Quelle: Deadline

Nach vielen rekordträchtigen Starts rund um die Welt, läuft The First Avenger: Civil War ab heute auch offiziell in US-Kinos. Schon gestern gab es jedoch – wie bei allen Blockbustern heutzutage – landesweite Previews in Nordamerika, bei denen der Film bereits ab 19 Uhr in mehr als 3000 Kinos gezeigt wurde. Von diesen Vorstellungen spielte Civil War im Vorstart bereits mächtige $25 Mio ein. Doch wie verhält sich dieses Ergebnis zu vergleichbaren Filmen und was bedeutet es für das Startwochenende des Films in den USA und in Kanada?

Verglichen zu seinem direkten Vorgänger, The Return of the First Avenger, hat Civil War mehr als das Zweieinhalbfache in den Previews erwirtschaftet. Der zweite Captain America spielte 2014 $10,2 Mio in den Previews ein, auf dem Weg zu einem Startwochenende von $95 Mio. Beim identischen Multiplikator würde Civil War am Gesamtwochenende $233 Mio einspielen und damit das zweitbeste Startwochenende aller Zeiten erreichen. Doch dazu wird es nicht kommen, denn es ist allen hoffentlich klar, dass Civil War aufgrund der Masse seiner Charaktere auf viele Kinogänger viel eher wie ein weiterer Avengers-Film wirkt und demnach Box-Office-technisch mit seinem Vorgänger nur begrenzt vergleichbar ist.

Schauen wir uns also bei den großen Jungs um. Unter Comicverfilmungen gab es drei, die noch bessere Ergebnisse in den Mitternachtsvorstellungen bzw. Previews erzielten: The Dark Knight Rises ($30,6 Mio), Batman v Superman: Dawn of Justice ($27,7 Mio) und Avengers: Age of Ultron ($27,6 Mio). Jedem dieser Filme gelang daraufhin eines der zehn größten Startwochenenden aller Zeiten und das wird auch Civil War schaffen. Es stimmt, dass es nicht die besten Preview-Ergebnisse des Jahres sind, Batman v Superman liegt in der Hinsicht weiter vorne. Allerdings hatte Batman v Superman auch den Vorteil, dass seine Previews am Tag vor Karfreitag stattfanden, an dem alle Schulen frei hatten. Diesen Bonus hatte Civil War nicht. Batman v Superman spielte 16,7% von seinem gesamten Startwochenende bereits in den Previews ein, bei Civil War sollte dieser Anteil niedriger liegen. Avengers: Age of Ultron ist in dieser Hinsicht schon der passendere Vergleich. Nach $27,6 Mio in den Previews erreichte der Film $191,3 Mio am gesamten Wochenende. Die Previews machten in diesem Fall also 14,4% vom gesamten Wochenende aus. Sollte es sich bei The First Avenger: Civil War genau so verhalten, steuert er auf $174 Mio am Wochenende zu – das bedeutet einen Start auf dem Niveau von Iron Man 3, der aktuell den fünften Platz unter den besten Startwochenenden aller Zeiten in den USA innehält.

Allerdings lehne ich mich aus dem Fenster und behaupte, dass Civil War sich ein wenig besser halten wird als Age of Ultron, weil Mundpropaganda sich in heutiger Zeit sehr schnell verbreitet und die Reaktionen der Zuschauer auf den Film deutlich positiver sind als beim zweiten Avengers. Zwar wird es Civil War vermutlich nicht gelingen, den Startag von Age of Ultron zu schlagen ($84,4 Mio, aktueller Mai-Rekord), jedoch könnte er ihn am Samstag und Sonntag toppen und am Gesamtwochenende $185-195 Mio einspielen. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass der Film beim Publikum so zündet, dass er sogar die $200-Mio-Marke knackt. Schließlich nahm The Avengers 2012 in den Mitternachtsvorstellungen „nur“ $18,7 Mio ein und am gesamten Wochenende unglaubliche $207,4 Mio. Vor drei Jahren erst spielte Iron Man 3 $15,6 Mio in den Previews ein und $174,1 Mio am Wochenende. Ein solches Verhältnis würde für Civil War mehr als $270 Mio am Wochenende bedeuten. Doch obwohl es weder dazu noch zu einem neuen Startrekord in Nordamerika kommen wird (und damit hat auch niemand gerechnet), ist Civil War auf bestem Wege, eins der fünf besten Startwochenenden aller Zeiten und das bislang beste dieses Jahres zu erzielen.