Crimson Peak Trailer

Quelle: Universal Pictures

So sieht es aus, wenn der Meister zu seinem Fach zurückkehrt. Universal hat den ersten Trailer und das Filmposter zu Crimson Peak, Guillermo del Toros erstem reinen Horrorfilm seit The Devil’s Backbone (oder Pans Labyrinth, wenn man ihn als Horror betrachtet, was ich nicht unbedingt tun würde), veröffentlicht. Nach seinem in Ansätzen interessanten, aber insgesamt doch eher durchwachsenen Godzilla-meets-Transformers-Blockbuster Pacific Rim, freut es mich ungemein, ihn wieder in dem Genre zu sehen, das er so gut beherrscht. Dabei hat del Toro im Laufe seiner Karriere eigentlich gar nicht so viele Horrorfilme selbst inszeniert, doch nahezu alle seine Werke weisen zumindest einige Horrorelemente auf und sind stets eine reine Augenweide. Nur wenige Filmemacher schaffen es so gut, fantasievolle, opulente Welten zu erschaffen, in die der Zuschauer eintauchen kann, ohne das dies auf Kosten der Erzählung geht. Stattdessen ergänzen sich Stil und Substanz gegenseitig in seinen besten Filmen, wobei Pans Labyrinth vermutlich das beste Beispiel für diese Symbiose darstellt.

Ein Horrorfilm, den del Toro zwar nicht selbst gedreht, jedoch aber produziert hat, ist Juan Antonio Bayonas unglaublich atmosphärischer Grusler Das Waisenhaus, der die meisten Merkmale eines del-Toro-Films aufweist. Das Waisenhaus gehört zu den besten Geisterhaus-Horrorfilmen der letzten zehn Jahre, doch wenn jemand einen noch besseren Beitrag zu diesem beliebten und zuweilen ausgelutscht scheinenden Subgenre der Horrorfilme leisten kann, dann del Toro selbst. Genau das versucht er mit Crimson Peak und das Herz jedes Genrefans und Cineasten sollte beim Anblick dieses wunderschönen und liebevoll altmodischen Trailers höher schlagen:

Hier wird eindeutig nicht auf billige Schokmomente oder Jump Scares gesetzt, sondern auf langsamen Spannungsaufbau und eine unter die Haut gehende Atmosphäre. Auch wenn Genrefilme bei den Oscars selten Anklang finden, kann ich mir jetzt schon gut vorstellen, dass Crimson Peak in einigen technischen Kategorien (wie Kostüme oder Ausstattung) ganze vorne dabei sein wird bei der Verleihung nächstes Jahr. Lediglich einige wenige Computereffekte stoßen doch etwas sauer auf in dem ansonsten perfekten Bild.

Doch nicht nur optisch scheint der Film zu überzeugen, auch seine Besetzung spricht für sich. Die Hauptrolle spielt die sträflich unterschätzte Mia Wasikowska, die bereits in Stoker ihre Erfahrungen mit atmosphärischer Spannung gesammelt hat. Sie spielt die aufstrebende Schriftstellerin Edith Cushing, die nach einer Familientragödie hin- und hergerissen ist zwischen der Liebe zu ihrem Kindheitsfreund und den Versuchungen eines geheimnisvollen Fremden. Marvel-Star Tom Hiddleston, der kurzfristig für Benedict Cumberbatch eingesprungen ist, ist als Ediths Ehemann mit von der Partie und Jessica Chastain, die mit dem von del Toro produzierten Mama bereits in einem Horrorhit zu sehen war, spielt die Schwester von Hiddlestons Figur. Charlie Hunnam, der Hauptdarsteller von del Toros Pacific Rim ist ebenfalls dabei als ein schüchterner junger Mann, der sich Hals über Kopf in die Heldin des Films verliebt. Eine so namhafte Besetzung findet sich selten in einem Horrorfilm, doch unter del Toros Regie ist ja auch kein 08/15-Horrorschocker zu erwarten.

Der wahre Star des Films scheint jedoch das titelgebende Haus zu sein, das speziell für die Dreharbeiten erbaut wurde. Mit Crimson Peak möchte del Toro dem Geisterhaus-Genre ein Denkmal setzen und dabei vor allem Filmen wie Jack Claytons Schloß des Schreckens (OT: The Innocents), Robert Wises Bis das Blut gefriert (OT: The Haunting) und Stanley Kubricks The Shining huldigen. Hoffen wir mal, dass es ihm gelingt.

Unten könnt Ihr das offizielle Filmposter sowie vier Filmbilder sehen, auf denen die Opulenz der Ausstattung des Films ebenfalls deutlich wird.

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