Alex Rider Serie

© The Weinstein Company

Quelle: Variety

Eine der häufigsten (und zumeist rhetorischen) Fragen, die ich in Bezug auf Filme höre, ist, weshalb die meisten Blockbuster heutzutage entweder Sequels oder Reboots oder Comicverfilmungen oder andere Verwertungen von existierendem Material sind und originelle Ideen gerade im Big-Budget-Kino eine Rarität geworden sind. Die Antwort darauf ist recht simpel: wird eine ganz originelle Idee verfilmt, muss der Film sein Publikum erst finden. Bei bekannten Stoffen denken die Studios es viel leichter zu haben, da eine Fangemeinde bereits besteht und nur darauf wartet, bedient zu werden. Häufig geht diese Rechnung auf, wenn auch nicht immer. Wenn eine Geschichte in Buchform ein Erfolg war, als Film jedoch floppte, muss bei der Umsetzung irgendwo etwas schiefgegangen sein. Daraus wird gelegentlich die Schlussfolgerung gezogen, dass ein weiterer Anlauf berechtigt ist, um die Fehler des vorherigen zu vermeiden. Dies geschieht dann in Form eines weiteren Reboots einige Zeit später oder, immer häufiger, als Serie. Ein Musterbeispiel aus den letzten Jahren ist Cassandra Clares Romanreihe "Chroniken der Unterwelt". Die erste Verfilmung, City of Bones, erfüllte die Erwartungen an den Kinokassen nicht, doch die Serienadaption "Shadowhunters" geht demnächst in die dritte Runde.

Gleiches wird jetzt auch bei der Jugend-Roman-Reihe "Alex Rider" des britischen Autoren Anthony Horowitz versucht, jedoch mit einem deutlich größeren zeitlichen Abstand zwischen dem Kinofilm und der Serie. Die mittlerweile elf Romane zählende Reihe handelt von einem Teenager, der nach dem Tod seines Onkels feststellt, dass dieser ein britischer Geheimagent war und selbst in die gefährliche Welt der Spionage hineingezogen wird. Kurz gesagt: es ist im Prinzip James Bond Jr. Der erste Roman der Reihe wurde bereits 2006 unter dem Titel Stormbreaker mit Alex Pettyfer in der Hauptrolle verfilmt, doch trotz einer wirklich bemerkenswerten Besetzung aus Bill Nighy, Damian Lewis, Ewan McGregor, Alicia Silverstone, Andy Serkis, Stephen Fry und Robbie Coltrane floppte der Film und erschien hierzulande nicht einmal im Kino.

Mit 16 Millionen verkauften Büchern hat die Reihe jedoch definitiv ihre Fans und jetzt soll eine TV-Serie versuchen, deren Interesse anzuzapfen. Produziert wird sie vom britischen Sender ITV, der auch für "Downton Abbey" und "Broadchurch" verantwortlich war. "Die Borgias"-Autor Guy Burt adaptiert die Romane als Serie und richtet sich dabei an ein etwas älteres Publikum als die Vorlage, wie Variety berichtet. Anthony Horowitz selbst erklärte, dass die Serie dem Geist der Vorlage treu bleiben, jedoch die Charaktere weiter ausbauen wird.

Ich habe die ersten neun Teile der Reihe gelesen und tatsächlich bieten sich die recht kurzweiligen Bücher perfekt für Film- oder Serienadaptionen an, sodass ich die Fortschritte der TV-Version genau verfolgen werde.