Kölner Kino Nächte 2013

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Kölner Kino Nächte 2013

Quelle: Kölner Kino Nächte

Die 5. Ausgabe der Kölner Kino Nächte steht vor der Tür. Von 4. bis zum 7. Juli werden an insgesamt 12 Spielstätten in Köln 64 Programmpunkte (neuer Rekord!) präsentiert. Neben dem alljährlichen Fantasy Film Fest sind die Kölner Kino Nächte das größte filmbezogene Ereignis, das in der Stadt Köln und Umgebung stattfindet. Im Jahre 2009 gestartet, konnten sich die Kölner Kino Nächte in den darauffolgenden Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen. Allein 2012 konnten ca. 4000 Besucher verbucht werden. Für Cineasten in und um Köln sind die Kino Nächte Pflichtprogramm, denn man muss die Filmkultur in der viertgrößten Stadt Deutschlands weiter fördern und pflegen. Ja, wir haben nicht die Berlinale und auch nichts in der Größenordnung des Münchener Filmfests, doch alles fängt klein an.

Die diesjährigen Kölner Kino Nächte bieten womöglich das bislang abwechsulngsreichste Programm seit der Entstehung der Veranstaltung. Es sind insgesamt 85 Filme zu sehen, wobei alleine die Langfilme schon 16 Länder abdecken, von Deutschland über Spanien bis hin zu Südafrika. Es sind auch Filmgenres nach jedem Geschmack vertreten. Sowohl Kulthorror (The Lost Boys, The Blob – Schrecken ohne Namen) als auch kleine Dramen (In the Name of, Das weiße Rauschen) existieren hier neben neustem Hollywood-Mainstream (Michael Bays Pain and Gain als Originalversion-Preview) und zahlreichen interessanten Dokus (daunter der diesjährige Oscargewinner Searching for Sugar Man). Eine einzigartige Gelegenheit ergibt sich für die Fans des "Before"-Zyklus von Richard Linklater, Ethan Hawke und Julie Delpy. Das Weisshaus Kino in Köln zeigt aller drei Filme der Reihe (Before Sunrise, Before Sunset, Before Midnight), sodass man noch einmal die Gelegenheit erhält, die ersten beiden Filme auf der großen Leinwand zu sehen bzw. den neuen und sehr empfehlenswerten dritten Teil, falls man es nicht bereits tat.

Die Kölner Kino Nächte 2013 selbst eröffnen offiziell am Donnerstag, den 4.07. mit dem neuen Film von Michael Winterbottom. The Look of Love erzählt die Geschichte von Paul Raymond, dem kontroversen britischen Verleger, Entrepreneur und Nachtclub-Besitzer, der einst "The King of Soho" genannt wurde. In der Hauptrolle glängt Steve Coogan, an seiner Seite sind britische Stars wie Anna Friel und Stephen Fry zu sehen. Der Film wird bei gutem Wetter als eine Open-Air-Veranstaltung im Museum für angewandte Kunst Köln (um 21 Uhr) gezeigt.  Zugleich bildet die Vorstellung von The Look of Love der Auftakt zu einem weiteren brandneuen Schmankerl, das dieses Jahr von den Kölner Kino Nächten geboten wird. Es handelt sich um die Reihe "Meine Kino Nacht", im Rahmen welcher acht ausgewählte Filme von prominenten Persönlichkeiten  aus Köln vorgestellt werden. Damit rückt die Kinoszene Kölns noch mehr in den Vordergrund. Bei The Look of Love ist es das All-Round-Talent Anke Engelke, die als "Filmpatin" den Film vorstellt. Für die vollständige Liste aller Filme, die von Filmpaten vorgestellt werden, schaut hier rein.

Einen großen Beitrag zu den Kölner Kino Nächten leisten die Französischen Filmtage Köln, die mit sieben Filmen vertreten sind. Den Anfang macht direkt am Donnerstag, den 4. Juli Au Bout du Conte – Unter dem Regenbogen. Weitere Filme sind u. a. die charmante Screwball-Komödie Mademoiselle Populaire, Léos Carax' umjubelter Holy Motors und der neue Filme der Nouvelle-Vague-Legende Alain Resnais Vous n’avez encore rien vu – Ihr werdet euch noch wundern. Alle diese Filme laufen im Odeon Kino und werden selbstverstädlich in der Originalfassung mit Untertiteln gezeigt.

Für die Fans von obskurem Kino seien die beiden Beiträge von Filmclub Akasava ans Herz zu legen – Jerry Cotton: Der Tod im roten Jaguar (4.07. um 22:30 im Cinedom) und Sie tötete in Ekstase (6.07. um 22:00 im Cinedom). Während der erste Film das einzige bislang nicht auf DVD erschienene Abenteuer von Jerry Cotton darstellt, gehört der zweite Film zu den Klassikern des spanischen Trash-Königs Jess Franco.

Erneut ist auf den Kölner Kino Nächten sehr stark der deutsche Film vertreten. Das reicht von Familienfilmen wie Ostwind bis hin zu preisgekrönten Arthouseerfolgen wie Oh Boy, der kürzlich mit sechs Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet wurde. Stark ist auch die Stadt Köln im Filmprogramm vertreten, so beispielsweise mit dem musikalschen Road Movie Hans Dampf und der Doku Köln 5 Uhr 30 / 13 Uhr 30 / 21 Uhr 30. Einen besonderen Beitrag stellt dabei das Dokudrama Ich bin nicht Gott, aber wie Gott über den berüchtigten "Miethai" Günter Kaußen dar. Der Film wird als eine Open Air Veranstaltung am Samstag, den 6.07. um 21 Uhr auf dem Ebertplatz (!) aufgeführt (bei schlechtem Wetter in überdachtem Bereich). Der Eintritt für diesen Programmpunkt ist frei.

Auf weitere der zahlreichen Filme, die im Rahmen der Kölner Kino Nächte laufen, einzugehen, würde hier mit Sicherheit den Rahmen sprengen. Daher empfehle ich sehr, sich das Programm hier anzuschauen. Hier dürfte sich wirklich für jeden Geschmack etwas finden. Ein teures Vergnügen sind die Kölner Kino Nächte wahrlich nicht. Während man für die einzelnen Veranstaltungen natürlich auch Einzeltickets an den jeweiligen Spielstätten erwerden kann, empfiehlt sich der Kauf des Kombitickets, das für lediglich €15 den Zutritt zu allen Filmen des Programms gewährt (ich habe kürzlich selbst allein für eine 3D-Vorstellung von Man of Steel €15 bezahlt…), wobei hier die üblichen Reservierungsbedingungen der teilnehmenden Kinos gelten. Ebenfalls toll ist das Freundschafts-Ticket, das Zutritt zu allen Filmen garantiert. Darüber hinaus ist das Ticket übertragbar, enthält ein Freigetränk und für alle mit diesem Ticket wird bei jeder Veranstaltung ein Platz bis 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn freigehalten, sodass keine Reservierungspflicht besteht. Zusätzlich unterstüzt man mit dem Kauf dieses Tickets auch direkt die Kölner Filmkultur. Auch hier verweise ich für weitere Infos auf die Website der Kölner Kino Nächte.

Abschließend wünsche ich allen, die sich für den Besuch der Kölner Kino Nächte 2013 entscheiden, viel Spaß. Ich selbst freue mich sehr auf die kommenden Tage.