Fox Mulder

Quelle: USA Today

Die Meldung über mögliches Revival von "Akte X" verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer, denn kaum eine vor über einem Jahrzehnt beendete Serie kann heute noch auf eine so große und loyale Fangemeinde zurückblicken. Über neun Staffeln lösten David Duchovny (okay, in seinem Fall eher über sieben Staffeln) und Gillian Anderson als Agenten Fox Mulder und Dana Scully die unheimlichen Fälle des FBI und ließen zwischeneinander die Funken regelmäßig sprühen. Mit dem Abschluss der Serie waren nicht alle Fans sehr zufrieden (wie ich!) und der Kinofilm von 2008 – Akte X – Jenseits der Wahrheit – hat mit seinem von der Haupthandlung nahezu komplett losgelösten Plot nicht gerade die Wünsche der Fans erfüllt. Die miesen Einspielzahlen taten ihr Übriges, sodass die Hoffnung auf irgendeine Fortführung nach und nach schwand. So durfte doch eine der großartigsten Sci-Fi-Serien aller Zeiten nicht enden! Und jetzt haben die Fans endlich eine handfeste Hoffnung, dass sie auch nicht so enden muss.

Auch wenn eine offizielle Ansage noch weit entfernt scheint, haben die Produzenten von FOX immerhin laufende Gespräche mit Chris Carter, dem Schöpfer von "Akte X" bestätigt und zugleich auch den starken Wunsch geäußert, Anderson und Duchovny zurückzubringen. Was das Interesse der beiden betrifft, sollte das kein Problem sein. Über Jahre beteuerten sie ihren Wunsch, einen dritten Film oder eine andere Fortführung der Serie machen zu wollen. Es ist wohl eher eine Frage des Zeitplans.

Doch wie sieht es jetzt nach dem Statement von FOX aus? Zumindest David Duchovny, dessen Miniserie "Aquarius" vermutlich dieses Jahr auf NBC starten wird, hat bei einem Interview mit "USA Today" deutliches Interesse an einer Beteiligung geäußert. Er wäre "überglücklich die Serie gemeinsam mit Gillian (Anderson) und Chris (Carter) zurückzubringen".

Der 54-jährige Schauspieler denkt, dass das Revival eher bald passierten wird,  stellt gleichzeitig aber auch klar, dass eine komplette Rückkehr mit langen Staffeln – mit mehr als 20 Folgen pro Season, wie in guten alten Zeiten – für ihn nicht in Frage kommt: (aus dem Englischen)

Ich nehme an, dass es eher bald kommen wird. Wir werden sehen, in welchem Format und mit wie vielen Folgen. Mit Sicherheit kann ich nicht eine ganze Staffel machen und ich habe auch kein Interesse daran. Es müsste ein limitiertes Format sein. Wir sind alle alt, wir haben nicht die Energie für eine ganze Staffel.

Das wird vielleicht einige Fans enttäuschen, die die Hoffnung auf weitere 200 Folgen von "Akte X" gehegt haben, jedoch nicht überraschend. Auch "24" kehrte mit "24: Live Another Day" als eine 12-teilige Miniserie zurück und nicht mit vollen 24 Folgen. Das Revival von "Twin Peaks" wird auch "nur" neun Folgen haben. Die Zeit der Serienstaffeln mit mehr als 20 Folgen jede Season, wie das im öffentlichen US-Fernsehen seit jeher üblich war, neigt sich dem Ende zu, insbesondere bei Dramaserien. Die Zuschauer sind dank den Kabelsendern wie HBO oder AMC an deutlich kürzere Staffeln gewohnt (10-15 Folgen). Das führt dazu, dass das Tempo stets schnell bleibt und keine Episoden als Lückenfüller herhalten müssen.

Daher hätte auch ich mit einem "limitierten" Format kein Problem, solange man so Duchovny in seiner Paraderolle wieder zurück haben kann. Lange Zeit habe ich geglaubt, dass ich den Schauspieler nie in irgendeiner anderen Rolle wirklich wahrnehmen kann als Fox Mulder, doch nach sieben Staffeln von "Californication" assoziiere ich ihn mindestens genau so sehr mit Hank Moody (vielleicht weil Hank der echten Persönlichkeit von Duchovny etwas näher kommt).