Boston Society of Film Critics 2016

© 2016 Studiocanal

Quelle: Boston Society of Film Critics

Die Vergabe der Auszeichnungen von verschiedenen Filmkritikerverbänden in den USA geht weiter und jetzt hat auch die Boston Society of Film Critics (BSFC) ihren Senf dazugegeben. Die aus etwa 20 Bostoner Filmkritikern bestehende Vereinigung verleiht ihre Auszeichnungen seit 1981 und gilt neben den Kritikerverbänden von Los Angeles, New York und Chicago als eine der angesehensten in den USA. Obwohl es keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Kritikerpreisen und den Entscheidungen der Oscar-Wähler gibt, ist die Vorhersagekraft der Kritikerpreise der BSFC höher als bei den anderen drei Kritikerverbänden. In der Kategorie "Bester Film" gab es in den letzten zehn Jahren sieben Übereinstimmungen mit dem späteren Oscarsieger. Lediglich Boyhood, Zero Dark Thirty und The Social Network gewannen in Boston und verloren später den Oscar (auch WALL-E wurde von den Bostoner Filmkritikern ausgezeichnet, allerdings gemeinsam mit Slumdog Millionär, der später den Oscar gewann).

Die Bostoner Kritiker tendieren dazu, unter den gefeierten Filmen eines Jahres diejenigen bei ihren Auszeichnungen vorzuziehen, die in ihrer Heimatstadt spielen. So wurden vom Verband in Vergangenheit u. a. Mystic River, Departed – Unter Feinden und Spotlight ausgezeichnet. Umso überraschender (und aussagekräftiger) ist es, dass die BSFC dieses Jahr das Musical La La Land dem zum Teil in Boston angesiedelten Drama Manchester by the Sea vorgezogen hat. La La Land wurde in insgesamt drei Kategorien ausgezeichnet, darunter als "Bester Film" und für Damien Chazelles Regie. Doch auch Manchester by the Sea hat mit zwei Auszeichnungen gut abgeschnitten und belegte in zwei weiteren Kategorien den zweiten Platz.

Insgesamt bestätigten die Auszeichnungen der BSFC abermals den diesjährigen Konsens, dass sich das Oscar-Rennen hauptsächlich zwischen drei Filmen abspielt: La La Land, Manchester by the Sea und Moonlight. Martin Scorseses Silence glänzte wieder einmal durch Abwesenheit. Interessant ist übrigens die wiederholte Auszeichnung der Newcomerin Lily Gladstone für den winzigen Indie Certain Women. Gladstone gewann bereits die Preise der Filmmritiker von Los Angeles und Atlanta.

Unten findet Ihr alle Preisträger des Bostoner Kritikerverbands auf einen Blick (die Zweitplatzierten wurden dieses Jahr nicht in allen Kategorien bekanntgegeben):

Bester Film

La La Land
2. Platz – Manchester by the Sea

Beste Regie

Damien Chazelle (La La Land)
2. Platz – Kenneth Lonergan (Manchester by the Sea)

Bester Hauptdarsteller

Casey Affleck (Manchester by the Sea)
2. Platz – Joel Edgerton (Loving)

Beste Hauptdarstellerin

Isabelle Huppert (Elle und Alles was kommt)

Bester Nebendarsteller

Mahershala Ali (Moonlight)

Beste Nebendarstellerin

Lily Gladstone (Certain Women)

Bestes Ensemble

Moonlight
2. Platz – Certain Women

Bestes Drehbuch

Kenneth Lonergan (Manchester by the Sea)
2. Platz – Jim Jarmusch (Paterson)

Bester Schnitt

La La Land
2. Platz – Hacksaw Ridge und Cameraperson

Beste Kamera

Chung-hoon Chung (Die Taschendiebin)
2. Platz – James Laxton (Moonlight)

Beste Musik

Jackie

Bester Dokumentarfilm

O.J.: Made in America

Bester Animationsfilm

Tower

Bester fremdsprachiger Film

Die Taschendiebin
2. Platz – Alles was kommt

Bester neuer Filmemacher

Robert Eggers (The Witch)
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Hier findet Ihr die BFSC-Sieger von 2015, 2014 und 2013.

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