Clint Eastwood am Set von Jersey Boys (2014) © Warner Bros. Pictures

Quelle: Variety

Er ist eine der größten lebenden Hollywood-Legenden. Dieses Jahr ist Clint Eastwood 86 geworden und seine Regie-Karriere könnte kaum besser laufen. Natürlich feiert Eastwood schon seit den frühen Neunzigern große Erfolge als Filmemacher und wurde bereits mit vier Oscars ausgezeichnet. Doch gerade in den letzten Jahren sind Eastwoods Filme kommerziell erfolgreicher denn je. American Sniper wurde vor zwei Jahren zum erfolgreichsten Film 2014 in Nordamerika, spielte weltweit mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar ein und seit einigen Wochen läuft auch Eastwoods erste Zusammenarbeit mit Tom Hanks, Sully, sehr erfolgreich in US-Kinos. Wie schon American Sniper wird auch Sully bereits als ein Kandidat für zahlreiche Nominierungen bei den nächsten Oscars gehandelt. Sollte er nominiert werden, wäre es bereits der sechste Film von Clint Eastwood, der es ins Rennen um den Oscar als „Bester Film“ schaffen würde.

Bei so einem riesigen Kritiker- und Publikumserfolg kann Eastwood es sich längst leisten, seine Projekte auszusuchen, wie es ihm beliebt, und in den letzten Jahren zeigte er eine besondere Vorliebe für ergreifende wahre Geschichten. Vielleicht war es ja auch seine Zusammenarbeit mit Tom Hanks, die ihn auf die Idee für sein nächstes Projekt gebracht hat. Vor drei Jahren spielte Hanks in Captain Phillips den titelgebenden Kapitän Richard Phillips, dessen Schiff von somalischen Piraten gekapert wurde und der in einer heldenhaften Rettungsaktion befreit wurde. Captain Phillips war ein überwältigender Erfolg, sowohl an den Kinokassen als auch in der Kritik und der erste große Hit für Hanks seit Jahren. Auch Eastwood plant jetzt die Verfilmung einer wahren Geschichte um die Missetaten der somalischen Piraten und die Helden der US-amerikanischen Spezialeinheiten.

Eastwoods nächster Film soll nämlich die Adaption von Jessica Buchanans Autobiografie „Impossible Odds: The Kidnapping of Jessica Buchanan and Her Dramatic Rescue by SEAL Team Six“ werden. Darin schildert Buchanan, wie sie im Oktober 2011 als 27-jährige Entwicklungshelferin in Somalia gemeinsam mit ihrem dänischen Kollegen Poul Hagen Thisted von Piraten entführt und drei Monate lang festgehalten wurde, während sich ihre Gesundheit rapide verschlechterte. Nachdem alle Verhandlungsversuche gescheitert waren, autorisierte Barack Obama eine Rettungsmission durch das elitäre SEAL Team Six, bei der 24 Navy SEALs alle neun Entführer töteten und die Geiseln befreiten.

Das Drehbuch zum Film verfasst Brian Helgeland, der für Eastwood bereits Blood Work und Mystic River schrieb. Wie bei fast allen seinen Filmen in den letzten 40 Jahren (mit der Ausnahme von drei) wird Eastwood diesen Film wieder für Warner Bros. inszenieren.

Ja, es wird vermutlich ein Film werden, bei dem die Heldentaten der US-amerikanischen Soldaten wieder groß gefeiert werden und allen, die eine Abneigung gegen amerikanischen Patriotismus in Filmen verspüren, wird wahrscheinlich schon beim Lesen dieser Zeilen übel. Da ich jedoch nicht zu dieser Gruppe gehöre, bin ich – wie auf jeden neuen Eastwood-Film – auch auf diesen gespannt. Für die Schauspielerin, die die Hauptrolle übernehmen wird, sollte der Film eine großartige Gelegenheit sein, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Es ist die perfekte Oscarrolle. Ob Jennifer Lawrence Zeit in ihrem Kalender finden kann?