Gambit Start

Quelle: The Wrap

Als Channing Tatum vergangenen Mai als X-Men-Mutant Gambit besetzt wurde, schlug die Bekanntmachung große Wellen unter Comicfans, die schon lange auf einen anständigen Leinwand-Auftritt des charmanten Meisterdiebs und Kartenwerfers gewartet haben und mit Taylor Kitschs Einsatz in X-Men Origins: Wolverine nicht gerade zufrieden waren. Es ist schon bemerkenswert, dass der erste Wolverine-Film es geschafft hat, gleich zwei legendäre X-Men-Charaktere (Deadpool und Gambit) so zu verschwenden.

Doch nicht alle Reaktionen auf die Besetzung von Tatum waren positiv, denn viele sehen den Star aus Filmen wie G.I. Joe, Magic Mike und Das Leuchten der Stille nicht als einen ernstzunehmenden Schauspieler, der das nötige Charisma und den Witz für die Rolle von Remy LeBeau alias Gambit hat, geschweige denn die Louisiana-Abstammung, um den Cajun-Mutanten überzeugend darzustellen. Obwohl das Casting auch mich anfangs überrascht hat, gehörte ich nicht zu den Zweiflern, denn Filme wie 21 Jump Street, Foxcatcher und, ja, auch Magic Mike zeigten durchaus Tatums Vielseitigkeit und einen Hang zur Selbstironie. Tatum selbst legte eine unglaubliche Leidenschaft für den Film und den Charakter an den Tag und auch die X-Men-Produzentin Lauren Shuler Donner war von der Darstellerwahl absolut überzeugt. Etwas schwieriger gestaltete sich die Suche nach dem Regisseur, nachdem Tatum den Film Bennett Miller (Foxcatcher), Darren Aronofsky (Black Swan), Gareth Evans (The Raid) und J.C. Chandor (All Is Lost) angeboten hatte, sie aber allesamt abgelehnt hatten. Erst mit Rupert Wyatt (Planet der Affen – Prevolution) fand sich ein Filmemacher. Erst kürzlich machte Tatum auf der Comic Con in San Diego die anwesenden Fans auf das Projekt heiß, das am 6.10.2016 in die deutschen Kinos kommen soll. Nächstes Jahr soll sehr wichtig für die Ausweitung des X-Men-Universums von Fox werden, denn neben Gambit bringt das Studio noch Deadpool und X-Men: Apocalypse 2016 in die Kinos.

Doch seitdem ist irgendwo scheinbar irgendwas schief gelaufen, denn wie das Online-Portal The Wrap aus zuverlässiger Quelle berichtet, steht der Deal mit Tatum kurz vor dem Platzen. Bis vor Kurzem führte das Studio noch Probeaufnahmen mit potenziellen Hauptdarstellerinnen (zu denen auch Léa Seydoux gehören soll). an Tatums Seite durch, doch jetzt sieht es so aus, als würde Tatum das Projekt schon bald verlassen. Laut einer Quelle laufen zwar immer noch aktive Verhandlungen zwischen Tatums Agenten und dem Studio, doch etwas stimmt nicht. Eine Vermutung ist, dass Tatum größere Ambitionen hegt und diese in Konflikt mit dem Film stehen könnten. So hat Tatums Produktionspartner Reid Carolin kürzlich enthüllt, dass Tatum schon bald sein Debüt als Regisseur feiern möchte, nachdem er an den Drehbüchern zu den beiden Magic-Mike-Filmen mitgewirkt hat. Tatum und Carolin sind bei Gambit auch als Produzenten an Bord, es ist jedoch nicht klar, ob sie sich auch aus dieser Position zurückziehen würden, wenn Tatum aus dem Film aussteigt.

Sollte dies eintreten, dann steht 20th Century Fox unter mächtigem Druck einen neuen Hauptdarsteller zu finden, wenn Gambit tatsächlich nächsten Oktober in die Kinos kommen soll. Vielleicht reicht ja Taylor Kitsch seine Bewerbung ein, schließlich bekam ja auch Ryan Reynolds eine zweite Chance als Deadpool.