Quelle: Boxofficemojo

So hat sich das Warner Bros. bestimmt nicht vorgestellt. Nach nur 14 Tagen an der Spitze der US-Kinocharts wurde Batman v Superman: Dawn of Justice von einer Komödie mit Melissa McCarthy entthront. Dabei ist The Boss nicht einmal über den Erwartungen gestartet. Viel eher liegt es daran, dass Batman v Superman nach dem grandiosen Start schneller zusammengebrochen ist als Brasiliens Defensive im Halbfinale der Fußball-WM 2014. Das ermöglichte der $29 Mio teuren Komödie The Boss mit $8,1 Mio auf Platz 1 der US-Charts einzusteigen. Der Starttag lag 31% über dem von McCarthys Tammy, ihrer ersten Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Ben Falcone (der als auch bei The Boss Regie führte), jedoch 21% unter McCarthys letztjährigem Hit Spy – Susan Cooper Undercover, der $10,3 Mio am ersten Tag einspielte. Allerdings kostete Spy mit $65 Mio auch mehr als das Doppelte von The Boss. Dass The Boss trotz vernichtender Rezensionen dennoch ein ordentlicher Start gelungen ist, zeigt die anhaltende Popularität von McCarthy unter US-amerikanischen Kinogängern. Der Film selbst ist aber bei den überwiegend weiblichen (62%) und älteren (80% über 25) Zuschauern nicht sehr gut angekommen, denn sie bewerteten ihn im Schnitt mit einem „C+“-CinemaScore (äquivalent einer „3+“). Dies legt nahe, dass der Film keine sehr lange Laufzeit in den Kinos haben sollte, allerdings wird die mittelmäßige Mundpropaganda durch das ältere weibliche Publikum etwas aufgewogen, das in der Regel für die Langlebigkeit von Filmen an den Kinokassen verantwortlich ist. Über das gesamte Wochenende wird The Boss $21-23 Mio einspielen und vermutlich bis zu $60-70 Mio in Nordamerika insgesamt einnehmen.

Batman v Superman: Dawn of Justice musste sich gestern mit dem zweiten Platz der Kinocharts begnügen und spielte weitere $6 Mio ein. Damit brachte der Film sein Gesamteinspiel auf $279,3 Mio in den USA und in Kanada. Spätestens am Sonntag wird er das Gesamtergebnis von Man of Steel ($291 Mio) in Nordamerika überholen. Allerdings zeigt der Film sehr auffällige Ermüdungserscheinungen. Sein dritter Freitag lag etwa 60% unter seinem zweiten, der wiederum 82% unter seinem ersten lag. Man muss sich nur vor Augen führen, dass Batman v Superman an seinem dritten Wochenende mit etwa $20-21 Mio weniger einnehmen wird als er in den Previews am Vortag des offiziellen Kinostarts eingespielt hat. Der Film fiel von $166 Mio am Startwochenende, auf $51,3 Mio an seinem zweiten auf voraussichtlich $20-21 Mio an seinem dritten. Kein Film, der annähernd so stark gestartet ist wie Batman v Superman, ist jemals so schnell in sich zusammengebrochen. Trotz eines besseren Starts, liegt Batman v Superman jetzt schon 15% hinter The Dark Knight Rises im selben Zeitraum. Es sieht momentan danach aus, als würde er in Nordamerika nicht mehr als $320-330 Mio einspielen. Damit wird er zum Film mit dem größten Startwochenende überhaupt, der zugleich insgesamt nicht einmal das Doppelte von seinem Startwochenende (also einen Multiplikator von 2) erreichen konnte. Bislang gehörte der Rekord Fifty Shades of Grey.

Platz 3 gehörte Zoomania mit $3,5 Mio, der jetzt bei insgesamt $285,1 Mio steht. Am Gesamtwochenende winken Disneys Animationshit etwa $14-15 Mio. Zwar wird Batman v Superman Zoomania bald kurzzeitig überholen, doch langfristig sollte Zoomania ein höheres Einspiel in Nordamerika erreichen und bei mindestens $340 Mio landen.

Der zweite Neustart Hardcore enttäuschte trotz intensiver Marketingkampagne mit einem $2-Mio-Starttag auf Rang 4 und wird vermutlich nicht mehr als $5 Mio am Wochenende erreichen. Die First-Person-Perspektive schreckte offenbar viele Kinogänger ab und die Zuschauer, die den Film sahen, waren nicht begeistert und vergaben im Schnitt einen „C+“-CinemaScore, wie auch bei The Boss. Es wird eine kurze Laufzeit mit heftigen Drops folgen und ein Gesamteinspiel von nicht mehr als $10-11 Mio.

My Big Fat Greek Wedding 2 rundete mit $1,9 Mio die Top 5 ab und schielt auf ein $6-Mio-Wochenende. Das unnötige Sequel nahm bislang $42,2 Mio ein (bei Produktionskosten in Höhe von $18 Mio) und sollte insgesamt etwa $60 Mio in den nordamerikanischen Kinos einspielen.