Quelle: Internationale Filmfestspiele Berlin

Zum 64. Mal wurden gestern im Rahmen einer festlichen Gala die Preise der Internationalen  Filmfestspiele Berlin verliehen. Bestimmt wurden die Sieger in den Hauptkategorien von einer Jury, die dieses Jahr vom Erfolgsproduzenten und Drehbuchautor James Shamus (Brokeback Mountain, Tiger & Dragon) geleitet wurde. Neben ihm saßen in der Jury u. a. die Mumblecore-Queen Greta Gerwig (Frances Ha), die James-Bond-Produzentin Barbara Broccoli und der zweifache Oscargewinner Christoph Waltz (Django Unchained). Der große Favorit der Jury war dieses Jahr der chinesische Thriller Black Coal, Thin Ice (unsere Filmkritik), der gleich mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde. Neben dem Goldenen Bären als „Bester Film“ der Berlinale 2014, wurde der Streifen auch mit einem Silbernen Bären für „Besten Darsteller“ (Fan Liao) ausgezeichnet. Als Gewinner des Goldenen Bären gestellt sich Black Coal, Thin Ice damit zu Steifen wie Gegen die Wand, Nader und Simin – Eine Trennung, Magnolia und Der schmale Grat. Interessant ist natürlich, ob der Film auch weltweit Bekanntheit und Erfolg erreichen wird wie diese vier oder eher schnell „vergessen“ wird wie die Berlinale-Gewinner Der Lockvogel, In this World und U-Carmen (natürlich nur meine persönliche Einschätzung).

Bevor ich auf die weiteren Gewinner eingehe, hier einen kurze Erklärung zu den zahloreichen und manchmal verwirrenden Preisen, die bei der Berlinale aktuell verliehen werden. Neben dem allseits bekannten Goldenen Bären für den „Besten Film“ werden Silberne Bären in mehreren Kategorien verliehen. Neben „Bester Regie“, „Bestem Darsteller“, „Bester Darstellerin“, „Bestem Drehbuch“, „Herausragender künstlerischer Leistung (aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design)“ gehört dazu auch der „Große Preis der Jury“. Mit der letzten Auszeichnung ist eigentlich der zweitplatzierte Film des Wettbewerbs gemeint. Wie auch der gleichnamige Preis dem Filmfestival von Cannes, ist der Große Preis der Jury die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals. Außerdem verleiht die Jury seit 1987 den Alfred-Bauer-Preis (benannt  nach dem Berlinale-Gründer), ebenfalls in Form eines Silbernen Bären. Dieser geht an einen Wettbewerbsfilm, „der der Filmkunst neue Perspektiven eröffnet“. Beispiele für bisherige Gewinner dieses Preises sind Hero, Maria voll der Gnade und Wer wenn nicht wir.

Unabhängig von der Jury wird bei der Belinale eine große Anzahl an weiteren Preisen verliehen. Darunter befindet sich zum Beispiel der Gläserne Bär, der von einer Kinderjury/Jugendjury an den besten Spielfilm und Kurzfilm der Sektion „Generation“ verliehen wird. Ebenfalls ein wichtiger Preis ist der FIPRESCI-Preis, der von dem Filmkritikerverband FIPRESCI („Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“) bei diversen Filmfestivals verliehen wird (darunter in Cannes, Venedig und Berlin). Hier werden jeweils ein Film aus den Sektionen „Wettbewerb“, „Forum“ und „Panorama“ ausgezeichnet. Eine komplette Übersicht über alle Preise und Gewinner findet Ihr hier.

Neben Black Coal, Thin Ice wurden auch zwei Favoriten des Festivals ausgezeichnet – Richard Linklaters Boyhood, der den Preis für seine Regie erhielt, womit Linklaters ambitionierter, 12 Jahre andauernder Dreh belohnt wurde und Wes Andersons Grand Budapest Hotel, der mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde. Weitere Gewinner aus den wichtigsten Kategorien könnt Ihr unten sehen:

Goldener Bär für den Besten Film

Black Coal, Thin Ice

Silberner Bär als Großer Preis der Jury

Grand Budapest Hotel

Silberner Bär für die Beste Regie

Richard Linklater (Boyhood)

Silberner Bär für die Beste Darstellerin

Haru Kuroki (The Little House)

Silberner Bär für den Besten Darsteller

Fan Liao (Black Coal, Thin Ice)

Silberner Bär für das Beste Drehbuch

Anna und Dietrich Brüggemann (Kreuzweg)

Silberner Bär Alfred-Bauer-Preis

Alain Resnais (Life of Riley)

Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung

Zeng Jian für die Kamera in Blind Massage

Generation Kplus Kinderjury:

Gläserner Bär für den besten Spielfilm

Killa

Lobende Erwähnung:  Joy of Man’s Desiring

Generation 14plus Jugendjury:

Gläserner Bär für den besten Spielfilm

52 Tuesdays

Lobende Erwähnung
: ärtico

FIPRESCI-Preise

Wettbewerb: Life of Riley (von Alain Resnais)
Panorama: The Way He Looks (von Daniel Ribeiro)
Forum: Forma (von Ayumi Sakamoto)