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Quellen: CBS, Deadline

Der Zwischenfall am Set der 12. Staffel von „Criminal Minds“, bei dem Hauptdarsteller Thomas Gibson den Produzenten Virgil Williams getreten haben soll, hat doch ernstere Konsequenzen, als ich in meinem letzten Artikel angenommen habe. CBS und ABC Studios fassten den Entschluss, Gibson mit sofortiger Wirkung von „Criminal Minds“ zu entlassen. Ursprünglich war er für unbestimmte Zeit suspendiert, woraufhin die Personalabteilung die Entscheidung hinsichtlich seiner Zukunft bei der Serie im Hinblick auf sein bisheriges Verhalten treffen sollte. So gab es bereits 2010 einen ähnlichen Zwischenfall, bei dem Gibson den Regieassistenten Ian Woolf geschlagen hat und sich daraufhin einer Aggressionsbewältigungstherapie unterziehen musste. Diese hat offenbar nicht langfristig gewirkt und eine dritte Chance bekommt Gibson nicht.

Der Schauspieler hat bereits die ersten beiden Episoden der 12. Staffel abgedreht, danach wird sein Charakter Aaron „Hotch“ Hotchner aus der Serie herausgeschrieben. Wie das in der Serie umgesetzt werden wird, dazu wollte man sich bei CBS noch nicht äußern, doch angesichts der unerwarteten Entwicklung wird es wohl nicht einfach sein, einen holprigen Abgang zu vermeiden.

Gibson selbst veröffentlichte ein Statement, in dem er seine Trauer und Enttäuschung über den unfreiwilligen Ausstieg äußerte: (aus dem Englischen)

Ich liebe „Criminal Minds“ und ich investierte mein Herz und meine Seele in die letzten 12 Jahre. Ich habe gehofft, bis zum Ende dabei zu bleiben, aber das wird nicht mehr möglich sein. Ich würde mich gerne bei den Autoren, Produzenten, Schauspielern, unserer wunderbaren Crew und vor allem bei den besten Fans, die eine Serie haben kann, bedanken.

Den besagten Vorfall, der sich bereits vor zwei Wochen ereignete, aber erst kürzlich ans Licht kam und zu seiner Entlassung führte, hat er nicht angesprochen. Offenbar nimmt er Gibson die Entlassung auch nicht einfach so hin, sondern hat bereits zwei Anwälte aus Los Angeles angeheuert, die ihn nun beraten sollen, ob es in seinem besten Interesse sei, die Produzenten der Serie zu verklagen. Eine Schlammschlacht könnte also die zusätzliche Folge des Vorfalls sein.

Angesichts der bestehenden Vorgeschichte ist die Entscheidung des Senders nachvollziehbar, für mich dennoch ein wenig überraschend. Es gab in Vergangenheit natürlich schon einige Beispiele von Darstellern, die aufgrund diverser Verfehlungen von ihren Serien gefeuert wurden. Beispiele sind Columbus Short bei „Scandal“, Shannen Doherty bei „Charmed“ und Isaiah Washington bei „Grey’s Anatomy“. Dass jedoch der Hauptdarsteller einer erfolgreichen Serie nach 11 Staffeln gefeuert wird, ist so ziemlich einzigartig. Das erinnert an die Entlassung von Charlie Sheen bei „Two and a Half Men“ nach seinen verächtlichen Äußerungen über den Serienschöpfer Chuck Lorre, wobei dies bereits nach acht Staffeln geschah.

„Criminal Minds“ war in der letzten TV-Saison die vierterfolgreichste Serie des Senders CBS, nach „The Big Bang Theory“, „Navy CIS“ und „Navy CIS: New Orleans“, hatte jedoch auch mit sinkenden Einschaltquoten gegenüber den Vorjahren zu kämpfen. Nach dem Ausstieg von Shemar Moore während der 11. Season und der Entlassung von Thomas Gibson, sind Kirsten Vangsness (Penelope Garcia) und Matthew Gray Gubler (Spencxer Reid) die einzigen verbleibenden Schauspieler in der Serie, die seit der allerersten Folge dabei sind (A.J. Cook trat erstmals in der zweiten Episode der ersten Staffel auf). Angesichts dieser Verluste, würde es mich nicht wundern, wenn die Zuschauerzahlen der Krimiserie in der kommenden Staffel deutlich absinken. Könnte es der Anfang vom Ende sein?

Ein klareres Bild von der Situation können wir uns natürlich erst machen, wenn „Criminal Minds“ am 28. September ins US-Fernsehen zurückkehrt. Werdet Ihr die Serie auch ohne Hotch weiterschauen?