Filmlegende Peter O’Toole ist tot

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Peter O'Toole tot

Quelle: BBC

Es ist ein trauriger Tag in der Filmgeschichte. Der achtfach oscarnominierte Schauspielveteran Peter O’Toole ist verstorben. In einem Statement gegenüber BBC gab sein Agent bekannt, dass O’Toole in einem Londoner Krankenhaus den Kampf gegen eine lange andauernde, zunächst nicht näher bezeichnete Krankheit verloren hat. Er war 81 Jahre alt. Erst letzten Sommer, kurz vor seinem 80. Geburtstag, verkündete der gebürtige Ire seinen Rückzug vom Filmgeschäft mit dem Statement "Ich bin nicht mehr mit dem Herzen dabei und das wird sich auch kaum noch ändern".

In einer 50 Jahre umfassenden Karriere schenkte O’Toole den Zuschauer viele unvergessliche Darbietungen, doch eine wird für immer mit ihm assoziiert werden und ihn in den Augen vieler unsterblich machen – die Titelrolle in David Leans Wüstenepos Lawrence von Arabien. Der Film gewann sieben Oscars, darunter als "Bester Film" und brachte O’Toole seine erste Oscarnominierung ein. Er verlor jedoch gegen Gregory Peck in Wer die Nachtigall stört. Das sollte allerdings nicht die erste Nominierung und Niederlage bleiben. In den nächsten 20 Jahren wurde er für seine Performances in Becket, Der Löwe im Winter, Goodbye Mr. Chips, The Ruling Class, Der lange Tod des Stuntmans Cameron und Ein Draufgänger in New York nominiert – jedes Mal erfolglos. Als er dann 2007 nach mehr als 20 weiteren Jahren seine achte Nominierung (jedes Mal als Hauptdarsteller!) für Venus erhielt und gegen Forest Whitaker (für Der letzte König von Schottland) den Kürzeren ziehen musste, stellte er einen Rekord auf. Niemand wurde so häufig für einen Oscar nominiert, ohne ihn jemals zu gewinnen. 2003 gab es einen Ehrenoscar, den er zunächst abgelehnt hat und bat, ihm ihn erst zu geben, wenn er 80 ist. Er sei noch voll im Spiel gewesen, meinte er damals, und würde ja vielleicht noch den "richtigen" gewinnen. Letztlich nahm er die Auszeichnung aber dennoch an.

Ob O’Toole nun einen Oscar gewonnen hat im Laufe seiner langen und beeindruckenden Karriere oder nicht, ist am Ende nicht so wichtig. Dass er zu den ganz Großen Hollywoods gehörte, das weiß jeder und daran würde auch ein Oscar nichts ändern. Immerhin befindet er sich damit in bester Gesellschaft von seinem Kumpel Richard Burton (sieben Noms ohne Siege) und Meisterregisseuren wie Stanley Kubrick, Robert Altman und Alfred Hitchcock, die ebenfalls nie einen Academy Award erhielten. Wie sie wird auch O’Toole in die Filmgeschichte als eine Legende eingehen.