Die Chroniken von Narnia Der silberne Sessel

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian (2008) © Walt Disney Pictures

Quelle: Sony Pictures

Mit märchenhafter Fantasy-Literatur kommen die meisten Menschen bereits im jungen Alter in Berührung. Bereits seit vielen Jahren wachsen Kinder hauptsächlich mit den "Harry Potter"-Romanen auf. In meinem Fall waren es allerdings "Die Chroniken von Narnia" von C. S. Lewis. Ich war natürlich zu jung, um die biblischen Allegorien des gläubigen Autors und Zeitgenossen von Tolkien nachzuvollziehen, doch seine märchenhafte Welt, die parallel zu unserer existierte und in der Kinder fantastische Abenteuer erlebten, begeisterte mich von vorne bis hinten. Lange musste ich jedoch auf eine Kinoadaption warten. Obwohl die sieben in den Fünfzigern veröffentlichten Romane zu gigantischen Erfolgen wurden, hat Lewis Zeit seines Lebens die Filmrechte nicht verkauft, weil er nicht glaubte, dass seine Fantasy-Welt auf der Leinwand glaubwürdig umgesetzt werden könnte. Dafür wurden die "Narnia"-Geschichten mehrfach fürs Fernsehen adaptiert. Erst die Fortschritte der modernen Computereffekte bewegten Douglas Gresham, Lewis Stiefsohn und Verwalter seines literarischen Nachlasses, dazu, die Rechte zu verkaufen.

Diese gingen zunächst an Disney und das Studio adaptierte mit Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia das wohl bekannteste Buch der Reihe. Der Film wurde 2005 zu einem Riesenerfolg und toppte in Nordamerika sogar den vierten Harry Potter an den Kinokassen. Doch die Einnahmen sanken beträchtlich mit dem Nachfolger Prinz Kaspian (in meinen Augen der bislang beste Film der Reihe), sodass Disney das Interesse an dem Franchise verlor und es von 20th Century Fox übernommen wurde. Fox produzierte 2010 den dritten Film, Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte, der zwar nicht an den Erfolg des Originals anknüpfen konnte, aber dennoch für guten Profit sorgte, u. a. weil das Budget gegenüber Prinz Kaspian um $70 Mio gekürzt worden war. Produzent der Reihe Perry Moore sicherte bereits die Finanzierung für die Produktion von Das Wunder von Narnia (OT: The Magician’s Nephew), der chronologsch gesehen allerersten "Narnia"-Geschichte, in der es um die Entstehung der Zauberlandes und die Vorgeschichte der Weißen Hexe geht. Doch Perry verstarb 2011 unerwartet und mit ihm endete auch die Entwicklung der Verfilmung. Im selben Jahr liefen die Rechte der Produktionsfirma Walden Media an den "Narnia"-Verfilmungen aus und weitere Filme lagen vorerst auf Eis – bis jetzt.

Nach Disney und Fox nimmt sich nun ein drittes Studio des Fantasy-Franchises an. Sony Pictures wird Die Chroniken von Narnia: Der silberne Sessel produzieren, die Kinoadaption des gleichnamigen vorletzten Romans der Reihe. Das Drehbuch dazu hat der Life-of-Pi-Autor David Magee verfasst. Bereits das Ende von Die Reise auf der Morgenröte legte Der silberne Sessel als nächsten Film nahe, mit der Erwähnung von deren Hauptfigur Jill Pole. Der einzige menschliche Charakter aus den ersten drei Filmen, der in der Geschichte von "Der silberne Sessel" noch eine Rolle spielt, ist Eustachius, im letzten Film von Will Poulter verkörpert. Angesichts der verstrichenen Zeit seit dem Film können wir aber davon ausgehen, dass die Rolle neu besetzt werden wird. Überhaupt wird Sony den Film vermutlich als ein eigenständiges Kapitel angehen, ohne größere Verweise oder Verknüpfungen zu den vorherigen drei Teilen.

Ich freue mich, dass es weitergeht, auch wenn keiner der bisherigen Filme die Magie der "Narnia"-Bücher gänzlich einfangen konnte. Dennoch sah ich sehr gerne, wie die Welt, mit der ich aufgewachsen bin, im Kino zum Leben erweckt wurde. Hoffentlich wird Der silberne Sessel auch nicht der letzte Film bleiben, denn eine Adaption von "Das Wunder von Narnia" hat in meinen Augen filmtechnisch gesehen das größte Potenzial, allein schon was die Erkundung verschiedener Welten und das Setting im viktorianischen London angeht.

Gibt es unter Euch auch Narnia-Fans?