Links: Dean Norris in „Under the Dome“ © CBS
Rechts: Vincent D’Onofrio in „Daredevil“ © Netflix

Quelle: Deadline

Nach dem Regie-Karussell, das das Remake des Charles-Bronson-Rachethrillers Death Wish (hierzulande als Ein Mann sieht rot bekannt) in den letzten Jahren durchmachen musste (Joe Carnahan, Gerardo Naranjo, Aharon Keshales und Navot Papushado kamen und gingen), scheint die Neuverfilmung unter Regisseur Eli Roth endlich konkrete Form anzunehmen. Wie schon seit Jahren vorgesehen, wird Bruce Willis in Bronsons Fußstapfen treten, um als einst pazifistisch veranlagter Architekt Paul Kersey das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen und die Männer zu bestrafen, die seine Frau und seine Tochter brutal angegriffen haben.

Jetzt gesellen sich zwei weitere Schauspieler zum Cast des Films, was darauf hindeutet, dass die Neuverfilmung tatsächlich Fortschritte macht und nicht mehr lange im Development Hell bleiben wird. „Daredevil“-Star Vincent D’Onofrio wird die Rolle von Kerseys Bruder spielen, während Dean Norris („Breaking Bad“) die Rolle von Detective Raines übernimmt. Beide Charaktere gibt es weder in der Romanvorlage von Brian Garfield noch in der Filmadaption von 1974. Mit Willis, D’Onofrio und Norris an Bord sieht die Besetzung auf jeden Fall gut aus (und der Film hat offensichtlich eine Affinität für Schauspieler mit geringer Kopfbehaarung).

Scott Alexander & Larry Karaszewski („The People v O.J. Simpson“) haben die neuste Drehbuchfassung des Films geschrieben, die angeblich näher am Original-Roman bleiben soll, der Selbstjustiz verurteilte und nicht glorifizierte – im Gegensatz zu der Filmreihe mit Bronson. Allerdings fällt es angesichts eines Exploitation-affinen Regisseurs wie Eli Roth schwer zu glauben, dass er eine ruhige und intelligente Auseinandersetzung mit dem heiklen Thema Selbstjustiz inszenieren wird. Ich lasse mich gerne überraschen, denn ein Film wie Ein Mann sieht rot ist ein Produkt seiner Ära gewesen, das man nicht ohne Weiteres in unsere Zeit übertragen kann.