Chicago Justice

Quelle: The Hollywood Reporter

Es gibt aktuell wohl kein erfolgreicheres Serien-Franchise im Fernsehen als Dick Wolfs "Chicago"-Universum, das mittlerweile aus "Chicago Fire" und deren Ablegern "Chicago P.D." und "Chicago Med" besteht. In einer Zeit, in der die Einschaltquoten der meisten Serien des US-Networks-Fernsehen sinken, schaffen es diese Serien – insbesondere "Fire" und der Newcomer "Med" – immer wieder neue Bestmarken aufzustellen. Als "Chicago Med" als dritte Serie noch besser anlief als "Fire" und "P.D." ihrerzeit, war klar, dass eine vierte Serie kommen würde. NBC und Dick Wolf ließen keine Zeit verstreichen und konzipierten "Chicago Justice" (ursprünglich "Chicago Law" benannt), die am 11. Mai im Rahmen eines Backdoor-Pilots bei "Chicago P.D." vorbereitet und ab Herbst aller Wahrscheinlichkeit nach in Serie gehen wird (offizielles grünes Licht steht noch aus, gilt aber eher als Formalität). Wie der Titel der neuen Serie nahelegt, fokussiert sich diese auf das Justizwesen der Stadt Chicago. Philip Winchester ("Strike Back") übernimmt die Hauptrolle des Staatsanwalts Peter Stone, der eine komplizierte Vorgschichte mit Sgt. Voight (Jason Beghe) hat – er brachte Voight hinter Gittern. Der Backdoor-Pilot stellt eine Verbindung zu Dick Wolfs "Law & Order" dar, indem er Lorraine Toussaints Strafverteidigerin Shambala Green, die vor 26 Jahren die Rolle erstmals spielte, zurückbringt. Ihr Auftritt lässt auch die Frage aufkommen, ob Winchesters Peter Stone mit dem Staatsanwalt Ben Stone aus "Law & Order" verwandt ist. In Dick Wolfs umfangreicher Serienwelt ist das durchaus vorstellbar.

Man braucht keine Kristallkugel, um vorauszusehen, dass die treuen Fans von "Chicago Fire", "Chicago P.D." und "Chicago Med" auch "Chicago Justice" zu einem Quotenhit für NBC machen werden. Dick Wolf selbst bezeichnet die Serie als das vierte Standbein eines Tischs. Doch auch damit begnügt er sich noch nicht. Auf die Nachfrage des Industrieblatts The Hollywood Reporter, ob er denn bereits eine Idee für eine fünfte "Chicago"-Serie habe, entgegnete er: (aus dem Englischen)

Ja. Aber ich werde sie noch nicht verraten.

Mit vier Serien in vier Jahren  ist das "Chicago"-Franchise enorm schnell expandiert. Doch wie viele Serien kann es hervorbringen, ohne dass die Zuschauer schlicht nicht mehr die Zeit finden werden, allen zu folgen? Und welchem öffentlichen Dienst wird sich die fünfte Serie widmen, die sicherlich konkret wird, sobald "Chicago Justice" mit starken Zuschauerzahlen aus den Startlöchern kommt?

Wir hätten da einige Ideen:

"Chicago Veterinary" – Über heldenhafte Tierärzte der Stadt, die Katzen, Hunden, Hamstern und Kaninchen auf täglicher Basis das Leben retten.

"Chicago Garbage" – Über die Männer und Frauen der Müllabfuhr der Stadt, ohne die Chicago im Dreck versinken würde.

"Chicago Mail" – Über mutige Postmänner und -frauen, die jedem Wetter und bissigen Hunden trotzen, um Briefe und Pakete auszutragen.

"Chicago Library" – Über die Mitarbeiter von öffentlichen Bibliotheken der Stadt, die kaputte Bücher reparieren, für Ruhe in Lesesälen sorgen und Verspätungsgebühren eintreiben.

Die Möglichkeiten sind unendlich.