Quelle: Boxofficemojo

Heute können die Studioköpfe von Warner Bros. die negativen Kritiken von Batman v Superman: Dawn of Justice erst einmal getrost vergessen und mit dem Blick auf die offiziellen Einspielzahlen des Films in den USA zufrieden die Hände reiben. Nachdem der Film bereits in den Previews gigantische $27,7 Mio eingespielt hat, belief sich der nordamerikanische Umsatz am gesamten Starttag auf fantastische $82 Mio (einschließlich der Previews). Es ist der viertbeste Starttag aller Zeiten, ganz knapp vor Jurassic World und hinter Star Wars: Das Erwachen der Macht ($119,1 Mio), Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 ($91,1 Mio) und Avengers: Age of Ultron ($84,4 Mio). Es ist außerdem der mit Abstand beste Starttag für eine DC-Comicverfilmung, vor The Dark Knight Rises ($75,8 Mio). Schauen wir uns dieses Startergebnis im Folgenden mal genauer an und vergleichen ihn mit anderen Filmen unter ähnlichen Umständen.

Dass ein Film trotz überwiegend negativer Kritiken dennoch Erfolg haben kann, gab es auch schon vorher (siehe die Twilight– oder Transformers-Franchises), dass ein Film jedoch so gigantisch anläuft, obwohl die allgemeine Rezeption zu wünschen übrig lässt, ist dennoch ungewöhnlich und lässt einen nur ausmalen, wie viel größer das eigentliche Potenzial wäre, wenn der Film so universell gepriesen worden wäre wie beispielsweise The Dark Knight oder The Avengers. Dass ihm dennoch ein unbestreitbar fantastischer Start gelungen ist, ist einer Reihe von Faktoren zu verdanken. Zunächst ist Karfreitag traditionell ein sehr starker Tag für Filme und immer häufiger haben Studios in vergangenen Jahren ihre Blockbuster über Ostern an den Start geschickt, wie Kampf der Titanen oder Fast & Furious 7. Das bedeutet aber auch, dass Karfreitag der mit Abstand stärkste Tag am Gesamtwochenende ist und den Film am Samstag und Sonntag heftige Rückgänge erwarten. Ein weiterer begünstigender Faktor ist natürlich schlicht die Popularität seiner beiden Titelhelden, die erstmals auf der Leinwand aufeinander treffen – ein Traum vier Fans seit Jahrzehnten. Batman und Superman sind Ikonen der US-amerikanischen Popkultur und genau das zeigt sich am Erfolg des Films. Man darf nicht vergessen, dass vier der sieben Batman-Filme seit Tim Burtons erstem in Nordamerika einen neuen Startrekord aufgestellt haben (Batman, Batmans Rückkehr, Batman Forever und The Dark Knight). Bis heute befinden sich The Dark Knight und The Dark Knight Rises unter den zehn erfolgreichsten Filmen aller Zeiten in den USA. Dazu hat Warner Bros. ein Marketing-Tsunami seit fast einem Jahr aufgefahren, das seinesgleichen sucht. Darüber hinaus ist es auch der erste große Aciton-Blockbuster in US-Kinos seit dem Start von Deadpool im November und der erste Blockbuster mit Jugendfreigabe seit Star Wars im Dezember. Die Zuschauer waren ausgehungert und Batman v Superman kam genau im richtigen Augenblick.

Wie geht es dann weiter? Eins der zehn besten Startwochenenden aller Zeiten ist Batman v Superman absolut sicher. Dass der Film frontlastig ist, zeigt sich am hohen Anteil der Previews am Starttag. Dieser beträgt etwa 34% ($27,7 Mio vo $82 Mio). Bei Fast & Furious 7, der ebenfalls an Karfreitag startete, betrug der Anteil letztes Jahr 23%. Bei The Return of the First Avenger, der ebenfalls im April angelaufen ist, waren es 28%. Avengers: Age of Ultron hatte letztes Jahr einen Anteil von 33%. Wenn Batman v Superman sich über das gesamte Wochenende so verhält wie Fast & Furious 7 letztes Jahr über Ostern, erwarten ihn etwa $179 Mio am Startwochenende. Das wäre das fünftgrößte Startwochenende aller Zeiten (nach Star Wars, Jurassic World und den beiden Avengers-Filmen). Der Film wird jedoch durch seine natürliche riesige Fangemeinde frontlastiger sein als Fast & Furious 7. Außerdem wird die gemischte Mundpropaganda zum Film, die sich heutzutage über soziale Netzwerke schnell verbreitet, auch für stärkere Rückgänge an den Folgetagen sorgen. Die Zuschauer in den USA bewerteten den Film im Schnitt mit eine „B“-CinemaScore (äquivalent einer „2“). Das liest sich für ein ungeübtes Auge ganz gut, ist jedoch für einen großen Comic-Blockbuster schwach. Man of Steel hatte einen „A-„-CinemaScore (äquivalent einer „1-„). Kein Marvel/Disney-Film hatte bislang einen CinemaScore unter „B+“ („2“). Batman v Superman befindet sich damit in der Gesellschaft von Daredevil, Catwoman, Green Lantern, X-Men Origins: Wolverine und Elektra, die von den Zuschauern alle jeweils mit einem „B“-CinemaScore bewertet wurden. Das spricht nicht unbedingt für ein gutes Durchhaltevermögen an den Kinokassen, denn alle diese Filme brannten nach dem Start schnell aus. Zieht man also diesen Faktor ebenfalls hinzu, sieht es eher nach einem gesamten Startwochenende in Höhe von etwa $168-172 Mio aus. Sollte er $169,2 Mio passieren, wird es der erfolgreichste Start in der Geschichte von Warner Bros. und der sechstbeste aller Zeiten. Ohne Frage, es sind großartige Zahlen und werden den Film mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ein finales Einspiel oberhalb von $350 Mio in Nordamerika bringen. Die von Warner aber sicherlich erhofften $400 Mio wird er aber aufgrund der gemischten Resonanz höchstwahrscheilich verpassen.

International steht Batman v Superman bereits bei starken $115,3 Mio in drei Tagen. Davon kommen $20 Mio aus China, wo der Film den besten Starttag aller Zeiten für Warner und den siebtbesten für eine Hollywood-Produktion hatte. In Großbritannien startete der Film mit $9 Mio am ersten Tag und in Japan mit $1,2 Mio (bester Starttag für einen Batman- oder Superman-Film in dem Markt). Aus Mexiko stammen $9,6 Mio nach zwei Tagen. Brasilien hat $6,6 Mio seit Donnerstag beigesteuert.

Auf Seite 2 verraten wir Euch, wie die verbleibenden vier Filme der Top 5 in Nordamerika am Freitag abgeschnitten haben, darunter Zoomania und My Big Fat Greek Wedding 2.