Daniel Brühl Captain America 3

Daniel Brühl in Inglourious Basterds (2009) © The Weinstein Company

Quelle: Variety

Bei dem Tempo, mit dem Comicbuchverfilmungen von Disney/Marvel und Warner/DC bekannte Stars anziehen, wird  es in zehn Jahren vermutlich kaum noch bekannte Schauspieler in Hollywood geben, die noch nicht in einer Comicadaption mitgespielt haben. Man schaue sich beispielsweise Guardians of the Galaxy an, ein Film, an dem mit Glenn Close, John C. Reilly, Benicio del Toro, Bradley Cooper und Josh Brolin ein Oscargewinner und vier Nominees mitgespielt haben. Die Comic-Filme von Marvel haben sich als perfekte Vehikel für viele Stars bewährt – sie garantiere hohe Einspielergebnisse und die Qualität war bislang fast nie zu bemängeln. Es sind Volltreffer in jeder Hinsicht, die fast jeder Karriere nur helfen können.

Das Marvel-Universum hat einen weiteren bekannten Schauspieler verpflichten können, dessen weltweite Filmkarriere dadurch hoffentlich einen weiteren Schub bekommen wird. Daniel Brühl, der in Deutschland spätestens seit Good Bye, Lenin ein großer Star ist, international aber erst seit Quentin Tarantinos Inglourious Basterds 2009 wirklich ein Begriff ist, wurde für Captain America 3 unter Vertrag genommen. Zu der Rolle, die er spielen soll, gibt es noch keine Details, aber zahlreiche Vermutungen. Laut dem Branchenblatt Variety soll Brühls Figur ein Bösewicht in Captain America: Civil War (so der Originaltitel des dritten Captain-America-Films) sein, jedoch nur eine Nebenfigur bleiben. Dafür soll der Charakter in Doctor Strange, der ebenfalls 2016 in die Kinos kommen soll, zum Hauptgegner des Helden werden. Viele vermuten hinter Brühls Charakter entweder Baron Zemo (primär ein Captain-America-Bösewicht in den Comics) oder den magisch begabten Baron Mordo (ein klassischer Gegner von Doctor Strange). Auf jeden Fall soll die Figur nicht nur in einem Marvel-Film auftreten. Sollte das Doctor-Strange-Gerücht stimmen, so wird er in dem Film vermutlich gegen Benedict Cumberbatch antreten – eine Inside-Wikileaks-Reunion also!

Für Daniel Brühl ist Captain America: Civil War das mit Abstand größte Projekt seiner Karriere. Mit der richtigen Rolle könnte er den endgültigen internationalen Durchbruch erreichen und wird sich vor Hollywood-Angeboten kaum retten können. In Rush überzeugte er letztes Jahr als junger Niki Lauda (unser Interview mit Daniel Brühl) weltweit die Kritiker und hätte wirklich eine Oscarnominierung verdient (immerhin gab es eine von den Golden Globes). Ich bin gespannt, wie der eigentlich für kleinere und ruhigere Filme bekannte Schauspieler sich in seinem ersten Actionblockbuster machen wird.

Brühl ist allerdings nicht der erste Deutsche im Marvel-Universum. Thomas Kretschmann spielt darin Baron von Strucker, ebenfalls einen Erzfeind von Captain America, der bereits im Abspann zu The Return of the First Avenger zu sehen war und auch in Avengers: Age of Ultron nächsten Sommer auftreten wird. Ob ein Deutscher auch mal keinen Bösewicht in dem Filmuniversum spielen wird?

Captain America: Civil War startet in den deutschen Kinos voraussichtlich am 5.05.2016. Neben Brühl und Chris Evans als Steve Rogers alias Captain America, wurde auch Robert Downey Jr. in seiner Paraderolle als Tony Stark für das Sequel bestätigt. Man kann auch mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Scarlett Johansson, Anthony Mackie und Sebastian Stan ebenfalls mit von der Partie sein werden.