Quelle: Deadline

Wie auch die Remakes von The Crow und Highlander ist die schon lange von Paramount Pictures geplante Neuverfilmung des kontroversen Rachethrillers Ein Mann sieht rot (OT: Death Wish) aus dem Jahre 1974 eine schwere Geburt, die sich bereits seit Jahren hinzieht. Mit Joe Carnahan (The Grey), Gerardo Naranjo (Miss Bala) und dem israelischen Duo Aharon Keshales und Navot Papushado (Big Bad Wolves) waren bereits etliche sehr interessante Filmemacher als Regisseure der Death-Wish-Neuauflage vorgesehen, doch jedes Mal platzte deren Beteiligung. Doch während bei den eingangs genannten Remakes von The Crow und Highlander auch die geplanten Hauptdarsteller stets wechselten, war der Star des neuen Death Wish die ganze Zeit konstant. Actionlegende Bruce Willis soll in die Fußstapfen von Charles Bronson treten und als einst friedlicher Architekt Paul Kersey nach einem brutalen Übergriff auf seine Frau und seine Tochter das Gesetz in eigene Hand nehmen.

Jetzt ist Horror-Regisseur Eli Roth an der Reihe, zu versuchen, Death Wish wieder in die Kinos zu bringen. Die neuste Drehbuchfassung stammt von Scott Alexander und Larry Karaszewski, den Autoren hinter der gefeierten Anthologieserie „American Crime Story: The People v O.J. Simpson“. Vorherige Skriptentwürfe waren auch nicht gerade von schlechten Eltern und stammten von Joe Carnahan, Dan Gilroy (Nightcrawler) und Graham Yost („Justified“). Ich vermute, dass es nicht einfach ist, Death Wish für heutige Zeit zu adaptieren, wenn die Waffenpolitik der USA gerade unter enormer Kritik steht. Bereits in den Siebzigern entfachte die Selbstjustiz-Thematik von Death Wish eine große Kontroverse, die den Film wiederum zu einem großen Hit machte und Charles Bronson endgültig zu einer Ikone des US-Kinos. Während der erste Film das Handeln der Hauptfigur noch irgendwie in Frage stellte, ergötzten sich die Fortsetzung geradezu an der brutalen Selbstjustiz der Protagonisten. Romanautor Brian Garfield, auf dessen Werk der erste Film beruhte, war mit den Adaptionen alles andere als zufrieden, denn ihm stand der Sinn ganz sicher nicht nach der Verherrlichung der Selbstjustiz. Die neue Drehbuchfassung des Remakes soll sich dem aktuellen Klima mehr anpassen und daher auch näher an der Romanvorlage von Garfield bleiben. Doch wird Eli Roth, ein Regisseur, der dafür bekannt ist, die Zuschauer vor den Kopf zu stoßen, wirklich einen Film machen, der die Racheakte der Hauptfigur verurteilt?

Mit Roth als Regisseur würde ich vielmehr erwarten, dass der Film die Exploitation-Schiene der Originalreihe bzw. von deren Fortsetzungen fährt. Vorausgesetzt natürlich, Eli Roth bleibt auch der Regisseur, denn auch er ist dafür bekannt, seine geplanten Projekte häufig zu wechseln. In den neun Jahren nach dem zweiten Hostel inszenierte er schließlich nur zwei Filme (The Green Inferno und Knock Knock).