Hearthstone™: Heroes of Warcraft – Unser Test

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Nur noch ein Spiel!

Seit Tagen wird bei uns in der Redaktion nur noch „gedropt“, gecharged“ und über ein mögliches „Topdeck“ geflucht. Der Grund: Das süchtig machende „CCG“ (Collectible Card Game) Hearthstone™: Heroes of Warcraft – ein Strategiekartenspiel aus dem Hause Blizzard Entertainment, das für PC, MAC und seit kurzem auch für das iPad kostenlos zu bekommen ist. Damit macht sich der Rollenspielgigant, der mit seinen Marke „World of Warcraft“ den Markt für MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game) seit Jahren dominiert, auch in der Nische der strategischen Online-Kartenspiele bequem. Fans der Warcraft-Welt werden die Charaktere sofort wieder erkennen und ihre Freude an den kurzen, knackigen Matches haben. Aber auch Gelegenheitszocker ohne Fantasy-Affinität kommen auf keinen Fall zu kurz.

Leicht zu lernen, schwer zu meistern

Das Prinzip ist auf den ersten Blick simpel: Zwei Kontrahenten stehen sich auf dem virtuellen Spielfeld gegenüber – Jeder mit 30 Lebenspunkten ausgestattet. Das Ziel: Dem Gegner seine Lebenspunkte durch Angriffe und Zauber rauben. Dazu werden rundenweise Karten gezogen, auf denen beispielsweise sich Abbildungen von Kreaturen, Soldaten oder anderen Wesen aus der World of Warcraft-Welt befinden. Diese werden „Diener“ genannt und weisen unterschiedliche Angriffs- und Verteidigungswerte auf. Andere Arten von Karten enthalten Zaubersprüche, die einmalig einen Schaden verursachen, die eigenen Diener stärker macht oder auch eine Heilung durchführen können. Jetzt gilt es mit seinen Karten geschickt zu taktieren und so möglichst viel Schaden auszuteilen, ohne selber in Bedrängnis zu geraten.

Damit die Sache noch etwas mehr strategischen Pfeffer bekommt, startet man mit einem sogenannten Manapunkt und bekommt in jeder Runde einen dazu – bis maximal zehn. Die spielbaren Karten haben einen Manawert aufgedruckt und man kann seine Angriffe dementsprechend planen. Hat man in der fünften Runde fünf Manapunkte, symbolisiert durch blaue Kristalle, kann man entweder fünf Karten mit dem Wert eines Manapunktes oder auch zwei Karten mit dem Wert zwei und eine mit eins ziehen, usw. Je mächtiger eine Karte desto höher der Manawert.

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Wem das jetzt doch zu kompliziert klingt probiert das Spiel einfach mal aus. Ein gut gemachtes Tutorial vermittelt in einem halben Dutzend Kämpfen das notwendige Basiswissen. Selbstverständlich in Deutsch und mit bekannten Stimmen ansprechend synchronisiert. Danach darf gegen den Computer kräftig geübt werden, damit man sich mit den taktischen Feinheiten und den Einsatzmöglichkeiten der bislang gut 300 Karten vertraut machen kann. Die Partien sind kurz und durch eine 90-Sekunden-Grenze für einen Zug auch eher auf schnelles Handeln ausgelegt.

Kampf in der Arena

Hat man erst einmal ein Gespür für die Spielmechanik und die Kräfte der Karten bekommen, sorgen Online-Matches gegen reale Gegner für die spaßige Herausforderung. Dabei darf man sich auch mit Freunden, die man zuvor in eine Kontaktliste aufgenommen hat, gezielt zum Duell verabreden. Wer keine Freunde hat, kommt über den Menüpunkt „Spielen“ einen Gegner automatisch zugeteilt. Besonders spannend wird es in der Arena: Mit einem zufällig zugeteilten Kartenpaket, dem „Deck“, gilt es menschliche Kontrahenten zu besiegen. Drei Niederlagen – und man ist raus aus dem Rennen. Schafft man neun Siege in Folge gewinnt man einen Preis: Eine seltene Spielkarte und/oder Gold, die In-Game Währung des Spiels.

Mit PC und iPad

Aktuell ist jetzt eine Version für das iPad (ab der 2. Generation) im Apple-Store zu bekommen. Die Optik ist gleich, die Bedienung, anstatt mit der Maus mit den Fingern, gelungen. Fast sgar noch besser als am PC, denn das Tippen und Wischen kommt noch eine Spur intuitiver, als der Mausklick. Das Beste: Dank der plattformübergreifenden Kompatibilität können PC, MAC und Pad-Besitzer gegeneinander antreten. Und die eigene Kartensammlung steht am heimischen PC, wie auch unterwegs auf dem iPad immer zur Verfügung. Dafür sorgt die einmalige Zwangs-Registrierung bei Blizzards Plattform battle.net, die alle Spielfortschritte speichert.

Free, aber nicht unbedingt kostenlos

Hearthstone™: Heroes of Warcraft ist dem Bereich „Free2Play“ zuzuordnen. Das bedeutet: Grundsätzlich kann ohne Einsatz von Geld gespielt werden, aber die Zahlung von zumeist kleineren Summen erhöhnt die Chance zu gewinnen oder erlaubt es, schneller an ein bestimmtes Ziel zu gelangen. Bekannte Beispiele sind sicherlich Facebook-Spiele wie „Candy Crush“ oder „Monster Buster“, die ohne Bezahlung nur eine geringe Spielzeit pro Tag möglich machen und dann dem Nutzer eine Zwangspause aufdrücken. Hearthstone finanziert sich über zwei Einnahmequellen: Den Verkauf von Karten-Packs und den Eintritt in die Arena. Als Bezahlung werden echte Euros oder im Spiel erworbenes Gold akzeptiert. Dieses lässt sich mit gewonnen Partien und dem Erledigen von verschiedenen Aufgaben verdienen – gut 50 Goldstücke an einem Spieltag sind durchaus machbar. Ein Kartenpack schlägt mit 100, ab dem zweiten Besuch (wie beim Drogenhandel geht das erste Mal aufs Haus) ein Arenaeintritt mit 150 Goldstücken zu Buche. Möchte man die eigenen Chancen bei den Online-Partien erhöhen und spekuliert auf seltene und mächtige Karten, ist man ab 2,69 Euro für zwei Packs dabei. Ein Ausflug in die Spielarena ist für 1,79 Euro zu haben. Die Sammelleidenschaft kann ordentlich ins Geld gehen. Ganz wie bei den Kartenspielen im „echten“ Leben halt auch.

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Fazit:

Kurze, actionbetonte Spiele, ein leicht zu verstehendes Regelwerk, erheblicher taktischer Tiefgang und faire Bezahl-Konditionen: Hearthstone trifft den Nerv von Gelegenheitsspielern und Hardcore-Zockern. Kommt man durch Geldeinsatz eher ans Ziel ein erfolgreicher Spieler zu werden? Auf jeden Fall. Kann man aber auch seinen Spaß ohne gravierende finanzielle Folgen haben? Auf jeden Fall. Die Präsentation ist schick, bekannte deutsche Stimmen in der Synchronisation und durch die Verknüpfung von stationären PCs und mobilen Geräten darf gespielt werden, wann und wo einem die Lust überkommt. Versionen für Android und iPhone sind bereits in der Planung. Definitiv ein Anspieltipp – allerdings einer mit erheblichem Suchtpotential, denn auf der Jagd nach seltenen, epischen oder gar legendären Spielkarten rast die Zeit einfach nur so davon.

Erhältlich für PC / Mac und iPad

 

Von Ulrich Wimmeroth