Beowulf (2007) © Warner Bros. Pictures

Quelle: ITV

Jede bekannte Legende oder Literaturklassiker wird immer und immer wieder für neue Adaptionen aufgegriffen, sei es denn fürs Kino oder (heutzutage immer häufiger) fürs Fernsehen. Dabei gibt es zwischendurch immer etwas bessere und etwas schlechtere Adaptionen und, wenn man Glück hat, eine, die man als die "ultimative" Adaption des jeweiligen Stoffs bezeichnen kann, der nicht mehr viel zuzufügen ist. Obwohl das alt-englische Helden-Epos "Beowulf" eigentlich reichlich mythischen Stoff für eine tolle Umsetzung bietet, steht die ultimative Verfilmung des Heldengedichts noch aus. Zuletzt traute sich Robert Zemeckis mit seinem Motion-Capture-Abenteuer Die Legende von Beowulf an die Materie und hatte auch soliden Erfolg, doch eine Realumsetzung würde ich mir trotzdem wünschen. Diese gab es bislang v. a. in Form des ultra-trashigen Christopher-Lambert-Reißers Beowulf und des etwas öden Beowulf & Grendel mit Gerard Butler in der Hauptrolle. Das geht doch noch besser, oder?

Das dachte man sich zum Glück auch beim britischen Sender ITV (der u. a. auch "Downton Abbey" produziert) und gab jetzt eine TV-Serie basierend auf dem epischen Werk in Auftrag. Die erste Staffel soll aus 13 Folgen bestehen und die Dreharbeiten beginnen im Nordosten Großbritannien im April 2015. Details zur Besetzung stehen noch aus. Produziert wird die Serie von James Dormer ("Strike Back", "Wallander"), Tim Haines und Katie Newman.

Doch wie dehnt man die Geschichte um Beowulf, deren Höhepunkte eigentlich in drei Kämpfen (mit dem Monster Grendel, mit Grendels Mutter und mit dem Drachen) bestehen auf eine ganze Serie aus? Das werden wir wohl früh genug erfahren. Die Handlung soll aber offensichtlich nicht mehr in Dänemark bzw. überhaupt Skandinavien spielen. Der Sender beschreibt die Serie als ein Western, der in den Dunklen Zeiten der mythischen britischen Vergangenheit spielt.

Ansonsten soll der Plot aber zumindest anfangs nah an der Vorlage bleiben. In der ersten Folge kehrt Beowulf, der zuvor viele Jahre als umhertreibender Söldner verbracht hat, nach Herot zurück, um dem kürzlich verstorbenen Herrscher Hrothgar, dem Mann, der ihn erzogen hat, letzte Ehre zu erweisen. Aber als Herot von einem furchterregenden Monster namens Grendel angegriffen wird, hat Beowulf keine andere Wahl, als es zu jagen und zur Strecke zu bringen. Dabei gewinnt er die Gunst der neuen weiblichen Herrscherin von Herot und der Bevölkerung. Damit beginnt die persönliche Reise eines mächtigen Mannes, der sich langsam mit der Vorstellung von einer Familie und einem dauerhaften Zuhause anfreundet.

Klingt nicht uninteressant und ich hoffe, dass das Budget ausreichend hoch ist, damit das ganze auch episch genug aussieht. Vielleicht bekommen wir so die ultimative "Beowulf"-Adaption. Es ist aber nicht der einzige literarische Klassiker, dessen ITV sich annimmt. Auch Robert Louis Stevensons "Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde" wird als zehnteilige Miniserie, deren Handlung nach London der 1930er verlegt wird, vom Sender adaptiert. Die Dreharbeiten dazu beginnen im Januar in Indien und werden im Februar in London fortgesetzt.