen, geleitet von Miss Peregrine (Eva Green). Dessen Bewohner sich Kinder mit ganz besonderen Fähigkeiten und auch in Jacob scheinen Kräfte zu stecken, von denen er nichts ahnt.

20th Century Fox bringt Die Insel der besonderen Kinder am 3.11.2016 in unsere Kinos und hat jetzt den ersten Trailer zum Film veröffentlicht. Wie man es nicht anders von Burton erwarten würde, geizt der Trailer nicht mit wunderschöner Ausstattung, zauberhaften Bildern und vielen exzentrischen Ideen. Hauptdarstellerin Eva Green ist außerdem immer gern gesehen. Schon in Burtons Dark Shadows war sie das Highlight des Films, ebenso wie bei nahezu jedem Film oder Serie, an denen sie in den letzten Jahren mitgewirkt hat wie 300: Rise of an Empire, Sin City 2 oder „Penny Dreadful“. Die tolle Besetzung wird in den Nebenrollen von Samuel L. Jackson, Chris O’Dowd, Judi Dench, Terrence Stamp und Allison Janney ergänzt. Jane Goldman, Matthew Vaughns Co-Autorin bei seinen Filmen wie Sternenwanderer, X-Men: Erste Entscheidung und Kingsman: The Secret Service schrieb das Drehbuch.

Insgesamt zeigt sich der Trailer wie eine Mischung aus Harry Potter, Percy Jackson und einer jungen Version der X-Men, jedoch mit einem unverwechselbaren Burton-Touch. Anders gesagt – es sieht nach dem besten Film von Tim Burton seit vielen Jahren aus:

Unten findet Ihr außerdem das offizielle Filmposter und die ersten zehn Fotos aus dem Film, auf denen Eva Green zum Glück auch häufig zu sehen ist. Sollte Die Insel der besonderen Kinder Erfolg haben, hätte Fox ein neues Fantasy-Franchise, denn es existieren bereits zwei Fortsetzungsromane.

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