Hüter der Erinnerung – The Giver (2014)

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The Giver, USA 2014 • 97 Min • Regie: Phillip Noyce • Mit: Jeff Bridges, Meryl Streep, Brenton Thwaites, Alexander Skarsgârd, Kathi Holmes, Odeya Rush, Cameron Monaghan, Taylor Swift • FSK: tba • Kinostart: 02.10.2014

Handlung

Die Gesellschaft in der Jonas (Brenton Thwaites) und seine Freunde Fiona (Odeya Rush) und Asher (Cameron Monaghan) leben ist unserer nicht mehr ähnlich. Die vermeintliche Utopie ist frei von Gewalt, Krieg und Leid. Aber um dies zu gewährleisten gibt es weder Farben – die Welt ist schwarz und weiß – noch Emotionen.

b640x600Das Leben ist für jeden einheitlich und gleich. Dies wird durch strikte Regeln, die von dem Rat der Ältesten und ihrer Chefin (Meryl Streep) festgelegt wurden, überwacht. Nach dem Abschluss der Schule werden die Absolventen, unter ihnen Jonas, Fiona und Asher, bei einer Zeremonie in ihre jeweiligen Berufe eingeteilt. So gibt es zum Beispiel den Beruf der Geburtsmutter, die die Kinder zur Welt bringt. Die Babys werden in der Säuglingsstation genauestens untersucht und kommen, wenn sie bei bester Gesundheit sind, in eine neue Familie.

BKlavierei der Zeremonie wird Jonas eine besondere Rolle zugeteilt. Er soll Hüter der Erinnerung werden. Jonas beginnt sein Training  beim momentanen Hüter (Jeff Bridges) und erhält die Anweisung über sein Training Stillschweigen zu bewahren. Im Laufe des Filmes lernt Jonas die Farben, die Musik und die Liebe kennen, muss sich jedoch auch mit der Gewalt und dem Tod auseinander setzten. Allmählich beginnt Jonas sein Leben und die Werte der Gemeinschaft in Frage zu stellen.

Kritik

Ein Zukunftsfilm über eine Dystopie – als Vorlage diente das Buch von Lois Lowry, welches 1993 erschien. Das Thema der vergessenen Erinnerungen hat eine sehr philosophische Note. Ist eine friedliche, stabile Gesellschaft es wert, ein Leben frei von schmerzhaften Erinnerungen zu leben und dabei auf so vieles zu verzichten? Nicht umsonst wird das Buch gerne in den USA in der Schule gelesen, um genau über solche Themen zu sprechen. Der Anfang des Filmes wird in schwarz-weiß gezeigt. Dies verfehlt seine Wirkung keinesfalls, denn der Zuschauer genießt, wie Jonas, endlich (wieder) Farben zu sehen. Die Bilder die verwendet werden, um Erinnerungen darzustellen, sind atemberaubend. Ein Sonnenuntergang, ein Sprung von einer Klippe ins Meer. Die Besetzung des Filmes lässt sich zeigen. Meryl Streep und Jeff Bridges und einige Newcomer geben den Charakteren Leben und verleihen dem Film eine angenehme Atmosphäre. Die Animation der neuen Welt, die sich auf einer glatten Anhebung aus dem Nebel erhebt, verdient Applaus. Der Wechsel zwischen Jonas‘ Welt und den Erinnerung aus unserer Welt, ist äußerst gelungen und reißt den Zuschauer leicht mit.

w964Man hätte sich wünschen können, dass die Freundschaft der drei Freunde stärker betont wird und auch die Beziehung von Jonas und seinen Eltern (Alexander Skarsgârd, Kathi Holmes) detaillierter dargestellt wird, doch ist klar, dass man nicht alles in einen Film packen kann – es sei ihm verziehen; für die Neugierigen bietet das Buch bestimmt mehr Auskunft. Der Film führt uns zurück zu unseren Wurzeln. Er macht uns bewusst in welcher wundervollen Welt wir leben. Das Bewusstsein für unsere Umgebung, die Natur und die Tiere wird uns vor Augen geführt. Und ganz wichtig – das Schöne unserer Erde können wir nur erleben, wenn wir auch das Schlechte wahrnehmen, denn der Kontrast macht das Leben aus. Eine Mischung aus Gut und Schlecht – es lohnt sich, die Welt so zu nehmen, wie sie ist. Die Quintessenz des Films, die für jeden wahrscheinlich etwas anders ausfällt, ist schön in einer unterhaltenden Geschichte verpackt, die zusätzlich sogar ein bisschen Action beinhaltet.
Diesen Film zu sehen, tut der Seele gut!

 

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