Keine Überraschungen bei den PGA-Nominierungen

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Quelle: Producers Guild of America

Wie die Screen Actors Guild (SAG), gehört auch die Producers Guild of America (PGA) zu den wichtigsten Industrie-Vorboten der Oscars. Diese sind insofern wichtig, als dass im Gegensatz zu den ganzen Preisen der Filmkritikerverbände, es tatsächliche Überschneidungen gibt zwischen den Mitgliedern der PGA und denen der Academy. Sagen die SAG-Awards primär die Schauspielkategorien vorher (wobei sich auch da die generelle Stärke eines Films einschätzen lässt), so geht es bei den PGA-Nominierungen um die Kategorie "Bester Film". Da hier die Produzentengewerkschaft abstimmt, haben große finanzielle Hits einen leichten Vorteil gegenüber kleineren Independent-Filmen (schließen machen vor allem die ersteren den Produzenten Geld). So wurden bereits Hits wie der erste Harry-Potter-Film und My Big Fat Greek Wedding als Bester Film von der Producers Guild nominiert. Im Großen und Ganzen stimmt die Produzentengewerkschaft aber mit den Oscars überein. Seit die Academy die Zahl der Nominierten in der Kategorie "Bester Film" auf zehn anhob, so tat dies direkt auch de PGA. Das gilt auch bis heute, obwohl die Zahl der Bester-Film-Nominees bei den Oscars nun schwankt. Letztes Jahr wurden sieben der PGA-nominierten Filme auch für den Oscar als Bester Film nominiert. Extrem laut und unglaublich nah sowie The Tree of Life schafften eine Oscar-Nominierung ohne eine vorige PGA-Nom. Im Jahr zuvor lag PGA bei neun von zehn Filmen richtig. Lediglich Winter’s Bone wurde von der PGA nicht nominiert und stattdessen The Town – Stadt ohne Gnade. Ein Jahr früher, 2010, hatte die PGA acht Treffer, nur statt Blind Side – Die große Chance und A Serious Man wurden Star Trek (Vorliebe für Blockbuster!) und Invictus nominiert. In den meisten Jahren zuvor, als es nur fünf nominierte Filme gab, stimmte die PGA in der Regel bei vier von fünf Nominees mit den Oscars überein.

Auch dieses Jahr gibt es augenscheinlich keine großen Abweichungen, wie man bei diesen Nominees sehen kann:

Produzent des Jahres bei einem Realfilm

Argo
Beasts of the Southern Wild
Django Unchained
Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger
Lincoln
Les Misérables
Moonrise Kingdom
Silver Linings – Wenn Du mir, dann ich Dir
Skyfall
Zero Dark Thirty

Produzent des Jahres bei einem Animationsfilm

Frankenweenie
Die Hüter des Lichts
Merida – Legende der Highlands
ParaNorman
Ralph reicht’s

Weitere Nominierungen, unter anderem für den Besten Dokumentarfilm und die Nominierungen im Bereich TV-Serien könnt Ihr gerne hier einsehen.

Wie man schnell erkennen kann, halten die diesjährigen Nominierungen kaum Überraschungen bereit. Interessant ist das Fehlen von The Dark Knight Rises. Sein Vorgänger hat eine Nominierung erhalten als es gar fünf Plätze für die Filme gab. Seinen Blockbuster-Platz nahm erwartungsgemäß Skyfall ein, was aber keienswegs bedeutet, dass der Filme eine reele Chance auf eine Bester-Film-Nominierung bei den Oscars hat. Die anderen neun Filme sehen hingegen so aus, als könnten wir hier unser Oscars Line-Up haben. Bemerkenswert ist das Fehlen von The Master. Nachdem der Film schon bei den SAG-Nominierungen sehr schwach abgeschnitten hat, bezeugt das nur noch mehr, wie sehr der Streifen im Oscar-Rennen an Fahrt verloren hat. Allerdings würde ich eine Überraschungs-Nominierung à la The Tree of Life noch nicht ganz ausschließen. Stark profiteren kann von den PGA-Noms hingegen Beasts of the Southern Wild. Dass ein solch kleiner Indie-Film auch hier nominiert wurde, ist definitiv ein gutes Zeichen und das brauchte der Film, nachdem er bei den Golden Globes vollständig übergangen worden war.