Alan Rickman ist tot. Die britische Bühnen- und Leinwandlegende, die den meisten aus der „Harry Potter“-Filmreihe sowie als grandioser Schuft in „Stirb Langsam“ bekannt sein dürfte, starb heute im Alter von 69 Jahren an Krebs, wie seine Familie mitteilte.

Sein Leinwanddebüt gab der charismatische Rickman, der sich zuvor als Theaterschauspieler seine Sporen verdiente, erst 1988 in „Stirb Langsam“, in dem er den Bösewicht Hans Gruber spielte. Da war Rickman bereits 41 Jahre alt. Die Rolle wurde ihm gleich zwei Tage nach seiner Ankunft in Los Angeles angeboten. Als Folge seiner überzeugenden Leistung an der Seite von Bruce Willis wurde er häufig für die Schurkenrolle gecastet, u.a. in „Robin Hood – König der Diebe“ als Sheriff von Nottingham.

Seine wohl am meisten beachtete Rolle hatte er in den „Harry Potter“-Filmen, in denen er den undurchsichtigen Zaubertränke-Lehrer Severus Snape verkörperte. Auf Schurken und zwielichtige Figuren war Rickman dank seiner finsteren Mimik Zeit seiner Karriere zweifellos abonniert, dass er aber auch über ein komödiantisches Talent verfügte, konnte er in zahlreichen Filmen wie „Galaxy Quest“ oder „Tatsächlich … Liebe“ unter Beweis stellen. Für seine Darstellung in dem Fernsehfilm „Rasputin“ gewann er 1996 einen Emmy und einen Golden Globe. Eine Oscarnominierung blieb ihm Zeit seines Lebens leider verwehrt.

Auf der Leinwand war Rickman zuletzt in „Die Gärtnerin von Versailles“ zu sehen. Bei dem Historiendrama übernahm er eine Doppelfunktion als Regisseur und Schauspieler an der Seite von Kate Winslet. Noch zwei Mal wird Rickman in den Kinos zu sehen bzw. zu hören sein: in dem bereits abgedrehten britischen Thriller „Eye in the Sky“ neben Hellen Mirren und Aaron Paul, der bei den Filmfestspielen von Toronto von der Kritik sehr positiv rezipiert wurde, sowie als Synchronsprecher im englischen Original von „Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln„, in dem er wieder der Raupe Absolem seine markante und unverwechselbare Stimme leiht.