I saw the Devil – Remake angekündigt (oder angedroht?)

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I saw the Devil Remake

Quelle: Comingsoon

Eigentlich sollte einen diese Meldung nicht wundern und dennoch tut sie es irgendwie. Klar, I saw the Devil gehört zum Härtesten, Skandalträchtigsten und Erfolgreichsten, was das asiatische Kino in den letzten fünf Jahren hervorbrachte. Ein kleiner dreckiger Cousin von Oldboy – nicht ganz so ausgegoren und storytechnisch clever, aber dafür umso schonungsloser, brutaler und schwarzhumoriger. Die Anwesenheit von Choi Min-sik (hier Täter, in Oldboy noch Opfer) verstärkt die Verbindung. Dass sich Hollywood dieses Films annimmt, sollte nur eine Frage der Zeit sein. Dass aber ausgerechnet jetzt die Rechte an einer Neuauflage erworben wurden, verwundert mich – gerade ging doch Spike Lees Oldboy-Remake sang- und klanglos an den US-Kinokassen unter. Bei einem Budget von $30 Mio (eigentlich nicht viel für eine Hollywood-Produktion), hat der Film es nach vier Wochen auf sage und schreibe knapp $2,2 Mio gebracht und ist bereits aus nahezu allen Kinos verschwunden. In den restlichen Ländern, in denen er bislang eintraf, sieht es nicht besser aus. Dabei handelt es sich bei Oldboy wohlgemerkt um die erfolgreichere Vorlage. Erwarten die Produzenten wirklich, dass nach diesem phänomenalen Misserfolg von Oldboy, ein Remake zu I saw the Devil wirklich gute Kasse machen wird? Insbesondere wenn man bedenkt, dass der Film aufgrund seiner Inhalte noch um einiges schwerer zugänglich sein sollte.

Im Originalfilm spielt Choi Min-sik einen perversen Serienkiller, der die schwangere Frau eines Geheimagenten auf brutale Weise ermordet. Der Agent (Lee Byung-hyun aus RED 2 und G. I.  Joe) spürt den Verantwortlichen schnell auf, doch anstatt ihn zu verhaften, spielt er ein brutales Spiel mit ihm, bei dem er selbst nach und nach seine Menschlichkeit einbüßt.

Nicht nur die drastischen Gewaltdarstellungen, sondern auch die Thematik machen das Original von Kim Jee Woon (der dieses Jahr mit dem spaßigen Arnie-Kracher The Last Stand sein Hollywood-Debüt feierte) nicht gerade zur leichten Kost – und hierzulande übrigens indiziert.

Ich bin nie aus Prinzip gegen ein Remake, weil ich denke, dass man den meisten Stoffen neue Seiten abgewinnen kann. Doch gerade bei diesem Film beschleichen mich die Zweifel, was eine Umsetzung betrifft. Laut Produzenten Adi Shankar, dessen Produktionsfirma die Remake-Rechte erwarb, wird es kein direktes Remake sein, sondern der Film wird für ein internationales Publikum angepasst. A-ha.