Beste Kamera 2017

Links: Dunkirk © 2017 Warner Bros. Pictures
Rechts: Blade Runner 2049 © 2017 Warner Bros. Pictures

Quelle: American Society of Cinematographers

Nach knapp 90 Jahren Oscargeschichte gibt es bis heute eine einzige Kategorie, in der noch nie eine Frau nominiert wurde: "Beste Kamera". Das könnte sich dieses Jahr endlich ändern, denn der US-Verband der Kameraleute, die American Society of Cinematographers (ASC), der etwa 450 Mitglieder zählt und seit 1986 jährlich über die besten Leistungen von Kameraleuten abstimmt, hat nun Geschichte geschrieben und erstmals eine Frau nominiert. Rachel Morrison wurde für ihre Arbeit am Netlix-Film Mudbound nominiert, was übrigens auch das erste Mal ist, dass eine Netflix-Produktion nominiert. Morrisons Kameraarbeit wurde während der Oscar-Saison bereits vom New York Film Critcs Circle ausgezeichnet.

Natürlich bedeutet das noch nicht zwingend, dass auch die Academy ihre Leistung anerkennen wird, doch die Auszeichnungen der ASC gehören zu den besten Prädiktoren einer Oscarkategorie, die es gibt. In den letzten zehn Jahren wurden 44 der vom Verband 52 nominierten Filme auch bei den Oscars für "Beste Kamera" nominiert. Nur sechs Filmen gelang eine Oscarnominierung für ihre Kamera, ohne zuvor eine ASC-Nominierung erhalten zu haben. Letztes Jahr stimmten beispielsweise alle fünf ASC-Nominees mit den späteren Oscar-Nominees überein und das könnte auch dieses Jahr der Fall sein. Neben Morrison nominierte der Verband nämlich die üblichen Verdächtigen Roger Deakins für Blade Runner 2049, Hoyte Van Hoytema für Dunkirk, Bruno Delbonnel für Die dunkelste Stunde und Dan Laustsen für Shape of Water.

Für Deakins ist es bereits seine 15. (!) ASC-Nominierung. Gewonnen hat er bereits dreimal, hat aber immer noch keinen Oscar vorzuweisen. Das könnte sich dieses Jahr ändern. Seine ärgsten Konkurrenten sind van Hoytema und Laustsen. Delbonnel hat in Vergangenheit auch schon einen ASC Awards gewonnen, für Mathilde – Eine große Liebe.

Unten findet Ihr alle fünf Nominees des Verbands auf einen Blick:

Roger Deakins (Blade Runner 2049)
Bruno Delbonnel (Die dunkelste Stunde)
Hoyte Van Hoytema (Dunkirk)
Dan Laustsen (Shape of Water – Das Flüstern des Wassers)
Rachel Morrison (Mudbound)

Die Sieger der ASC Awards stimmen allerdings eher selten mit den Oscars überein. Nur in 13 der letzten 31 Jahre entschieden sich die ASC und die Academy für den gleichen Kameramann, zuletzt 2013, 2014 und 2015 jeweils für Emmanuel Lubezki (für Gravity, Birdman und The Revenant). Seit 2006 gab es übrigens nur zwei Jahre, in denen weder Lubezki noch Deakins von der ASC nominiert waren.

Welche Kameraarbeit hat Euch dieses Jahr besonders beeindruckt?