Goosebumps, AU/US 2015 • 103 Min • Regie: Rob Letterman • Drehbuch: Darren Lemke • Mit: Jack Black, Odeya Rush, Dylan Minette, Ryan Lee, Halston Sage, Amanda Lund, Caleb Emery, Amy Ryan, Jillian Bell • Kamera: Javier Aguirresarobe • Musik: Danny Elfman • FSK: ab 12 Jahren • Verleih: Sony Pictures • Kinostart: 04.02.2016 • Deutsche Website

Gänsehaut Filmbild 1Der Teenager Zach (Dylan Minnette) ist nicht gerade begeistert, als er und seine Mutter (Amy Ryan) aus New York in eine Kleinstadt umziehen. Trotzdem steht er nach dem Verlust des Familienvaters seiner Mutter tatkräftig zur Seite. Als er die schöne und rätselhafte Hannah (Odeya Rush) aus dem Nachbarhaus kennenlernt, scheint sich vieles zum Guten zu wenden, doch Hannahs mysteriöser Vater hält nichts davon, dass seine Tochter aus dem Haus geht und draußen herumschleicht. Als Zach eines Abends Schreie aus dem Haus vernimmt, reicht es ihm mit der Geheimnistuerei und so beschließt er zusammen mit seinem ängstlichen Freund Champ (Ryan Lee) bei den Nachbarn einzubrechen um mehr über die merkwürdige Familie in Erfahrung zu bringen. Welche Kräfte sie dabei erwecken, können sich die beiden Jungs kaum ausmalen…

In den USA kam Gänsehaut genau zur richtigen Zeit in die Kinos, an Halloween flimmerte der Film über die Leinwände, hier bekommen wir Rob Lettermans Film erst Anfang Februar zu sehen, was sich sicherlich auch auf die Einspielergebnisse auswirken wird. Überhaupt muss man noch hinzufügen, dass die „Gänsehaut“-Buchreihe mit über 400 Millionen Kopien zu den größten Franchises weltweit gehört, allerdings hierzulande sicher nicht jedem auf Anhieb ein Begriff sein wird. Das Ziel dieser Verfilmung ist es, die Essenz der Geschichten mit der eines spannenden Blockbusters zu verbinden. Der Film soll schaurig sein, aber nicht schockierend, witzig aber auch nicht lächerlich. Von ein paar zu vorhersehbaren und nicht ganz treffsicheren Gags abgesehen ist das auch gut gelungen. Das Skript fühlt sich tatsächlich an, als käme es direkt aus den Büchern gesprungen, gleichzeitig wird aber auch eine äußerst breite Palette von Geschichten integriert, um sie Leuten, die sich nicht besonders gut mit der Reihe auskennen, besser nahebringen zu können.

Gänsehaut Filmbild 2Die Darsteller tun dem Film zum Großteil gut, vor allem Jack Black stellt einen sehr großen Spaßfaktor da. Neben ihm scheint sich die ganze Story etwas entlasten und nicht ganz so Ernst zu nehmen. Um den legendären Autor R.L. Stine zu porträtieren, trafen sich die beiden natürlich auch persönlich und Stine schien ziemlich begeistert von Black sein. Auch die Jungdarsteller spielen solide: Dylan Minette und Odeya Rush besitzen direkt eine gute Chemie zueinander. Ryan Lee hätte in seiner ängstlichen Rolle gerne noch etwas kürzer kommen können, zu oft sind die Gags, die für ihn geschrieben wurden sehr generisch, um möglichst schnell die Situationen abzumildern.

Trotzdem setzt der Film gute Akzente und man kann viel Spaß mit Gänsehaut haben. Einige der Filmmonster, wie zum Beispiel die Horrorpuppe Slappy, die komplett manuell ohne Elektronik bewegt wurde, sind praktisch konzipiert worden, um auf weniger CGI zurückgreifen zu müssen. Leider fällt dies in großen Teilen des Films nicht besonders auf und die visuellen Effekte und das 3D sind zwar ganz gut, jedoch auch auf Dauer etwas überhäuft, was generell auch zu einem Problem des Films wird. Natürlich war es auch die Aufgabe des Skripts möglich viele Schauergeschichten zu einer Großen zu vereinen, doch etwas schluderig schwankt die Story von Gänsehaut dann doch, weil sie versucht zu viele verschiedene Arten von Zuschauern gleichzeitig zu bedienen und dabei etwas die Richtung verliert.

Gänsehaut Filmbild 3Die Metamorphose vom Buch auf den Bildschirm funktioniert hauptsächlich durch Referenzen an die Geschichten und einige Seitenhiebe an Stephen Kings Klassiker, als eigenständiger Film ist das Ganze allerdings auch äußerst phrasenhaft. Trotz des Charmes, den Gänsehaut an den Tag legt, der Film will so viele bekannte Sachen zusammenflechten, dass er am Ende den fatalen Fehler begeht, dem Zuschauer selbst viel zu bekannt vorzukommen. „Das hat man doch alles schon so oft gesehen“ ist ein klassischer Satz, der sicherlich im Publikum fallen wird und das nicht zu Unrecht. Etwas mehr Mut, etwas weniger verbrauchter Humor und mehr Vertrauen in die Umsetzung als Film hätte dem Projekt sicher gut getan. Selbstverständlich baut der Film ja auch gerade darauf auf, dass der Zuschauer das alles wiedererkennen soll, doch so ganz geht die Rechnung nicht auf.

Fazit

Also was ist Gänsehaut jetzt? Horror, Komödie, Abenteuer oder einfach von allem ein bisschen? Es ist ein Film, der vor allem durch seine Zitate Spaß macht, jedoch auch einiges an Potenzial verschenkt und nicht lange Gesprächsthema bleiben wird. Wer Lust auf kurzweilige Unterhaltung hat, sollte sich davon allerdings nicht abschrecken lassen.

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