Cannes 2017 Gewinner

Quelle: Festival de Cannes

Vom 17. bis zum 28. Mai fanden zum 70. Mal die Internationalen Filmfestspiele von Cannes, das unumstritten prestigeträchtigste und exklusivste Filmfestival der Welt. Neunzehn Filme gingen ins Rennen um die Goldene Palme, die größte Auszeichnung des Festivals, darunter neue Beiträge von Cannes-Stammgästen Michael Haneke (Happy End), François Ozon (Amant Double), Todd Haynes (Wonderstruck) und Michel Hazanavicius (Redoubtable). Doch am Ende konnte es natürlich nur einen geben und die Festival-Jury, angeführt von Pedro Almodóvar, wählte Ruben Östlunds The Square. Die schwedische Satire auf die Welt der modernen Kunst setzte sich überraschend gegen den vermeintlichen Favoriten 120 Beats per Minute durch. Der französische Film über die AIDS-Epidemie in Frankreich der achtziger Jahre ging aber nicht leer aus und gewann den Großen Preis der Jury, die zweithöchste Auszeichnung des Festivals. Wie schon in den letzten drei Jahren war die Entscheidung für den Siegerfilm nicht einstimmig und Almodóvar ließ sich in mindestens einem Interview anmerken, dass 120 Beats per Minute seine persönliche Wahl gewesen wäre.

The Squares Sieg ist das erste Mal seit 1992, dass die Goldene Palme an Schweden geht. Regisseur Ruben Östlund ist kein Cannes-Neuling, sein letzter Film, Höhere Gewalt (der passenderweise heute Abend um 20:15 auf ARTE seine Free-TV-Premiere feiert) lief 2014 in der Sektion Un Certain Regard.

Der Preis für die "Beste Regie" ging an Sofia Coppola für Die Verführten, ein Remake von Don Siegels Betrogen aus dem Jahr 1971. Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte des Festivals, dass eine Frau den Regiepreis gewann. Zuvor ging er 1961 an Julija Solnzewa für Flammende Jahre.

Ein großer Preis ging auch an Deutschland. Als trauernde und vom Rachegedanken angetriebene Frau, deren Ehemann und Kind bei einem Neonazi-Anschlag ums Leben kamen, wurde Diane Kruger für ihre Rolle in Fatih Akins Drama Aus dem Nichts als "Beste Darstellerin" ausgezeichnet. In Deutschland startet der Streifen erst im November. Den Preis als "Bester Darsteller" gewann Joaquin Phoenix für Lynne Ramsays You Were Never Really Here, der außerdem einen Preis für sein Drehbuch abräumte. Diesen musste der Film jedoch mit Yorgos Lanthimos' and Efthymis Filippous The Killing of a Sacred Deer. Die griechischen Filmemacher gewannen bereits vorletztes Jahr den Preis der Jury für die außergewöhnliche Dystopie The Lobster.

Eine besondere Auszeichnung zum 70. Jubiläum des Festivals ging an Nicole Kidman, die dieses Jahr gleich in vier Produktionen beim Festival zu sehen war: Die Verführten, The Killing of a Sacred Deer, How to Talk to Girls at Parties und Jane Campions Serie "China Girl: Top of the Lake".

Unten findet Ihr die Komplette Auflistung aller Sieger im Haupt-Wettbewerb und in der Sektion Un Certain Regard, in der weniger traditionelle Filme aufgeführt werden:

Wettbewerb

Goldene Palme

The Square

Großer Preis der Jury

120 Beats per Minute

Preis der Jury

Loveless

Beste Regie

Sofia Coppola (Die Verführten)

Bester Darsteller

Joaquin Phoenix (You Were Never Really Here)

Beste Darstellerin

Diane Kruger (Aus dem Nichts)

Bestes Drehbuch

Lynne Ramsay (You Were Never Really Here) und Yorgos Lanthimos & Efthymis Filippous (The Killing of a Sacred Deer)

Un Certain Regard

Bester Film

A Man of Integrity

Preis der Jury

April’s Daughter

Beste Regie

Taylor Sheridan (Wind River)

Beste Performance

Jasmine Trinca (Fortunata)

The Poetry of Cinema Award

Barbara