Carrie Fisher tot

Carrie Fisher in Star Wars – Das Erwachen der Macht © 2015 Walt Disney Pictures

Carrie Fisher ist tot.

Allein schon diese Worte zu schreiben, kommt mir surreal vor, bin ich doch, wie Millionen anderer vor mir, mit ihrer heldenhaften Prinzessin Leia in der Star-Wars-Trilogie aufgewachsen. Und natürlich wäre es unfair, sie auf den Metall-Bikini aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter zu reduzieren, doch der Eindruck, den sie damit unter Millionen pubertierender Jungs hinterlassen hat, ist vermutlich mit keiner anderen Filmrolle vergleichbar.

Und nachdem dieses Jahr schon so viele wahre Größen von uns gegangen sind, darunter Christopher Lee, Alan Rickman und David Bowie, würgt uns 2016 zum Abschluss noch einen rein mit dem Tod von Fisher, die erst letztes Jahr nach 32 Jahren zu ihrer Rolle als Leia in Star Wars – Das Erwachen der Macht zurückkehrte. Eine Rolle, in der die Fans sie noch einmal in Star Wars – Episode VIII erleben werden (sie hat alle ihre Szenen vor ihrem Tod abgedreht), bevor Disney und Lucasfilm einen Weg finden müssen, ihre Abwesenheit in Episode IX zu erklären (oder auch nicht, wie man anhand von Peter Cushings "Auftritt" in Rogue One sieht).

Carrie Fisher erlitt am Freitag auf dem Flug von London nach Los Angeles einen schweren Herzinfarkt. Nach der Landung in Los Angeles wurde sie in die Uniklinik von Los Angeles gebracht. Nachdem ihr Zustand von den Medien zunächst als "stabil" berichtet wurde, erlag sie heute Morgen nun doch den Folgen des Herzinfarkts. Sie war nur 60 Jahre alt.

Man könnte sagen, dass Fisher ins Showgeschäft "geboren" wurde, als Tochter der Singin'-in-the-Rain-Stars Debbie Reynolds und des Sängers Eddie Fisher. Ihre Filmkarriere begann 1975 mit der Komödie Shampoo, in der sie eine Nebenrolle an der Seite von Warren Beatty und Julie Christie spielte. Gleich ihre zweite Filmrolle war es, die den Rest ihrer Karriere definierte – Prinzessin Leia Organa in Krieg der Sterne. In den darauffolgenden Jahrzehnten war sie in Filmerfolgen wie Harry und Sally, Hannah und ihre Schwestern und Heartbreakers zu sehen. Doch während ihre Schauspielkarriere nie die Höhen ihrer Star-Wars-Erfolge erreichte, war Carrie viele Jahre lang als "Script Doctor" hinter der Kamera erfolgreich. Zwischen 1991 und 2005 hat sie die Drehbücher zu zahlreichen Filmen anonym überarbeitet, darunter zu Outbreak, Lethal Weapon 3 und der Star-Wars-Prequeltrilogie. 1987 publizierte sie mit "Grüße aus Hollywood" einen erfolgreichen Roman mit autobiografischen Anleihen. Später adaptierte sie den eigenen Roman als Drehbuch, das von Mike Nichols (Die Reifeprüfung) mit Meryl Streep in der Hauptrolle verfilmt wurde.

Für viele wird Fisher nur als Leia in Erinnerung bleiben, doch sie war eine Frau mit vielen Talenten und hat die Filmgeschichte mehr beeinflusst, als es einigen vermutlich bewusst ist.

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