Bad Boys 3 Start

Quellen: Sony Pictures, The Wrap

Wie wir bereits angesprochen haben, läuft dieses Kinojahr finanziell für Sony Pictures so gar nicht gut. Neill Blomkamps Chappie und Cameron Crowes Aloha sind am Box-Office gefloppt, Adam Sandlers Pixels hat auch nicht gerade ein Feuer der Begeisterung unter den Kinogängern entfacht und Die Trauzeugen AG sowie Der Kaufhaus Cop 2 sind tatsächlich die zwei bislang erfolgreichsten Filme des Jahres für das Studio, was an sich schon eine verhältnismäßig traurige Aussage ist. Auch sonst ist die Lage nicht gerade rosig, denn Sony mangelt es an aktuell aktiven, erfolgreichen Franchises, insbesondere nachdem die Geldkuh des Studios, Spider-Man, mit The Amazing Spider-Man 2 in gewisser Hinsicht gegen die Wand gefahren wurde und das Studio die Filmreihe mit Marvels Hilfe noch einmal rebooten muss. Natürlich hat Sony auch noch James Bond, doch Gerüchte besagen, dass das Franchise bald eine neue Studio-Heimat suchen könnte, womit Sony lediglich die Jump-Street-Reihe als deren größtes Franchise momentan hätte. Gegen die Übermacht von Warners DC-Universum, Disneys Marvel/Pixar/Star Wars oder Universal Jurassic Park und Fast & Furious kommt Sony damit wohl kaum an. Die Lösung: einige eingeschlafene Franchises müssen wieder aufgewärmt und zum neuen Leben erweckt werden, sei es denn mit Reboots oder mit Sequels. Kürzlich haben wir schon berichtet, dass eine Neuauflage von Stuart Little beim Studio in Planung sei, doch jetzt ließ Sony die Bombe platzen und kündigte auf einmal die Starttermine für zahlreiche Fortsetzungen und Reboots an, darunter Jumanji, Resident Evil 6 und Underworld 5.

Doch am auffälligsten und vielleicht auch am überraschendsten war die offizielle Ankündigung von nicht nur einem, sondern gleich zwei neuen Bad-Boys-Filmen! Es ist zwar schon länger bekannt, dass Produzent Jerry Bruckheimer versucht, eine Fortsetzung zum Actionhit mit Will Smith und Martin Lawrence auf die Beine zu stellen, doch in den 12 Jahren seit Teil 2 hat sich in dieser Hinsicht nicht viel getan. Nachdem Will Smith auch noch an Independence Day 2 eine Absage erteilt hat, stellten viele in Frage, ob er denn überhaupt bereit wäre, für eine andere Fortsetzung zurückzukehren, insbesondere da das Bad-Boys-Franchise nicht annähernd so erfolgreich ist, wie Independence Day.

Doch scheinbar hat Sony oder Bruckheimer in dieser Hinsicht einen Durchbruch erreicht, denn Bad Boys 3 soll am 17.02.2017 in die US-Kinos kommen. Bad Boys 4 wird am 3.07.2019 folgen. Zwar ist es nicht offiziell, dass Smith und Lawrence in den Rollen der beiden Detectives aus Miami zurückkehren werden, doch wer würde schon einen Bad-Boys-Film ohne die beiden sehen wollen? Independence Day war ein Ensemblefilm und die eigentliche Attraktion waren Aliens und Szenen der Massenzerstörung. Eine Fortsetzung kann auch ohne Will Smith gut überleben. Bad Boys steht und fällt beim Publikum mit seinem Darsteller-Duo. Man will ja auch keinen Lethal Weapon ohne Gibson und Glover oder Stirb langsam ohne Willis sehen.

Es sieht allerdings so aus, als würde Michael Bay nicht mehr im Regiestuhl sitzen. Er wird wohl eher noch zig weitere Transformers-Teile inszenieren, die auch sicherlich mehr Geld einbringen. Ein potenzieller Ersatz für Bay ist Joe Carnahan, Regisseur von Smoking Aces und The Grey. Er wird auf jeden Fall das Drehbuch zu Bad Boys 3 schreiben, ob er auch Regie führen wird, ist noch nicht sicher. Carnahan ist ein unterschätzter Regisseur, der schon mit einem seiner Frühwerke, Narc, einen starken Eindruck hinterlassen hat. Einst sollte er auch Mission: Impossible III inszenieren, wurde jedoch durch J.J. Abrams ersetzt. Seine Erfahrung mit einem großen Budget bei einem Actionblockbuster sammelte er beim A-Team-Film vor fünf Jahren. Nun ja, hoffentlich hat er aus dessen Fehlern gelernt, wenn er Bad Boys 3 tatsächlich inszeniert.

Auf die Ankündigung von zwei Fortsetzungen von Sony würde ich übrigens nicht unbedingt sehr viel Wert legen. Es wäre nicht die erste voreilige Starttermin-Festlegung. Sony hat auch The Amazing Spider-Man 3 und 4 für 2014 und 2016 terminiert und wir wissen ja, was daraus geworden ist…