Quelle: The Playlist

Es gibt Regisseure, die es in der Regel schaffen, ihre Wunschfassungen in die Kinos  zu bringen, und rütteln an diesen auch später nicht herum. Zu diesen gehören u. a. Woody Allen, Martin Scorsese und Steven Spielberg. Und dann gibt es Filmemacher, bei denen man eigentlich schon zwangsläufig Director’s Cuts oder Extended Editions zu ihren Kinofilmen erwartet. Zu diesen Regisseuren gehören Ridley Scott, Peter Jackson und Oliver Stone. Stone hat für seinen Megaflop Alexander sage und schreibe drei weitere Schnittfassungen im Heimkino angefertigt (den Director’s Cut, den Final Cut und den Ultimate Cut, einer davon kürzer und zwei länger als die Kinofassung).

Ein weiterer Regisseur mit der Vorliebe, an seinen Filmen auch Jahre später noch herumzuwerkeln, ist Michael Mann. Für Der letzte Mohikaner, Miami Vice und Ali fertigte er im Heimkino neue Schnittfassungen an, mit denen er auch erheblich zufriedener war. Auch sein letzter Film, Blackhat, soll offenbar einen Director’s Cut bekommen. Falls Ihr Euch nicht an Blackhat erinnert, obwohl er erst letztes Jahr in die Kinos kam, ist es kein Wunder. Der Film war einer der größten Kinoflops des Jahres 2015 und spielte bei einem Budget von $70 Mio keine $20 Mio weltweit (!) ein. Es war der größte finanzielle Fehlschlag von Manns Karriere und auch wenn der Film nicht zu den besten des Regisseurs gehört, hat er es eigentlich nicht verdient, so unterzugehen. Sicher, die Besetzung von Chris Hemsworth als Hacker war ein Fehlgriff, der durch keine Schnittfassung behoben werden kann, doch davon abgesehen bot Blackhat Mann-typische tolle Aufnahmen und eine sehr gut in Szene gesetzte Action, gewürzt mit topaktueller Thematik.

Doch während die Zuschauer rund um den Globus den Film nach nur einem Jahr schon vergessen haben, kehrte Michael Mann offenbar zu diesem zurück und fertigte einen Director’s Cut an. Doch bevor die wenigen Fans des Films sich darüber freuen und sich schon in Hoffnung auf baldigen Release die Hände reiben, muss dazu gesagt werden, dass der Director’s Cut von Blackhat vorerst nur im Rahmen einer Michael-Mann-Retrospektive in der Brooklyn Academy of Music in New York am 10. Februar gezeigt werden wird. Ob Universal sich angesichts des Flops des Films danach erbarmt, den Director’s Cut ins Heimkino zu bringen, wird sich zeigen. Ich würde es mir jedenfalls sehr wünschen.

Die Website der Brooklyn Academy of Music gibt die Filmdauer mit 133 Minuten an, identisch mit der Länge der Kinofassung. Entweder liegen noch keine aktuellen Angaben bezüglich der Länge des Director’s Cuts vor oder dieser wird tatsächlich keine verlängerte, sondern vielmehr eine „umgeschnittene“ Fassung darstellen, in der Szenen neu angeordnet, neue Szenen eingefügt und andere herausgenommen werden.