Quelle: Murmur Podcast

Sein Name ist Archer, Sterling Archer, und er ist der Held einer der lustigsten, frechsten und politisch inkorrektesten Serien, die momentan produziert werden. Die Animationsserie „Archer“ begann als eine anachronistische Parodie von James-Bond-Filmen über einen äußerst tödlichen, aber auch sehr egoistischen und kindischen Geheimagenten mit Ödipus-Komplex und seine nicht minder skurrilen Kollegen beim Geheimdienst ISIS. Mittlerweile zählt die FX-Serie sieben Staffeln und änderte im Laufe der letzten Jahre mehrfach ihr Format. Mal verschlug es Archer und seine Kohorten auf die andere Seite des Gesetzes, wo sie sich als Drogenhändler versuchten und „Miami Vice“ auf die Schippe nahmen (Staffel 5), und später bauten sie eine Privatdetektei in Los Angeles auf, als Parodie auf „Magnum“ (Staffel 7). Stets blieb die Serie jedoch ihrem respektlosen Spirit treu, entwickelte im Gegensatz zu vielen Animationsserien ihre Charaktere weiter und gewann dieses Jahr endlich den lange verdienten Emmy als „Beste Animationsserie“. „Archer“ ist auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs angekommen und der Sender FX revanchierte sich im Juni mit einer Verlängerung gleich um drei weitere Staffeln. Leider werden diese jeweils nur acht Folgen enthalten, nachdem die bisherigen Seasons entweder aus 10 oder 13 Episoden bestanden.

Was zu dem Zeitpunkt jedoch nicht klar war, war die Absicht des Serienschöpfers Adam Reed, der auch an jeder einzelnen Episode der Serie mitgeschrieben hat, „Archer“ nach der 10. Staffel enden zu lassen. Das hat er jetzt in einem Podcast klargestellt und erklärte, dass er die Serie ursprünglich noch früher beenden wollte. (aus dem Englischen)

Ich weiß nicht, ob irgendjemand schon darüber geredet hat, aber es ist definitiv mein Plan – Staffeln 8, 9 und 10 zu machen, und sie werden jeweils kürzere Staffeln aus nur acht Folgen sein, und die Serie dann zu beenden. Ich wollte sie ursprünglich schon nach acht Staffeln enden, aber dann hatte ich eine Art Hirnexplosion, bei der mir die Idee kam, wie ich noch drei Staffeln machen könnte und immer noch interessiert wäre. Die drei nächsten Staffeln werden ganz anders sein als alles, was davor kam, und sie werden sich auch untereinander unterscheiden.

Es klingt ganz danach, als würde Reed das Format von „Archer“ demnächst wieder neu erfinden. Ich bin gespannt und obwohl ich es schade finde, dass die neuen Seasons nur so kurz sein werden, unterstütze ich die Entscheidung, der Serie einen klaren Endpunkt zu setzen. Zu häufig erlebt man, dass einst gute Serie weit über ihr Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus produziert werden (*hüstel* „Die Simpsons“ *hüstel“). Es ist besser aufzuhören, wenn es gerade am schönsten ist. Außerdem müssen wir uns noch nicht bald von „Archer“ verabschieden, denn bis 2019 ist die Zukunft der Serie gesichert. Das deutsche Netflix hat übrigens alle bislang produzierten sieben Staffeln im Angebot, falls Ihr Nachholbedarf habt. Ich kann es nur empfehlen.