Anton Yelchin in Like Crazy (2011) © Paramount Vantage

Es ist ein gnadenloses Jahr. Nach David Bowie, Alan Rickman, Victoria Wood und Prince fordert 2016 ein weiteres, unerwartetes Promi-Opfer. Das junge Schauspieltalent Anton Yelchin, dem Mainstream-Publikum vermutlich am besten durch seine Auftritte in den letzten beiden Star-Trek-Filmen als Navigationsoffizier Pavel Checkov bekannt, starb heute im Alter von nur 27 vor seinem eigenen Haus in Los Angeles. Als Todesursache wird ein bizarrer Autounfall vermutet. Nachdem Yelchin zu einer Verabredung mit Freunden nicht erschienen ist, suchten sie ihn bei ihm zu Hause auf und fanden die Leiche des Schauspielers in der Hauseinfahrt, eingeklemmt zwischen seinem eigenen Wagen und einem Sicherheitszaun. Ein Fremdverschulden wird derzeit ausgeschlossen. Es sieht ganz danach aus, als sei er aus dem Wagen gestiegen und habe vergessen, die Handbremse zu ziehen, sodass das Auto unkontrolliert gerollt ist und ihn tödlich verletzte.

Doch ob die Todesursache nun grotesk ist oder nicht, die traurige Tatsache bleibt, dass wir ein tolles Talent verloren haben, das noch eine ganzes Leben vor sich hatte, und das ist – ich erlaube mir den Ausdruck – beschissen!

Die Karriere des in UdSSR geborenen Schauspielers begann 2000 mit einer Rolle in einer Episode der Krankenhausserie „Emergency Room“, doch schon kurze Zeit darauf durfte er gleich an der Seite des Oscarpreisträgers Anthony Hopkins eine Film-Hauptrolle spielen, in Hearts in Atlantis. Seinen ersten größeren Erfolg hatte er mit einer Hauptrolle in der TV-Serie „Huff – Reif für die Couch“, die zwei Staffeln lang lief sowie mit dem Krimidrama Alpha Dog an der Seite von Justin Timberlake. Für die Indie-Komödie Charlie Bartlett erntete Yelchin verdientes Lob.

Das größte Jahr seiner Karriere war dann 2009, in dem er innerhalb von einem Monat gleich in zwei Blockbustern zu sehen war und zwei ikonische Filmrollen verkörperte. In J.J. Abrams‘ Star Trek schlüpfte er in die Rolle von Chekov, in Terminator: Die Erlösung war er der junge Kyle Reese, künftiger Vater von John Connor. Terminator enttäuschte an den Kinokassen, Star Trek war ein Hit und so spielte Yelchin Chekov vier Jahre später in Star Trek into Darkness wieder.

Sehr sympathisch fand ich Yelchin auch im Vampirhorror-Remake Fright Night sowie im übernatürlichen Mystery-Film Odd Thomas, der leider kaum Beachtung fand.

Aktuell ist Yelchin in unseren Kinos im beinharten Thriler Green Room an der Seite der Star-Trek-Ikone Patrick Stewart zu sehen. Am 21. Juli läuft bei uns Star Trek Beyond an, in dem er wieder Checkov verkörpert. Sein finaler abgedrehter Film ist jedoch der Thriller Thoroughbred mit Olivia Cooke („Bates Motel“) und Anya Taylor-Joy (The Witch), der erst 2017 veröffentlicht werden soll. Als nächstes sollte er eigentlich im Drama des Das Schicksal ist ein mieser Verräter-Regisseurs Josh Boone, Pretender, mitspielen, in dem er nach Fright Night und Green Room zum dritten Mal an der Seite von Imogen Poots gestanden wäre. Trotz seines jungen Alters hat Yelchin bereits eine lange und abwechslungsreiche Karriere hinter sich gebracht und wird auf jeden Fall vermisst werden.