Es ist ein besonders schwarzer Tag für viele Kinder der Siebziger und Achtziger. Der italienische Schauspieler Carlo Pedersoli, viel besser unter seinem Künstlernamen Bud Spencer bekannt, starb gestern in Rom im Alter von 86. Das bestätigte sein Sohn Giuseppe Pedersoli. Laut ihm habe Spencer nicht gelitten, starb im Kreis seiner Familie und sein letztes Wort sei „Danke“ gewesen.

Für Millionen seiner Fans dürfte es dennoch ein schwerer, wenn auch im Gegensatz zu David Bowie und Alan Rickman nicht vollkommen überraschender Schlag sein. Nicht nur für eine Generation von Kindern und Jugendlichen waren Spencer und sein häufiger Leinwandpartner Terence Hill alias Mario Girotti absolute Idole. Welcher Filmfan kennt nicht Die rechte und die linke Hand des Teufels, Das Krokodil und sein Nilpferd oder Vier Fäuste für ein Halleluja? Der erste gemeinsame Film von Spencer und Hill (damals noch als Pedersoli und Girotti) war der Monumentalfilm Hannibal von 1959. Die wahre Geburt des Komiker-Duos folgte allerdings erst 1967 in Gott vergibt… Django nie!. In mehr als 20 Filmen spielten Spencer und Hill Seite an Seite, meist in sehr ähnlicher Figurkonstellation. Ihren letzten gemeinsamen Film, Die Troublemaker, produzierten Spencer und Hill 1994. Darüber hinaus war auch Spencers Solo-Karriere mit der Filmen wie Banana Joe, Bud, der Ganovenschreck und der Plattfuß-Reihe äußerst erfolgreich. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Bud Spencer der erfolgreichste europäische Schauspieler der Siebziger war. Allein in Westdeutschland sahen mehr als 12 Millionen Zuschauer Vier Fäuste für ein Halleluja. Damit gehört der Streifen bis heute zu den zehn besucherstärksten Filmen der letzten 50 Jahre in Deutschland, vor Riesenhits wie Der Herr der Ringe, Avatar oder Jurassic Park.

Doch Spencer war viel mehr als nur Schauspieler. Der studierte Jurist war ein erfolgreicher Schwimmer, der 1950 als erster Italiener überhaupt 100 Meter unter einer Minute schwamm. Sieben Jahre in Folge wurde er italienischer Meister im Brustschwimmen, nahm 1952 und 1956 auch an den Olympischen Spielen teil.

Spencer hat außerdem die Drehbücher zu zahlreichen seiner Filme geschrieben, war Sänger und komponierte auch Songs, u. a. für die Schlagersängerin Rita Pavone. Die Musik zu Das Krokodil und sein Nilpferd schrieb er auch selbst. Ein Erfinder war Spencer übrigens auch und meldete im Laufe seines Lebens mehrerer Patente an, darunter für ein dreiläufiges Jagdgewehr. Das sind allesamt vielleicht nicht die Dinge, für die die meisten Bud Spencer in Erinnerung behalten werden, doch es ist dennoch wichtig zu erwähnen, dass er mehr war als nur ein bärenstarker Haudrauf-Typ.

Auf Wiedersehen, Bud, und danke für all die schöne Zeit.