Bohemian Rhapsody Bryan Singer

© 20th Century Fox

Quelle: The Hollywood Reporter

Bryan Singer ist nicht länger der Regisseur des Queen-Biopics Bohemian Rhapsody und das hat tatsächlich nicht mit irgendwelchen Vorwürfen von sexuellen Übergriffen zu tun, ein Umstand, der im aktuellen Klima fast schon überraschend ist.

Drei Tage nachdem die Dreharbeiten aufgrund der "unerwarteten Abwesenheit" von Singer angehalten worden sind, hat 20th Century Fox den Regisseur zwei Wochen vor dem geplanten Dreheende entlassen. Die Situation erinnert ein wenig an die Entlassung von Phil Lord und Christopher Miller als Regisseure des Han-Solo-Films kurz vor Drehschluss, jedoch sind die Umstände anders. Während die Jump-Street-Macher aufgrund eklatanter kreativer Differenzen mit Disney von Bord gehen mussten, ist Singers Entlassung laut dem Branchenblatt The Hollywood Reporter das Ergebnis des zuspitzenden Konflikts zwischen Singer und Freddie-Mercury-Darsteller Rami Malek ("Mr. Robot"). Obwohl die beiden ihre Differenzen beigelegt haben sollen, ist Singer nach der Thanksgiving-Drehpause nicht am Set in London erschienen, sondern verweilte stattdessen in den USA. Laut einer weiteren internen Quelle soll Singer an einer posttraumatischen Belastungsstörung infolge der Spannungen am Set gelitten haben.

Das Verhalten war für Fox letztlich untragbar, sodass Singer letztlich entlassen wurde. Dieser drastische Schritt ist umso bemerkenswerter, da Fox eine lange, erfolgreiche Vorgeschichte mit Singer hat, der für das Studio vier X-Men-Filme inszenierte. Die Verantwortlichen bei Fox haben diese Entscheidung sicherlich nicht leichtfertig getroffen, denn sie wirft natürlich kein gutes Licht auf das Projekt.

Dass es Probleme geben könnte, hat man allerdings offenbar vorausgeahnt, denn noch vor Drehbeginn soll Singer von Fox gewarnt worden sein, dass unprofessionelles Verhalten nicht toleriert werden würde. So soll Singer in Vergangenheit schon von den Sets von Superman Returns und X-Men: Apocalypse ohne Vorwarnung verschwunden worden sein. Rami Malek soll beim Dreh zu Bohemian Rhapsody eine Beschwerde bei Fox wegen Singers Unzuverlässigkeit und mangelnder Professionalität eingelegt haben. Tom Hollander, der im Film Mercurys Manager Jim Beach spielt, wollte angeblich das Projekt wegen Singer ganz verlassen, wurde aber überredet, zu bleiben.

Bereits zuvor fehlte Singer mehrere Male am Set und sein Stamm-Kameramann Newton Thomas Sigel hat die Regie in dieser Zeit übernommen. Doch natürlich konnte das nicht die langfristige Lösung sein und Fox musste den Schaden möglichst schnell begrenzen. Der US-Kinostart am 25.12.2018 soll dennoch eingehalten werden und Fox wird in den nächsten Tagen einen neuen Regisseur ankündigen. Dieser wird sich den Regietitel höchstwahrscheinlich mit Singer teilen müssen, der immerhin den Großteil des Films inszeniert hat.

In die deutschen Kinos soll Bohemian Rhapsody am 27.12.2018 kommen. Hoffentlich wird der Film trotz seiner turbulenten Produktion der Musik-Ikone Freddie Mercury gerecht, denn der einzigartige Musiker und seine Band verdienen einen sehr guten Film.