Beste Kamera 2016

Links: Silence © 2016 Paramount Pictures
Mitte: La La Land © 2016 Studiocanal
Rechts: Arrival © Sony Pictures Germany

Quelle: American Society of Cinematographers

Ein weiterer wichtiger "technischer" Industrieverband hat seine Nominierungen für die herausragende Leistungen aus dem letzten Jahr bekanntgegeben. Die American Society of Cinematographers (ASC) zeichnet seit 1986 jährlich die besten Leistungen von Kameraleuten aus. Der etwa 450 Mitglieder zählende Verband gilt dabei als ein sehr zuverlässiger Prädiktor für die entsprechende Kategorie bei den Oscars, insbesondere was Nominierungen angeht. In den letzten zehn Jahren waren 42 der 50 für ihre Kamera oscarnominierten Filme zuvor vom Verband der Kameraleute nominiert worden. Letztes Jahr gab es vier Übereinstimmungen, doch während die ASC Janusz Kamiński für Bridge of Spies nominierte, entschied sich die Academy stattdessen für Robert Richardsons Arbeit an The Hateful 8. In den Jahren 1996, 2007, 2010 und 2013 war sogar jeder der fünf für die Kameraarbeit oscarnominierten Filme auch von der ASC nominiert worden.

Bei den Siegern ist die Übereinstimmung zwischen der Academy und der ASC jedoch deutlich geringer, was daran liegt, dass während bei den Oscarnominierungen lediglich Academy-Mitglieder aus ihrem spezifischen Bereich ihre Stimmen abgeben, bei der Wahl der Sieger alle 6000 Academy-Mitglieder mitmachen dürfen. Bei der ASC bleibt es hingegen von Anfang bis Ende unter Profis. So ergab sich, dass in den 30 Jahren der ASC Awards deren Sieger nur 13 Male mit den Oscars übereinstimmte, darunter in den letzten drei Jahren als Emmanuel Lubezki einen beispiellosen Lauf mit drei Auszeichnungen in Folge (für Gravity, Birdman und The Revenant) hinlegte und mit insgesamt fünf ASC Awards während seiner Karriere einen neuen Rekord aufstellte.

Vergangenes Jahr waren alle Nominees bereits Veteranen der ASC Awards. Drei haben beim Verband bereits gewonnen gehabt, die verbleibenden zwei waren zumindest mal nominiert. Dieses Jahr setzt die ASC auf frisches Blut. Für vier der fünf Kameraleute  ist es deren allererste Nominierung und diese vier sind auch unter 50 Jahre alt. Nach 2009 ist es erst das zweite Jahr seit 2006, in dem weder Emmanuel Lubezki noch Roger Deakins nominiert sind. Die beiden Schwergewichte gewannen die Auszeichnung insgesamt sechsmal in den letzten zehn Jahren. Etwas Abwechslung tut wirklich gut. Die diesjährigen Nominees findet Ihr unten:

Bradford Young (Arrival)
Linus Sandgren (La La Land)
Greig Fraser (Lion)
James Laxton (Moonlight)
Rodrigo Prieto (Silence)

Endlich taucht auch mal Martin Scorseses Herzensprojekt Silence auf einer der wichtigen Oscar-Prädiktorlisten auf. Wiederum scheint die Kamera des Films auch dessen stärkster Aspekt zu sein. Der Mexikaner Rodrigo Prieto, der bereits die Bilder für Scorseses The Wolf of Wall Street eingefangen hat, wurde in Vergangenheit zweimal für einen ASC Award nominiert (für Frida und Brokeback Mountain) sowie einmal für den Oscar (für Brokeback Mountain). Für die anderen vier Kameraleute ist es ihre erste Nominierung. Überraschend ist darunter höchstens die Nennung des Australiers Greig Fraser für Lion, auch wenn der Film einige wirklich schöne Aufnahmen hat. Wenn einer der fünf es jedoch nicht zu den Oscars schafft, dann vermutlich er. Die größte Konkurrenz geht von Seamus McGarvey (Nocturnal Animals), Giles Nuttgens (Hell or High Water) und Stéphane Fontaine (Jackie) aus.

Die ASC wird die Auszeichnungen am 4. Februar verleihen. Im Rahmen der Verelihung wird Kameramann Edward Lachman, der letztes Jahr für seine Arbeit an Todd Haynes' Carol nominiert war, für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Welche Filme aus dem letzten Jahr hatten Eurer Meinung nach die schönsten Aufnahmen?

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