Das Kartell DiCaprio Scott

Leonardo DiCaprio in Inception (2010) © Warner Bros. Pictures

Quelle: Deadline

Wenn man als Filmfan die Namen Ridley Scott und Leonardo DiCaprio in einem Satz hört, horcht man auf. Okay, der erste gemeinsame Film der beiden, Der Mann, der niemals lebte, war nicht der größte Knaller und sicherlich einer der schwächeren Filme von DiCaprio in den letzten zehn Jahren (was vor allem dafür spricht, wie stark seine Filmografie geworden ist), doch das Potenzial für ein Meisterwerk ist in gemeinsamer Zusammenarbeit der beiden trotzdem da. Vielleicht bekommen sie bald eine neue Chance und diesmal geht es wieder um einen Krieg. Doch anstelle des Kriegs gegen den Terror geht es in der Adaption von Don Winslows epischem Roman "Das Kartell" um den Drogenkrieg, seine Fruchtlosigkeit und seine Auswirkungen auf unsere Welt.

20th Century Fox hat insgesamt $6 Millionen springen lassen für die Rechte an "Das Kartell", dessen Vorgänger "Tage der Toten" (OT: "The Power of the Dog") und die Gage des Drehbuchautors Shane Salerno, der das Skript zu Das Kartell schreiben wird. Interessanterweise ist "Das Kartell" eigentlich die Fortsetzung von Winslows Magnum Opus "Tage der Toten", doch dessen Handlungselemente sollen ins Drehbuch der "Kartell"-Verfilmung eingebaut werden. "Tage der Toten" umfasst einen Zeitraum von über 15 Jahren und schildert den unerbitterlichen Kampf des DEA-Agenten Art Keller gegen den Kartellboss Adán Barrera, mit dem er einst befreundet war, bevor er an die Spitze der kriminellen Organisation aufgestiegen ist. Keller bringt Barrera zu Fall und ins Gefängnis, doch der Preis ist hoch. Winslow recherchierte sechs Jahre für das Buch, das 2005 erschien,. Zehn Jahre später setzte er in "Das Kartell" die Geschichte fort. Barrera bricht aus dem Knast aus, baut sein Imperium wieder auf und Keller zieht wieder in den blutigen Krieg gegen die Kartelle.

Die letzte Adaption von einem Winslow-Roman war Savages von Oliver Stone (Drehbuch ebenfalls von Shane Salerno) und beschäftigte sich auch mit einem mexikanischen Drogenkartell. Der Film kam eher schlecht als recht an (obwohl ich ihn deutlich mehr mochte als mein Kollege). "Das Kartell" erzählt eine noch viel umfassendere Geschichte, die vielleicht für einen HBO-Mehrteiler passender gewesen wäre, doch wer möchte schon auf einen Film von Scott und mit DiCaprio verzichten? Beim Bieterwettstreit setzte sich Fox gegen Sony, Jerry Bruckheimer bei Paramount und, ja, auch HBO, die den Roman von Nic Pizzolatto ("True Detective") adaptieren lassen wollten, durch.

Ridley Scott hat für Das Kartell bereits unterschrieben und begibt sich damit auf ein ähnliches Territorium wie vor zwei Jahren mit The Counselor (doch diesmal vermutlich deutlich kommerzieller). DiCaprio ist aktuell lediglich ein Wunschkandidat des Studios. Er selbst bekundete zuvor Interesse an dem Film als Produzent, doch ob er auch mitspielen wird, wird vermutlich davon abhängen, ob er in seinem vollen Drehkalender noch Platz findet. Apropos Drehkalender – ich frage mich mittlerweile, ob Scott es überhaupt noch vorhat, das versprochene Sequel zu Prometheus zu drehen…